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Wird das Sportgelände in Frankenberg zum Gewerbegebiet?

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Von: Gerhard Meiser

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Das Drohnenfoto zeigt das Frankenberger Sportgelände mit dem Stadion und mehreren Sportplätzen zwischen der Eder links und dem Gewerbegebiet rechts.
Das Drohnenfoto zeigt das Frankenberger Sportgelände mit dem Stadion und mehreren Sportplätzen zwischen der Eder links und dem Gewerbegebiet rechts. © Paulus, Jörg

Können auf dem Frankenberger Sportgelände an der Eder neue Gewerbeflächen zur Erweiterung von Unternehmen aus dem benachbarten Gewerbegebiet entstehen? Das soll der Magistrat prüfen, haben die Stadtverordneten beschlossen.

Frankenberg – Mit dem einstimmigen Beschluss (bei einer Enthaltung) wird der Magistrat beauftragt, für die „Ankerunternehmen“ im Frankenberger Gewerbegebiet „In der Aue“ neue Gewerbeflächen in einer Größe von etwa sechs Hektar zu entwickeln. Das entspricht etwa der Fläche von acht Fußballfeldern.

Den Grundsatzbeschluss hatte Bürgermeister Rüdiger Heß von den städtischen Parlamentariern eingefordert: „Die Stadt hat sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt“, argumentierte der Bürgermeister in der Sitzung am Donnerstagabend (28.04.2022) im Dorfgemeinschaftshaus in Geismar. Zwischen 2015 und 2020 habe sich die Zahl der Beschäftigten allein im produzierenden Gewerbe um 15,7 Prozent erhöht.

„Damit sich die bestehenden Betriebe weiterentwickeln können, müssen sie sich erweitern können“, untermauerte Heß seine Forderung. Die Unternehmen könnten in den nächsten zwei Jahren zwar noch mit der aktuellen Situation leben, für die Zeit danach müsse aber schon jetzt der Startschuss erfolgen, sagte Heß nach einem Gespräch mit mehreren Geschäftsführern aus dem Gewerbegebiet. Auch ein „Entwicklungsareal“ wurde bereits genannt: die Sportstätten mit Sportheim und Fußballplätzen an der Eder in Frankenberg.

Kunstrasenplatz ist schon seit Jahren ein Thema

In diesem Zusammenhang sprach der Bürgermeister auch über die Entwicklung der Sportstätten und die Idee eines Kunstrasenplatzes, die es in Frankenberg schon länger gibt: „Die Vereine haben uns ganz deutlich darauf aufmerksam gemacht, dass hier etwas passieren muss. Darüber diskutieren wir nun schon seit zehn Jahren“, erinnerte Heß. „Wir haben nun die große Chance, alles unter einen Hut zu bekommen“ – neue Gewerbeflächen für die Unternehmen und neue Sportstätten an anderer Stelle. Eine „hundertprozentige Idee“ für den Standort eines neuen Sportstadions hatte Heß allerdings noch nicht.

In seiner Rede übte Heß auch deutliche Kritik an der „unnötigen und unschönen Diskussion“ in Wangershausen über die geplante Erweiterung der dort ansässigen Firma Glittenberg (wir berichteten): „So geht man mit bestehenden Unternehmen nicht um.“

Das sagen die Fraktionen

„Wir brauchen zusätzliche Gewerbeflächen, um unser Niveau zu halten. Wir müssen der Wirtschaft das Signal geben, dass wir hinter unseren Unternehmen stehen und dass wir würdigen, dass sie den Wirtschaftsstandort Frankenberg weiter stärken“, sprach Dr. Hendrik Sommer (SPD) von einem „richtungsweisenden Beschluss“ für die heimische Wirtschaft und den Sport. „Wir stellen heute Weichen, um Fakten für eine weitere Bauleitplanung und auch für ein neues Sportstadion zu schaffen“, so Sommer. In den weiteren Prozess werde das Stadtparlament „eng und gut“ eingebunden sein.

Zudem werde es spannend werden, für die Sportler ein „modernes Stadion“ auf den Weg zu bringen, sagte Sommer, demnächst solle auch in den Dialog mit den Vereinen eingetreten werden.

„Die Unternehmen in Frankenberg müssen unterstützt werden. Die finanzielle Lage der Stadt hängt auch davon ab, wie gut es den Firmen geht“, unterstützte auch Uwe Patzer (Grüne) den Beschlussvorschlag. Die Suche nach einer Alternative für das gegenwärtige Sportstadion werde allerdings eine „sportliche Aufgabe“ mit einer spannenden Diskussion werden, meinte Patzer.

Von einem „wichtigen Signal an die Frankenberger Unternehmen“ sprach Jannik Schwebel-Schmitt (CDU). Der perspektivische Beschluss habe nicht nur Bedeutung für die Gewerbeflächen, sondern auch für die Sportförderung. „Lassen sie uns gemeinsam schauen, dass wir einen guten Standort für unsere Sportanlage finden.“

Auch die Freien Wähler unterstützten den Beschlussvorschlag. „Es ist wichtig, die Unternehmen in Frankenberg zu halten“, sagte FWF-Fraktionssprecher Sven Garthe.

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