Wie sieht es im Landkreis aus?

Interview: Dr. Wolfgang Werner über Beachtung der Rechte für Behinderte

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Behinderte sollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben: Dafür setzt sich Dr. Wolfgang Werner (Lebenshilfe Waldeck-Frankenberg) ein.

Waldeck-Frankenberg. Rechte für behinderte Menschen weltweit sind in der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen formuliert worden. Dazu zählt zum Beispiel, dass alle Menschenrechte und Grundfreiheiten für alle Menschen mit Behinderungen ohne jede Diskriminierung gewährleistet werden müssen.

Dr. Wolfgang Werner vom Lebenshilfewerk Waldeck-Frankenberg erläutert, inwieweit diese Rechte in unserem Landkreis beachtet werden.

Herr Dr. Werner, die Konvention gilt seit 2008. Hat sie seitdem etwas bewirkt? 

Dr. Wolfgang Werner: Die Konvention ist kein unmittelbares Gesetz, sondern hat eher einen Botschaftscharakter. In den ersten Jahren wurde sie diskutiert. Es dauerte, bis klar war, dass die Inhalte eine Pflicht bedeuten. Heute ist sie unstrittig. Sie muss aber immer neu ausgelegt werden.

Die Inhalte sind teilweise sehr allgemein definiert. 

Werner: Ja. Jeder Mensch soll zum Beispiel problemlos Zugang zu Informationen bekommen. Das bedeutet zum Beispiel, dass jede Behörde Anträge und andere amtliche Dinge auch in Leichter Sprache formulieren sollte. Das ist aufwändig. Alle Ziele werden daher auch in zehn Jahren noch nicht zu 100 Prozent erreicht sein.

Ist die Umsetung der Konvention daher noch am Anfang?

Werner: Gemessen an dem, was sich noch ändern muss, ja. In vielen Bereichen wird sie aber sehr ernst genommen.

Wo etwa?

Werner: In unserem Landkreis betrifft das zum Beispiel die Benachteiligung von Kindern in Schulen. Dem Landrat ist Inklusion ein wichtiges Anliegen.

Wo hat sich bei Barrierefreiheit schon etwas getan?

Werner: Das Projekt „Barrierefreies Nordwaldeck“ ist ein Beispiel. Auch am Thema barrierefreier Tourismus sind wir dran. Wenn ein Gastronom zum Beispiel seine Toiletten umbauen möchte, erhält er Zuschüsse.

Wo es laut Dr. Wolfgang Werner noch besser werden muss und woran es bei der Inklusion an Schulen noch hakt, lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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