Vorerst keine permanente Lageaufklärung mehr

Zurück aus Afghanistan: Frankenberger Soldaten beenden Einsatz nach fast 20 Jahren

Die Burgwaldkaserne in Frankenberg.
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Die Burgwaldkaserne in Frankenberg.

An der Burgwaldkaserne in Frankenberg ist in diesen Tagen zum ersten Mal nach fast sechs Jahrzehnten in den geheimen Sperrzonen der Schichtbetrieb vorerst eingestellt worden. Mit dem Ende der 20-jährigen Präsenz der Bundeswehr in Afghanistan entfällt zunächst auch die Notwendigkeit zur permanenten Lageaufklärung.

Frankenberg - Das Bataillon Elektronische Kampfführung 932 (EloKaBtl 932) aus Frankenberg habe die Aufklärung in diesem Nato-Einsatz von Beginn an aufgebaut, geprägt und bis zum Schluss mitgestaltet, teilte die Burgwaldkaserne in einer Pressemeldung mit. Am 29. Juni 2021 sei der letzte Frankenberger Soldat wohlbehalten aus Afghanistan nach Deutschland zurückgekehrt; nur einen Tag, bevor auch die letzten deutschen Soldaten aus Afghanistan ausgeflogen wurden.

Von den insgesamt 35 bei Anschlägen oder Gefechten in Afghanistan gefallenen Soldaten waren zwei seinerzeit in Frankenberg stationiert. Sie waren bei einem Anschlag auf einen Bus im Jahr 2003 in Kabul getötet worden - wie auch zwei Kameraden aus dem Schwesterverband in Daun in der Eifel. Viele weitere Frankenberger Soldaten wurde dabei teils schwer verletzt.

Am 1. Juli besuchte die Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge die Burgwaldkaserne. Vieregge ist Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestags. Gemeinsam mit dem Kommandeur des Bataillons, Oberstleutnant Kai Alexander Hoberg, gedachte sie bei einer Schweigeminute am Gedenkstein den Gefallenen und Verwundeten des Afghanistan-Einsatzes.

Kai-Alexander Hoberg, Kommandeur der Burgwaldkaserne in Frankenberg

Bei einem Bataillonsappell, der wegen der Corona-Pandemie in dieser Form erstmals nach fast anderthalb Jahren wieder abgehalten werden konnte, würdigte Kommandeur Hoberg die Arbeit der Frankenberger Soldaten und erinnerte daran, dass ohne „die ständige, hochprofessionelle und unermüdlich akribische Arbeit“ aller Angehöriger des Verbandes, ob nun vor Ort in Afghanistan oder aus der Burgwaldkaserne heraus, zweifellos deutlich mehr Soldaten der ISAF und später der „Resolute Support Mission“ ihr Leben gelassen hätten. „Frankenberger Aufklärung war stets auf den Schutz der Truppe fokussiert und hat Leben gerettet“, heißt es in der Pressemitteilung.

Bundestagsabgeordnete Kerstin Vieregge informierte sich nicht nur über die Leistungen in der Vergangenheit, sondern auch über die bevorstehenden Aufträge und Herausforderungen, denen sich der Frankenberger Verband gegenübersieht. Neben der Refokussierung auf die klassische Landes- und Bündnisverteidigung sei dies vor allem eine Einsatzverpflichtung im Niger in Westafrika, wo bereits sieben Soldaten unter dem Mandat der EU eingesetzt sind.

Bei einer Fähigkeits- und Materialschau erklärten einige Soldaten der Bundestagsabgeordneten ihre Arbeitsgeräte und Aufgaben. Hierbei wurde die besondere Herausforderung des elektronischen Kampfes deutlich, im Zuge fortschreitender Digitalisierung auf modernen Gefechtsfeldern stets technologisch Schritt halten zu können.

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