Bewerbung der Frankenberger Praxis Eisfeld um Kassensitz abgelehnt

Zusätzlicher Arzt für Gemündener Gemeinschaftspraxis

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Verstärkung: Daniel Berg (vorne rechts) wird ab Januar die Kooperation der Gemündener Ärzte Dr. Frank Uffelmann (vorne links), Jochen Stenner (hinten links) und Dr. Walter Engelbert unterstützen. Katharina Koch ist dort als Weiterbildungsassistentin tätig. 

Frankenberg/Gemünden. Die Gemündener Gemeinschaftspraxis hat einen zusätzlichen Kassensitz erhalten, auf den auch der Frankenberger Hausarzt Eisfeld gehofft hatte. 

Eine gute Nachricht für Patienten in Gemünden, eine schlechte für Patienten in Frankenberg. Der Zusammenschluss der Gemündener Hausärzte hat von der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KV) einen zusätzlichen Kassensitz erhalten und stellt einen weiteren Arzt ein. Um den Sitz hatte sich auch der Frankenberger Hausarzt Stephan Eisfeld beworben und, wie berichtet, dafür schon eine Ärztin gewonnen. Daraus wird nun nichts, zumindest vorerst.

Der 40-jährige Daniel Berg wird ab Januar als angestellter Hausarzt die Überörtliche Berufsausübungsgemeinschaft (ÜBAG) der Gemündener Ärzte Dr. Walter Engelbert, Dr. Frank Uffelmann und Jochen Stenner unterstützen. Wie Dr. Frank Uffelmann auf HNA-Anfrage erläuterte, gibt es dann wieder vier Ärzte in der Wohrastadt, wie vor dem Ruhestand von Dr. Monika Stützer. Allerdings wohl nur für ein Jahr, denn Dr. Walter Engelbert (63) plane, 2020 in den Ruhestand zu gehen.

Budget für Versorgung

Ein weiterer Kassensitz ist für Praxen wichtig, um ein größeres Budget für die Versorgung der Patienten zu haben. Denn wenn sie, etwa wegen zu hoher Patientenzahl, ihr Budget überschreiten, erhalten sie dafür kein Entgelt.

Normalerweise müssen Ärzte für die Übernahme eines Kassensitzes Ablöse an den Vorgänger zahlen. Doch wenn kein Nachfolger gefunden wird, wie dies derzeit oft der Fall ist, vergibt die KV den Sitz kostenlos, so auch bei dem jetzigen Versorgungsauftrag.

Deshalb hatte sich auch der Frankenberger Hausarzt Stephan Eisfeld darum beworben. Ab April 2019 wollte er, wie berichtet, die Fachärztin Ayse Sarac einstellen. „Eine kleine Praxis wie meine kann sich neben den hohen Kosten für die Anstellung nicht auch noch eine Ablösesumme leisten“, erläuterte er der HNA.

Die Entscheidung für Gemünden begründet die KV auf HNA-Anfrage so: „Der Zulassungsausschuss, der unabhängig von der KV entscheidet und operiert, hat den Bewerber aus Gemünden für geeigneter gehalten.“ Dazu sagt Eisfeld: „In Gemünden ist der Notstand rechnerisch etwas größer und der neue Kollege startet früher.“

Doch auch in Frankenberger nimmt die Zahl der Hausärzte ab. Im Juli ging Dr. Gerd Freytag in den Ruhestand, nun folgt Dr. Peter Kirschner (Artikel unten), ohne einen Nachfolger gefunden zu haben. Aus Altersgründen werden in nächster Zeit noch weitere Hausärzte im Frankenberger Land in den Ruhestand gehen.

Lösungen im Blick

Aktuell besteht laut Statistik der KV im Planungsbereich Frankenberg noch eine leichte Überversorgung von 102 Prozent. Doch die KV habe auch die künftige Entwicklung im Blick, sagt Sprecher Karl Roth: „Uns ist bewusst, dass die hausärztliche Versorgung in Frankenberg derzeit durch die erfolgten bzw. bevorstehenden Praxisabgaben zumindest problematisch sind. Wir arbeiten derzeit unter Hochdruck an Lösungen und sehen uns durchaus auf gutem Weg, allerdings sind diese im Moment noch nicht spruchreif.“

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