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Frauen verdienen in Waldeck-Frankenberg deutlich weniger

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Von: Stefanie Rösner

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Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern sind in den vergangenen Jahren etwas gesunken; sie sind aber immer noch deutlich.
Die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern sind in den vergangenen Jahren etwas gesunken; sie sind aber immer noch deutlich. © Arno Burgi/dpa/pr

In Waldeck-Frankenberg verdienen Frauen, die im Landkreis leben, in sozialversicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigung im Schnitt 16,9 Prozent weniger Geld als Männer.

Damit steht der Landkreis neben dem Hochtaunuskreis hessenweit am Zweitschlechtesten da. Das geht aus dem in dritter Auflage vorgelegten Hessischen Lohnatlas 2022 hervor.

Die Lücken sind in solchen Landkreisen, die sich an den Rändern von Hessen befinden und nicht gut an die Infrastruktur von Autobahnen und Bahn angebunden sind, nach wie vor sehr hoch. Dazu gehört auch Waldeck-Frankenberg. Demgegenüber befinden sich die Lohnunterschiede in den Ballungszentren tendenziell im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Was die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern angeht, belegt beispielsweise die Stadt Kassel mit 5,9 Prozent hessenweit Platz 4 von 26. Der Durchschnittswert für Hessen beträgt 9,0 Prozent.

Die Lohnlücken haben sich während der Pandemie schneller verringert als in den Jahren zuvor. Das wird auf hohe Entgelte bei mehr hochqualifizierten Berufseinsteigerinnen, auf Kurzarbeit vor allem bei Männern sowie auf hohe Entgelte für Leiharbeit in Gesundheits- und Pflegeberufen zurückgeführt. Es wird jedoch deutlich, dass diese Entwicklung regional unterschiedlich stark ausgefallen ist. In einigen Kommunen zeigten sich im ersten Pandemiejahr 2020 besonders starke Rückgänge der Entgeltlücken, eine Dynamik, welche im zweiten Pandemiejahr 2021 wieder abnahm. Dazu gehört beispielsweise der Kreis Waldeck-Frankenberg.

Die Lohnlücke verringerte sich hier im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 um 2,3 Prozentpunkte; im Jahr 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozentpunkte. Männliche Beschäftigte mit deutscher Staatsangehörigkeit verdienten 2021 im Kreis 3657 Euro brutto; Frauen durchschnittlich 3031 Euro.

Die Größe der Lohnlücke variiert zwischen verschiedenen Berufssektoren, in welchen Männer und Frauen in Hessen tätig sind. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in sozialversicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigung mit akademischen Abschlüssen ist in Waldeck-Frankenberg mit 31,4 Prozent besonders hoch.

Seit 2012 werden in Hessen Lohnlücken zwischen Frauen und Männern in sozialversicherungspflichtiger Vollzeitbeschäftigung statistisch ermittelt. Damals lag die Lohnlücke in Waldeck-Frankenberg noch bei 24,8 Prozent.

Minderheit arbeitet in Vollzeit

Die vom Sozialministerium veröffentlichten Zahlen im Hessischen Lohnatlas beziehen sich nur auf sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte und nicht auf in Teilzeit oder geringfügig Beschäftigte. Der Frauenanteil bei diesen Vollzeitbeschäftigten in Waldeck-Frankenberg betrug im Jahr 2021 28,2 Prozent und lag damit unter dem Landesschnitt von 32,7 Prozent. Gut die Hälfte der berufstätigen Frauen im Kreis arbeitet nach Auskunft der Arbeitsagentur in Teilzeit.

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