Corona-Pandemie schränkt mögliche Besucherzahl stark ein

Freibäder in Waldeck-Frankenberg bleiben vorerst geschlossen

Vor der Freibad-Öffnung in Frankenberg: Schwimmmeister Manuel Emde (vorn), EGF-Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter (hinten links) und der Technische Leiter Thorsten Röder an dem noch nicht gereinigten Nichtschwimmer-Becken.
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Am noch nicht gereinigten Nichtschwimmer-Becken des Frankenberger Freibades: vorn Schwimmmeister Manuel Emde, dahinter (links) EGF-Geschäftsführer Karl-Heinz Schleiter der der Technische Leiter Thorsten Röder.

Waldeck-Frankenberg – In zwei Wochen beginnen die Sommerferien, ab Dienstag soll es sommerlich heiß werden – doch fast alle Freibäder in Waldeck-Frankenberg bleiben geschlossen. Warum?

„Wir folgen der Empfehlung des Landkreises“, sagt Karl-Heinz Schleiter, Geschäftsführer der Energie-Gesellschaft Frankenberg (EGF). Ein Grund dafür, dass die Freibäder im Landkreis – mit Ausnahme des Korbacher Bades – bisher nicht geöffnet sind, liege in den Hygiene- und Abstandsverordnungen zu Corona-Zeiten. In Zahlen: Ins 50-Meter-Schwimmerbecken des Frankenberger Freibades dürften derzeit maximal 166, ins Nichtschwimmerbecken 83 Personen, hat der Technische Leiter der EGF, Thorsten Röder, ausgerechnet. An heißen Tagen tummelten sich aber bisher schon über 1000 Personen im Frankenberger Freibad. Die Badeaufsicht müsse darauf achten, dass die Abstands- und Hygieneverordnung eingehalten wird – sowohl in den Schwimmbecken als auch auf der Liegewiese. „Wie soll das bei Kindern funktionieren?“, fragt Röder.

Nur kalt duschen

Freibadbesucher müssten sich anmelden. Sie dürften nur kalt duschen. Gemeinschafts-Umkleiden blieben geschlossen, jeder zweite Umkleideschrank ebenfalls. Toiletten müssten „ständig“ gereinigt werden, das Freibad müsste jeden Tag etwa zwei Stunden (vormittags) für Reinigungsarbeiten schließen. „Mit dem vorhandenen Personal ist das nicht zu machen“, war für Karl-Heinz Schleiter und Thorsten Röder schnell klar. Für die Einhaltung und Überwachung der Abstands- und Hygieneregeln bräuchte man pro Schicht sechs bis sieben Mitarbeiter zusätzlich. „Wo sollen die herkommen?“, fragt Schleiter. Und: Wenn jemand nicht mehr eingelassen wird, weil die Höchstzahlen erfüllt sind, dieser aber noch Platz auf der Liegewiese erspähe, „dann haben Sie die Randale.“

Am kommenden Mittwoch wollen Landkreis und die betroffenen Bürgermeister erneut über eine mögliche Öffnung der Bäder beraten. Bisher habe nur das Freibad in Korbach geöffnet, „weil die Korbacher ausreichend Personal haben“, sagt Karl-Heinz Schleiter.

Die Saison-Vorbereitung des Frankenberger Bades koste rund 30 000 Euro und würde etwa zweieinhalb Wochen dauern, schätzt Schwimmmeister Manuel Emde. Das Battenberger Freibad ist bereits gereinigt und mit frischem Wasser befüllt. Dort wartet Schwimmmeister Dirk Dornseif auf eine politische Entscheidung.

Edersee bietet Alternativen

Wo soll man sich an heißen Tagen abkühlen? Was sollen Kinder machen, wenn Familien Corona-bedingt nicht verreisen können? Der Edersee bietet eine Alternative. „Am Rehbach kann gebadet werden“, sagt Uli Klein, Sprecher der Gemeinde Edertal. „Die Badestellen am Waldecker Strandbad und an der Liegewiese auf Scheid sind geöffnet“, so Waldecks Bürgermeister Jürgen Vollbracht auf Anfrage. Beide weisen auf die „üblichen Kontakt- und Hygienebedingungen“ hin.

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