Angebote im Internet statt Ausstellungen vor Ort

Korbacher Bonhage-Museum in der Corona-Pandemie: Leiter vermisst die Besucher

Modell: Die Online-Ausstellung, die auf der Homepage des Korbacher Museums zu finden ist, beschäftigt sich mit der „MS Korbach“. Vier Monate und drei Tage dauerte im Jahre 1964 die Fahrt eines Matrosen auf dem Schiff. Was dieser damals erlebt hat, erfahren Interessierte online in einem Bericht mit vielen
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Modell: Die Online-Ausstellung, die auf der Homepage des Korbacher Museums zu finden ist, beschäftigt sich mit der „MS Korbach“. Vier Monate und drei Tage dauerte im Jahre 1964 die Fahrt eines Matrosen auf dem Schiff. Was dieser damals erlebt hat, erfahren Interessierte online in einem Bericht mit vielen

Spürbar weniger Besucher, finanziell aber trotzdem nicht so stark angeschlagen wie andere kulturelle Einrichtungen: Dem Wolfgang-Bonhage-Museum in Korbach gelingt es bislang, einigermaßen gut durch die Corona-Pandemie zu kommen.

Korbach - Dennoch ist Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen alles andere als glücklich – er wünscht sich, in absehbarer Zeit wieder mehr Menschen in seinem Haus begrüßen zu können.

„Wir hatten 2020 wie alle Museen deutlich weniger Besucher. Neben den Schließungszeiten durch die beiden Lockdowns machte sich bemerkbar, dass vor allem Museumsbesuche von Schulklassen, Kindergartengruppen, Jugendherbergsgruppen, aber auch Erwachsenengruppen, nicht möglich waren“, sagt er im Gespräch mit der WLZ und fügt hinzu: „Nach dem erfolgreichen Start mit der Mitmach-Ausstellung ,Gib Stoff’, die sehr gut angenommen wurde, ist es natürlich enttäuschend, dass dieser Trend nicht fortgesetzt werden konnte.“

Zugenommen habe dagegen 2020 der Besuch an der Korbacher Spalte und im Kalkturm, was zeige, dass die Besucher während der Pandemie vor allem Outdoor-Angebote nutzten. „Natürlich konnten auch keine Vorträge, Kindergeburtstage oder Führungen angeboten werden. Wir hoffen, dass die nun fast einjährige Unterbrechung nicht dazu führt, dass diese Angebote nach dem Ende der Pandemie erst wieder mühsam aufgebaut und öffentlich gemacht werden müssen“, so Völcker-Janssen.

Trotz des deutlichen Rückgangs bei den Besucherzahlen sind die Einnahmen nach Auskunft des Museumsleiters im vergangenen Jahr nicht so stark eingebrochen. „Eine Erklärung könnte sein, dass im Sommer und im Herbst mehr Einzelbesucher und Familien das Museum besucht haben“, sagt Völcker-Janssen. Durch weniger Ausstellungen und Veranstaltungen seien jedoch nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Ausgaben entsprechend gesunken. Insofern bleibe das Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben in einem vertretbaren Rahmen. „Entscheidender sind aber die Wahrnehmung unseres Bildungsauftrages und die Freude, die wir unseren Besuchern, vor allem den Jüngeren, bereiten können“, betont der Museumsleiter.

Dr. Wilhelm Völcker-Janssen

In diesem Zusammenhang weist Dr. Wilhelm Völcker-Janssen darauf hin, dass die im November neu ins Programm aufgenommene Ausstellung „In Zeiten von Corona“ derzeit nicht gezeigt werden könne. „Außerdem findet auch die ab Februar geplante Ausstellung zum 100. Todestag von Louis Peter nicht statt. Diese wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Darüber hinaus wollen wir Ausstellungen, die schon 2020 verschoben werden mussten, nachholen. Eine genaue Terminplanung ist aber derzeit leider nicht möglich“, berichtet der Leiter des Wolfgang-Bonhage-Museums.

Die vielen Wochen, in denen die Einrichtung geschlossen ist, würden aber sinnvoll genutzt. „Um nach der Wiedereröffnung die neu erworbene Goldsammlung Kulick zeigen zu können, haben wir die Goldabteilung umgestaltet. Daneben nutzen wir die Zeit intensiv, um magazinierte Bestände zu sichten, zu sortieren und nachzuinventarisieren. Das sind alles Arbeiten, die wichtig sind, für die aber während des Ausstellungsbetriebs zumeist zu wenig Zeit ist. Zudem stehen die Bewerberauswahl für die Nachfolge der Museumsleitung und die Vorbereitung für die Übergabe an“, berichtet der scheidende Museums-Chef.

Er hofft darauf, dass das gesellschaftliche Leben relativ schnell wieder in eine gewisse Normalität zurückgeführt werden kann. „Wann das sein wird, darüber kann man derzeit nur spekulieren. Wir stehen aber für eine kurzfristige Öffnung bereit.“

Online-Ausstellungen

In Corona-Zeiten bietet das Bonhage-Museum in Korbach zwei Online-Ausstellungen an. Themen sind der Starfighter-Absturz über Korbach und das Frachtschiff „MS Korbach“ (Kohlen für Leningrad, Bären für Algier, Orangen für Hamburg). Zu finden sind die Online-Ausstellungen hier.

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