Reaktionen nach dem Ergebnis der Kommunalwahl

Neues Stadtparlament in Korbach: Freude und Enttäuschung bei den Fraktionen

Auszählung der Stimmen: Im Wahllokal „Schule am Enser Tor“ in Korbach hatten die Wahlhelferinnen und -helfer einiges zu tun.
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Auszählung der Stimmen: Im Wahllokal „Schule am Enser Tor“ in Korbach hatten die Wahlhelferinnen und -helfer einiges zu tun.

Starke Zugewinne bei den Grünen, schmerzhafte Stimmenverluste bei der SPD und ein neues Kräfteverhältnis bei der Mandatsverteilung in der Stadtverordnetenversammlung: So lässt sich das Ergebnis der Kommunalwahl in Korbach zusammenfassen.

Wir fragten bei den Fraktionen nach, wie sie das Ergebnis einordnen.

CDU

Heinz Merl, CDU

Die CDU stellt mit acht Sitzen die stärkste Fraktion. „Dass sich der negative Bundestrend der CDU sowie die Stimmenverluste bei den Wahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg nicht auf unser Wahlergebnis niedergeschlagen haben, ist positiv. Wir sehen das Ergebnis als Bestätigung für unseren klaren politischen Kurs sowie die gute Zusammenarbeit mit den anderen Fraktionen“, sagt Heinz Merl (CDU). Die Christdemokraten haben rein rechnerisch Anspruch auf zwei Sitze im Magistrat, darunter wäre der Erste Stadtrat. Die Besetzung könnte auch Einfluss darauf haben, ob der polarisierende Tyche Feddersen ins Parlament nachrückt. Die CDU könnte auch den Stadtverordnetenvorsteher stellen. Doch mit Blick auf Personalentscheidungen – auch bei der Frage, ob er wieder Fraktionschef wird – hält sich Merl bedeckt. „Das werden die kommenden Gespräche in der Fraktion ergeben.“

SPD

Henrik Ludwig, SPD

„Ich habe unterschätzt, wie stark sich der negative Trend für die SPD auf Bundes- und Landesebene auf die Kommunalpolitik auswirkt“, sagt ein enttäuschter Henrik Ludwig, der trotz des schlechten Wahlergebnisses der SPD in Korbach von seiner Fraktion einstimmig als Vorsitzender wiedergewählt worden ist. Die Korbacher SPD hat jetzt nur noch sieben statt zehn Sitze im Parlament, im Magistrat büßt sie einen Sitz ein und kommt nur noch auf zwei. Als nicht mehr stärkste Fraktion muss die SPD damit rechnen, dass sie in Zukunft nicht mehr den Stadtverordnetenvorsteher und Ersten Stadtrat stellt. „Damit müssen und werden wir leben. Wichtiger ist, dass wir in Zukunft stärker Themen für jüngere Menschen setzen und diese auch vertreten. Viele junge Menschen finden in der SPD keine politische Heimat mehr“, so Ludwig.

Freie Wähler

Kai Schumacher, Freie Wähler

„Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass wir einen Sitz hinzugewonnen haben und nun auf sechs kommen“, sagt Kai Schumacher von den Freien Wählern, der von seiner Fraktion auch als Vorsitzender wiedergewählt wurde. Rein rechnerisch erhalten die Freien Wähler auch einen zusätzlichen Sitz im Magistrat und kommen auf zwei Sitze. „Wir werden den Anspruch wahrnehmen und haben schon Personen, die gerne in den Magistrat wollen“, so Schumacher. Er signalisierte damit, dass man nicht gewillt sei, den Sitz gleich wieder abzugeben – was durch eine Aufstellung einer gemeinsamen Liste mit anderen Fraktionen möglich wäre. Im Parlament wolle man gemeinsam mit den anderen Fraktionen – ohne Koalitionsdenken – weiter „vernünftige Politik für Korbach machen“.

Grüne

Heike Kramer, Grüne

„Das wir zu unseren drei Sitzen zwei hinzugewonnen und insgesamt ein starkes Ergebnis erzielt haben, freut uns. Es zeigt, dass unsere Themen „Klima- und Umweltschutz“, „Fahrradwege“ sowie eine in die Zukunft gerichtete Politik für Korbach für viele Menschen wichtig sind“, sagt Heike Kramer (Grüne). Daran wolle sie auch die übrigen Fraktionen erinnern. „Im Wahlkampf hatten sich auch viele unserer Mitstreiter den Klima- und Umweltschutz auf die Fahne geschrieben.“ Mit dem starken Wahlergebnis im Rücken, dem erneuten Magistrats-Sitz sowie den fünf Mandaten im Parlament erhoffe sie sich, dass die Grünen in der Korbacher Kommunalpolitik künftig stärker gehört werden.

FDP

Bernd Richter-Schluckebier, FDP

„Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden. Wir behalten unsere drei Sitze im Parlament, den einen im Magistrat und können gemeinsam mit den übrigen Fraktionen in bewährter und guter Manier für die Korbacherinnen und Korbacher arbeiten“, sagt Bernd Richter-Schluckebier (FDP). Dies sei wichtig. „Wenn man sich im Parlament mal ärgert, dann bitte nur, weil man einen guten Antrag nicht selber gemacht hat. Dies sollte wiederum nicht dazu führen, dass man dem Antrag dann nicht zustimmt. Es geht nicht um Parteipolitik, sondern um das Beste für Korbach.“

Aktive Bürger

 Axel Krüer, Aktive Bürger

„Wir hatten gehofft, dass wir im Parlament künftig drei Sitze haben. Dass es bei zweien geblieben ist, sorgt bei uns trotzdem für Zufriedenheit. Wir möchten uns für das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler bedanken“, sagt Axel Krüer von den Aktiven Bürgern, der auch in Zukunft den Posten des Fraktionschefs ausüben wolle. Krüer betont zudem, dass er sich einen Einzug von Tyche Feddersen ins Parlament wünschen würde, auch wenn dies nicht danach aussehe. „So würden Leben und auch mal andere politische Ansätze in die Bude kommen“, sagt er.

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