Winterdienst kam mit Räumen nicht so zügig voran, wie von vielen erwartet

Frust nach dem Schneechaos in Bad Wildungen

Nach einer Woche noch unter einer Schneedecke: Ein Blick in die Lindenstraße in der Bad Wildunger Altstadt, aufgenommen am Sonntag.
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Nach einer Woche noch unter einer Schneedecke: Ein Blick in die Lindenstraße in der Bad Wildunger Altstadt, aufgenommen am Sonntag.

Bad Wildungen – Schneeberge am Fahrbahnrand, zugeschneite Gehwege, Straßen, die erst nach Tagen geräumt wurden – dieses Bild bot sich nach dem schneereichen Wintereinbruch in Bad Wildungen.

  • Der Wintereinbruch mit großen Schneemengen innerhalb weniger Tage stellte den Winterdienst in Bad Wildungen vor große Herausforderungen.
  • Tief verschneite Straßen wurden nach einem Prioritätsplan geräumt, viele Gehwege waren erst nach Tagen passierbar.
  • Anwohner kritisieren, dass der Winterdienst zu lange brauchte, um die Wege und Straßen zu räumen.

Heftige Kritik übten Anwohner am städtischen Winterdienst, der mit dem Räumen nicht so zügig wie erwartet voran kam. Im Rathaus und am Bauhof beschwerten sich zahlreiche Anrufer.

Bürgermeister Gutheil: „Wir waren einfach mit der Lage überfordert“

Bei winterlicher Witterung waren viele Straßen oder Gehwege im Stadtgebiet zeitweise nur eingeschränkt passierbar. In der Altstadt lag der Schnee besonders lange, Senioren mit Rollatoren hatten kaum keine Chance, da durchzukommen. Die Bushaltestelle Fischhaus/Marktplatz und einige Parkplätze wurden erst am Mittwoch, 17. Februar, geräumt.

Die Schneemengen, die innerhalb kurzer Zeit gefallen waren, stellten den Bauhof vor eine große Herausforderung, bekannte Bürgermeister Ralf Gutheil. „Wir waren einfach mit der Lage überfordert.“

In Stadtteilen kamen die Minitraktoren nicht mehr durch

Alle acht Räumfahrzeuge waren täglich im Einsatz, zusätzlich zehn Fußtrupps, die per Hand Schnee schoben. Mitarbeiter des Bauhofs wurden unterstützt von Stadtgärtnern und Schreinern, die Wege im Landesgartenschaugelände und im Kurpark räumten. Bei Dauerschneefall war der Winterdienst überall „ein Kampf gegen Windmühlen“, sagte Gutheil. „In den Stadtteilen kamen die Minitraktoren nicht mehr durch.“ Gehwege wurden per Hand geräumt. In der Kernstadt hatten die Hauptverkehrsstraßen Priorität, wie die Zubringer zum Krankenhaus.

Die Mitarbeiter hätten ihr Bestes gegeben, bescheinigt der Bürgermeister. Allgemein sei indes zu beobachten, dass die Erwartungshaltung von Bürgern gegenüber der Stadt immens gestiegen sei. Andererseits kämen auch Hauseigentümer oft nicht ihrer Räum- und Streupflicht vor ihren Grundstücken nach.

Nach heftiger Kritik mit dem Räumdienst auf Tour gefahren

Massive Beschwerden habe eine Wildungerin vorgebracht. Sie habe dann das Angebot des Bauhofs angenommen und sei mit dem Räumdienst morgens ab 3.30 Uhr mit auf Tour gefahren. Das hätte ihre Meinung gravierend verändert, sagte Gutheil. Sie sehe die Arbeit der Bauhof-Mitarbeiter jetzt unter anderen Gesichtspunkten. Die Frau habe sich nach Ende der Fahrt für ihre heftige Kritik entschuldigt.

Andere Beschwerdeführer führten gute Beispiele aus Nachbarstädten an – unter anderem aus Bad Arolsen. Dort unterstützten Landwirte die Räumkommandos. Gutheil kontert: „Das passiert bei uns von ganz allein – in den Stadtteilen. Da funktioniert diese Hilfe reibungslos.“

Gutheil: Nicht in Ungedanken ausgeholfen

Auch den Einsatz einer Schneefräse wie in Korbach (WLZ berichtete) hätten sich Wildunger in ihrer Stadt gewünscht. „In Korbach mussten damit die Wege zum Impfzentrum frei geräumt werden,“ informierte der Bürgermeister. Einen ähnlich intensiven Arbeitseinsatz gab es auch in Bad Wildungen vor der Wandelhalle. Für den Corona-Impftermin vor Ort mussten die tief verschneite Zufahrt und Fußwege zur Wandelhalle gründlich geräumt werden. Auch dies band Arbeitskräfte – andere Straßen mussten warten.

In Wildungen kursierte laut Gutheil das Gerücht, die Stadt habe auf Bitten der Kommune Fritzlar in Ungedanken beim Winterdienst ausgeholfen. Das stimme nicht. „Fritzlar hat angefragt, aber wir haben das abgelehnt.“

Jetzt bringen steigende Temperaturen den Schnee zum Schmelzen, und das Tauwetter löst manches Probleme über Nacht von ganz allein. (Conny Höhne)

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