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Für Katastrophenschutz in Twistetal neu gerüstet

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Von: Armin Haß

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Ehrungen und Beförderungen bei der Feuerwehr Twistetal. Links Landtagsabgeordneter Jan-Wilhelm Pohlmann, daneben Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese sowie Markus Pottoff (Kreisjugendfeuerwehrverband, 7. von links), Gemeindebrandinspektor Stefan Rößner (2. von rechts) und Bürgermeister Stefan Dittmann (rechts).
Ehrungen und Beförderungen bei der Feuerwehr Twistetal. Links Landtagsabgeordneter Jan-Wilhelm Pohlmann, daneben Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese sowie Markus Pottoff (Kreisjugendfeuerwehrverband, 7. von links), Gemeindebrandinspektor Stefan Rößner (2. von rechts) und Bürgermeister Stefan Dittmann (rechts). © Armin Haß

Ein neues Katastrophenschutzfahrzeug wurde beim Ehrenamtstag der Freiwilligen Feuerwehr Twistetal übergeben.

Twistetal – Das neue Katastrophenschutzfahrzeug LF 10 KS hat alles, was an zeitgemäßer Ausrüstung gefordert wird, sogar ein Hygiene-Board mit Rasierspiegel: So können Atemschutzgeräteträger ihrem Bart mit einem Elektrorasierer zu Leibe rücken, um die Maske im Einsatzfall dicht zu bekommen.

Das kostet das Fahrzeug

Die Übergabe des LF 10 KS war am Samstag Höhepunkt des Feuerwehr-Ehrenamtstags an und in der Mehrzweckhalle Twiste. Das mit Allradantrieb auch für unwegsames Gelände ausgestattet Fahrzeug kostete insgesamt 290 000 Euro. Das Land hat 120 000 Euro für die Anschaffung bereitgestellt, die vor vier Jahren vorbereitet wurde.

Nach Vorgaben des Landes hat die Feuerwehr Twistetal die Ausrüstung eingebaut. Die Geräte, wie etwa die Motorsäge oder der Trennschleifer, sind alle mit Akkus betrieben. An Bord ist auch eine Tragkraftspritze, die mit einem Verbrennungsmotor ausgerüstet ist.

Neun Plätze in Fahrerkabine

Die Fahrerkabine bietet Platz für neun Feuerwehrleute. Zwei können direkt am Sitz Atemschutzgeräte anlegen. Zwei weitere Geräte sind im Ausrüstungsbereich griffbereit installiert worden. Damit auch weniger groß gewachsene Feuerwehrleute an die oberen Fächer herankommen, wurde kurzfristig eine Metallschiene nach den geltenden Vorschriften zusammengeschweißt, die auf die vorhandenen Trittbretter aufgelegt werden kann.

Mit 9800 Euro schlägt zusätzlich eine Fernbedienung für den Leuchtmasten an Bord zu Buche. Das Fahrzeug ist umfassend ausgestattet und steht neben dem Mannschaftstransportfahrzeug der örtlichen Feuerwehr für alle Einsätze zur Verfügung. Eingebunden in die Planung des Katastrophenschutzes, steht das LF 10 KS aber auch für überregionale Einsätze bereit.

Ringtausch mit Ober-Waroldern

Die Kameraden vor Ort sind entsprechend ausgerüstet und ausgebildet. Nicht nur beim Hochwasser im vorigen Jahr, sondern auch beim Elbehochwasser waren Twistetaler Feuerwehrleute im Rahmen des Katastrophenschutzes im Einsatz.

Das 26 Jahre alte LF 8/6 der Feuerwehr Mühlhausen wurde im Ringtausch an die Wehr in Ober-Waroldern ausgeliefert, wo es nach den Worten von Bürgermeister Stefan Dittmann „hoffentlich noch einige Jahre“ bereitsteht. Dort wird das Feuerwehrhaus saniert.

Möglichkeit gut genutzt

Fast alle sieben Ortsteile sind nun aktuell ausgerüstet, wie der stellvertretende Gemeindebrandinspektor Marc Wäscher bei einer Besichtigung des neuen Fahrzeugs berichtete. Nachholbedarf bestehe jedoch noch bei verschiedenen Gerätehäusern.

Bürgermeister Dittmann äußerte sich erfreut über die gute Beteiligung der Feuerwehren am ersten Ehrenamtstag, der nach dem coronabedingten Ausfall von zwei Generalversammlungen eine Möglichkeit zur Begegnung bot. Die Feuerwehrleute seien bestens ausgebildet, die Brandschutzerziehung vor Ort biete einen gute Gelegenheit zum späteren Einstieg in die Jugendwehr und dann in die Einsatzabteilungen. Gemeindebrandinspektor Stefan Rößner unterstrich, dass die Feuerwehren in den vergangenen zwei Jahren der Corona-Pandemie einsatzbereit gewesen seien und trotz aller Schwierigkeiten keine Austritte verzeichnet worden seien.

Das sichert Zusammenhalt

Er dankte für die Unterstützung durch die Familien. Dittmann hob zudem hervor, dass viele Unternehmen die Feuerwehren unterstützten.

In einer Gesellschaft, die brüchiger werde, sicherten die Vereine und besonders die Feuerwehren den Zusammenhalt, sagte Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese. Landtagsabgeordneter Jan-Wilhelm Pohlmann erinnerte an das Hochwasser 2021 in der Region, bei dem die heimischen Wehren Hilfe leisteten.

Übergabe des Katastrophenschutzfahrzeugs, von rechts: Bürgermeister Stefan Dittmann, Wehrführer Daniel Brommana, Gemeindebrandinspektor Stefan Rößner, Wehrführer Karl Wilke.
Übergabe des Katastrophenschutzfahrzeugs, von rechts: Bürgermeister Stefan Dittmann, Wehrführer Daniel Brommana, Gemeindebrandinspektor Stefan Rößner, Wehrführer Karl Wilke. © Armin Haß

Die Feuerwehren seien in Twistetal tief verwurzelt in der Bevölkerung, so der Vorsitzend des des Kreisjugendfeuerwehrverbandes, Markus Potthoff. Er lobte die Unterstützung bei der Ausrichtung des Jugendzeltlagers in Berndorf und die Leistungsfähigkeit der Wehren.

Medaillen überreicht

Der Ehrenamtstag bot auch die Gelegenheit für Ehrungen: Die goldene Katastrophenschutzmedaille des Landes bekam Ludger Krouhs für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft in der Einsatzabteilung. Für zehn Jahre wurde Marc Krouhs mit der Medaille in Bronze ausgezeichnet.

Die Floriansmedaille in Silber bekam der frühere Jugendwart Carsten Kesting.

Beförderungen

Beförderungen in Gembeck: Oberfeuerwehrmann bzw. - frau wurden Sissi Sophie Kuhaupt, Johanna Fortak, Matthias Wilhelmi, Jonas Nowotny und Thorsten Bunte, Hauptfeuerwehrmann: Michael Stede und Frank Merhof, Oberlöschmeister Hendrik Fischer.

Ober-Waroldern: Oberfeuerwehrfrau Vanessa Figge, Hauptfeuerwehrmann Sebastian Tent. Berndorf: Hauptfeuerwehrmann Marten Schäfer. Nieder-Waroldern: Feuerwehrmann Henrik Biermann, Oberfeuerwehrfrau Elisa Schiller, Lara Elspaß und Lisa Elspaß, Oberfeuerwehrmann Cedric Vesper, Oberbrandmeister Stefan Fister. Mühlhausen: Feuerwehrmann Jan Neumann, Oberfeuerwehrmann Leon Hampe, Brandmeister Hendrik Wilke.

Von Armin Haß

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