Faszination Oldtimer: Zuverlässig und ans Herz gewachsen

Für Ralph Busch ist sein Manta Ausdruck eines Lebensgefühls

Windschnittig, zeitlos: Ralph Busch aus Landau ist stolz auf seinen 37 Jahre alten Opel Manta B GT/E mit Frontspoiler und natürlich einem H-Kennzeichen.
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Windschnittig, zeitlos: Ralph Busch aus Landau ist stolz auf seinen 37 Jahre alten Opel Manta B GT/E mit Frontspoiler und natürlich einem H-Kennzeichen.

Das Thema Mobilität begeistert viele Menschen. Eine große Faszination üben zunehmend Oldtimer aus, auch in unserer Region. In der Serie „Faszination Oldtimer“ stellen wir Besitzer mit ihren betagten, aber charmanten Fahrzeugen vor.

Bad Arolsen-Landau – Ralph Busch hat in seinem Autofahrerleben und in seinem Beruf als Kfz-Mechaniker schon viele Fahrzeuge gesteuert. Besonders ans Herz gewachsen ist ihm aber nur sein silberner Manta B GT/E, den er vor 37 Jahren als Neuwagen für 21.000 D-Mark gekauft hat und seitdem wie seinen Augapfel hütet.

Niemand außer ihm darf den Wagen lenken, auch nicht seine Frau oder sein Sohn. Der Manta wurde stets gut gepflegt, ist technisch in Ordnung, und wird immer noch regelmäßig gefahren.

Heckspoiler abmontiert

Sämtliche Rechnungen für alle Reparaturen an seinem Manta hat der 60-Jährige aufbewahrt. Dabei hat er die meisten Wartungsarbeiten und Umbauten selber erledigen können. Als Erstes wurde der Heckspoiler abgebaut und ein Dachspoiler von Hintermeier eingebaut. Der Frontspoiler und die Seitenschweller gehören zur Original-Ausstattung.

Manta, Manta: Ralph Busch poliert den schwarzen Rochen auf der Motorhabe seines Opel Manta GT.

Das kann man aber nicht von der Cola-Dose sagen, die Ralph Busch als Deko-Objekt über den Scheibenwischermotor geschoben hat. Die Anregung zu diesem Spaß stammt aus einem amerikanischen Road-Movie. Das trifft auch auf das ungewöhnliche Design des Schaltknüppels zu.

Schaltknüppel aus Zündapp-Kolben

Den hat Ralph Busch nämlich mit dem Kolben seiner alten Zündapp 50 aufgemotzt. „Das habe ich in dem Film „American Graffiti“ gesehen und hat mir gleich gefallen.“ Die Zündapp hatte einen Kolbenfresser und bekam so eine Chance auf ein zweites Leben.

Und als Busch schon einmal im Innenraum Hand anlegte, hat er die Innenauskleidung auf Silber-Grau gewechselt. 1997 hat er einen geregelten Kat eingebaut, der aber nach Absprache mit dem TÜV inzwischen wieder ausgebaut wurde. Bei Oldtimer-Fahrzeugen funktioniert die nachgerüstete Abgasregelung nämlich nicht optimal.

Nockenwelle und Einspritzpumpe aufgerüstet

Der Manta wurde schon dreimal tiefer gelegt, einmal und 40, dann um 60 Millimeter. Vor der großen Fahrt nach England hat Busch das Fahrgestell dann aber wieder höher geschraubt, um beim Auf- und Abfahren auf die Fähren nirgendwo aufzusetzen. Die große England-Fahrt 2014 war mit 3500 Kilometern bisher die längste Tour, die der 115-PS-Motor ohne Mucken geschafft hat. Insgesamt hat der Manta schon 286.000 Kilometer auf dem Tacho.

Auch am Motor hat Ralph Busch schon geschraubt. Einen neuen Flächenkrümmer, eine neue Nockenwelle und eine neue Einspritzpumpe (Lexmaul Ram-Induction) hat Busch schon eingebaut. „Nach 22 Jahren hat der Manta erstmals einen Mangel wegen Schwitzöl bescheinigt bekommen. Ansonsten alles tip-top“, freut sich Busch.

Ich mag keine Mantaplatta

Weil er den Kult um seinen Manta so liebt, hat Ralph Busch gleich zugegriffen, als er vor Jahren ein Filmplakat für den deutschen Road-Movie „Manta“ auf einem Flohmarkt sah.

„Westernstiefel, die berüchtigten Mantaletten, habe ich aber nie getragen und meine Frau heißt auch nicht Gabi und sie ist auch keine Friseuse“, lacht Ralph Busch und er bekennt: „Ich mag auch keine Mantaplatte. Currywurst ja, aber keine Pommes mit Mayo.“

Ersatzteile im Regal, aber bisher nicht gebraucht

Auf der Motorhaube prangt ein kleiner, stilisierter, schwarzer Mantarochen. Und auf der Rückbank liegt ein Fuchsfell: „Ich konnte keinen Fuchsschwanz an die Antenne hängen, weil der Wagen keine Außenantenne hat.“ Dafür aber trägt Busch kleine Mantarochen in Gold als Kettenanhänger: „Und für besondere Anlässe habe ich auch Manschettenknöpfe von Opel.“ Ein paar Mal hat er beim Manta-Club in Breuna vorbeigeschaut. Manta-Freunde halten zusammen und helfen sich mit den Ersatzteilen.

Ralph Busch hat aber auch selber schon vorgesorgt. Vor Jahren hat er einen baugleichen Manta ausgeschlachtet und sich die gängigsten Ersatzteile zurechtgelegt. Seit 1991 hat er eine nagelneue Benzinpumpe im Regal liegen. Aber die Original-Pumpe im Manta tut immer noch gute Dienste. „Wahrscheinlich ist durch das lange Liegen jetzt die Ersatzpumpe kaputt.“ Inzwischen gönnt Busch seinem Manta regelmäßig eine Winterpause, damit nicht unnötig Salz an den Wagen kommt. Vor dem Überwintern wird aber noch mal vollgetankt: Sonst rostet mir noch der Tank durch.“ (Elmar Schulten)

Blick aufs Cockpit: Lederlenkrad, viele Kontrollanzeigen und ein ganz ungewöhnlicher Schaltknauf, selbst gebastelt aus dem Kolben eines Zündapp-Motorrads.

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