Landrat reagiert auf HNA-Bericht

Funklöcher in Waldeck-Frankenberg: Landkreis „nicht zuständig“

Nicht in allen Orten in Waldeck-Frankenberg gibt es ausreichenden Mobilfunkempfang. Nach einem HNA-Bericht hat sich der Landkreis zu dem Thema geäußert. archiv
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Nicht in allen Orten in Waldeck-Frankenberg gibt es ausreichenden Mobilfunkempfang. Nach einem HNA-Bericht hat sich der Landkreis zu dem Thema geäußert. archiv

Nach Kritik an der Mobilfunk-Abdeckung in Waldeck-Frankenberg hat sich der Landkreis in einer Stellungnahme zu dem Thema geäußert. Auslöser der Diskussion war die Impfnachrücker-Plattform des Landkreises.

Waldeck-Frankenberg – „Es ist nicht die primäre Aufgabe des Landkreises, Löcher im Mobilfunknetz zu schließen und eine lückenlose Abdeckung zu garantieren“. Mit diesen Worten reagierte Landrat Dr. Reinhard Kubat auf die Kritik von Bürgern, die sich nicht auf der Impfnachrücker-Plattform des Landkreises registrieren lassen konnten, weil sie an ihren Wohnorten mangels Netzabdeckung keine SMS empfangen können. Die Benachrichtigung potenzieller Impfnachrücker erfolgt jedoch automatisiert auf diesem Weg.

In einem HNA-Bericht hatte eine Leserin aus Altenlotheim darauf hingewiesen, dass sie die SMS für die Impfnachrücker nicht erhalten könne, weil es in dem Frankenauer Stadtteil ein Funkloch gebe (siehe Hintergrund rechts). Auch in anderen Orten im Landkreis gibt es schlechten oder gar keinen Handyempfang.

Landkreis: Mobilfunk ist Bundesthema

Mobilfunk sei ein Bundesthema, das grundsätzlich auf Bundesebene bearbeitet werde, teilte der Landkreis am Dienstag in seiner Pressemitteilung mit. Zuständige Behörde sei die Bundesnetzagentur. Das Land Hessen habe sich des Themas angenommen und ein Förderprogramm zum Schließen der „Weißen Flecken“ aufgelegt.

„Waldeck-Frankenberg war der erste Landkreis, der sich mit dem Land in Verbindung gesetzt hat, um die Möglichkeiten dieses Förderprogramms auszuloten“, teilte die Kreisverwaltung mit. Im Dezember 2020 hätten Landrat Dr. Reinhard Kubat und Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese mit allen Bürgermeistern der Städte und Gemeinden Waldeck-Frankenbergs vereinbart, dass der Landkreis federführend tätig sein werde, um die ersten vorbereitenden Schritte umzusetzen.

Bevor es zu einer Förderung eines Mobilfunkstandortes kommen könne, sei es notwendig, ein Markterkundungsverfahren durchzuführen. Dieses sei für Waldeck-Frankenberg im Februar gestartet und am 7. Mai beendet worden. Die Auswertung werde in Kürze erfolgen. Erst dann sei die rechtliche Grundlage geschaffen, um Fördergelder zum Bau von Mobilfunkmasten in Anspruch nehmen zu können.

Kubat: „Ein persönliches Anliegen“

„Bis vor kurzem war es also überhaupt keine Aufgabe des Landkreises, sich um den Mobilfunkempfang zu kümmern“, schreibt der Kreis. Gleichwohl habe sich Landrat Dr. Kubat als Gesellschafter der Breitband Nordhessen seit vielen Jahren dafür eingesetzt, dass dieses Thema auf Nordhessenebene in Angriff genommen werde. „Es ist mir ein ganz persönliches Anliegen, den Landkreis und unsere Region technologisch voranzubringen und ich habe dabei eine breite Unterstützung in den politischen Gremien“, betont Kubat.

„Mit der Breitband Nordhessen haben wir gemeinsam mit unseren Nachbarkreisen eine der größten Technologieoffensiven in der EU gestartet, um im ländlichen Raum eine weitgehende Abdeckung mit schnellem Internet sicherzustellen.“

Landrat Dr. Reinhard Kubat

„Mit der Breitband Nordhessen haben wir beispielsweise gemeinsam mit unseren Nachbarkreisen eine der größten Technologieoffensiven in der EU gestartet, um im ländlichen Raum eine weitgehende Abdeckung mit schnellem Internet sicherzustellen.“

Man habe in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte erzielt, ohne jedoch aufgrund besonderer topographischer und siedlungstechnischer Gegebenheiten eine 100-prozentige Abdeckung erreichen zu können. Dies bleibe aber das Ziel, auch wenn der Anschluss jedes einzelnen Hauses irgendwann finanzielle Dimensionen erreiche, die nicht mehr vertretbar oder verhältnismäßig erschienen.

Der Landkreis verstehe sich als Taktgeber und Koordinator in diesem Prozess, aber er erwarte auch, dass sich die Bürger sorgfältig über Zuständigkeiten und Aufgabenverteilungen informierten, heißt es in der Mitteilung. Das könne das Erreichen der angestrebten Ziele oft enorm beschleunigen.

IHK sucht Funklöcher

Auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg hat sich dem Thema Mobilfunk und Funklöcher angenommen und eine Initiative zur Funkloch-Suche in Nordhessen gestartet.

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