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Künftiger Lehr- und Erlebnispfad am Diemelsee lädt Besucher ein zu einer „Entdeckerreise“

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Visualisierung des  österreichischen Büros „pronatour“ für den neuen Lehr- und Erlebnispfad am Diemelsee: Am „Entdeckerpunkt Leben im Bach“: Besucher schreiten durch eine „Lupe“ und erreichen das Bachufer. Der Erlebnispfad will Naturwissen spannend vermitteln.
Am „Entdeckerpunkt Leben im Bach“: Besucher schreiten durch eine „Lupe“ und erreichen das Bachufer. Der künftige Lehr- und Erlebnispfad am Diemelsee will Naturwissen spannend und spielerisch vermitteln. © pronatour/Naturpark Diemelsee

Einen neuen Lehr- und Erlebnispfad will der Naturpark Diemelsee zwischen Giebringhausen und Heringhausen errichten, damit verbunden ist eine Versuchsfläche für den „Wald der Zukunft“. Gäste können dort auf „Entdeckerreise“ gehen.

Diemelsee – Der Naturpark-Mitarbeiter Karl Briehl stellte das Projekt am Freitag in der Flechtdorfer Aartalhalle den Diemelseer Gemeindevertretern vor – sie nahmen es „zustimmend zur Kenntnis“.

Der Naturpark sei in ganz Deutschland ein beliebtes Reiseziel, sagte Briehl. Es gebe einen hohen Waldanteil in der Natur und eine „hervorragende Wander-Infrastruktur“. Doch die Waldschäden seien unübersehbar, „die Natur hat sich verändert“, sagte Briehl, Wanderwege führten inzwischen an Brachen vorbei.

Projekt „Wandel von Tourismus und Wald“

Deshalb habe der Naturpark das Projekt „Wandel von Tourismus und Wald“ angestoßen. Mit einem „strategischen Entwicklungskonzept“ wollen die Verantwortlichen die Region „zukunftsfähig gestalten“. 

Hilfe gib es vom Bonner Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, das 705 000 Euro aus einem Programm zur Regionalentwicklung zur Verfügung stellt – der Naturpark ist bundesweit nur einer von drei Regionen, die aufgenommen wurden. Er hat einen Eigenanteil von 78 000 Euro aufzubringen. 

Forschung über den „Wald der Zukunft“

Der Naturpark will vier Versuchsflächen für den „Wald der Zukunft“ anlegen, um die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu erforschen. So sollen neue Baumarten angepflanzt werden, eine „abgeräumte Brachfläche soll sich selbst überlassen bleiben. Diese Flächen sollen für Einwohner und Gäste zugänglich sein. Dazu werden Aussichtspunkte erreichtet.

Hinzu kommen als weiterer „Baustein“ des Projekts drei Lehr- und Erlebnispfade in Diemelsee, Brilon und Korbach. Sie liegen an den Waldversuchsflächen und sollen den naturnahen Wandertourismus befördern und sind auf Familien ausgelegt.

Der Pfad am Diemelsee

In Diemelsee solle ein rund 2,5 Kilometer langer barrierefreier Rundweg entstehen, berichtete Briehl. Start und Ziel sei nahe der Giebringhäuser Kläranlage. Der Standort sei an den öfffentlichen Personennahverkehr angebunden und und passe ins Netz der Wander- und Radwege. Der Pfad führe zu vier „Forscherplätzen“:

Zwei Drittel der einst von Fichten bewachsenen Fläche solle als Mischwald wieder aufgeforstet werden, berichtete Briehl, Fachleute hätten die Baumarten für diesen sehr trockenen Standort ausgewählt. Mitte November solle die Anpflanzung beginnen.

Visualisierung des  österreichischen Büros „pronatour“ für den neuen Lehr- und Erlebnispfad am Diemelsee:  Auf dem neuen Lehr- und Erlebnispfad am Diemelsee: So soll der Aussichtsturm an der Waldversuchsfläche aussehen.
Auf dem neuen Lehr- und Erlebnispfad am Diemelsee: So soll der Aussichtsturm an der Waldversuchsfläche aussehen. © pronatour/Naturpark Diemelsee

Am Pfad liegt zudem ein Themenspiel. Die Konzeption für spannende Informationen und die Bildungsangebote habe das österreichische Büro „pronatour“ übernommen, berichtete Briehl. Im nächsten Frühjahr solle es an die Umsetzung gehen.

Gesamtkosten rund 100 000 Euro

Die Gesamtkosten für den Pfad bezifferte er mit rund 100 000 Euro – ohne die Pflanzen und die Holzplattform. Diemelsee trägt einen Kostenanteil von 8000 Euro, verteilt auf zwei Jahre.

Bürgermeister Volker Becker freute sich, dass Diemelsee mit dabei sei. Der Naturpark habe sich kurzfristig beworben – „wir kamen gleich in die nächste Runde.“ Der Pfad sei für Feriengäste, Kinder und andere Interessenten gedacht, er lasse sich auch mit Kinderwagen primat nutzen. Wanderer könnten dort Eindrücke mitnehmen, außerdem liege der Jugendzeltplatz mit seinen 5000 Übernachtungen im Jahr in der Nähe, er könne den Pfad als Bildungsangebot nutzen.

Fraktionen begrüßen das Konzept

„Der Erlebnispfad ist für uns wie ein Lottogewinn“ kommentierte FWG-Fraktionschef Horst Wilke. Er erinnerte daran, dass ein Biberpfad mit einem Sperrvermerk im Haushalt versehen worden sei, die Freien Wähler hätten außerdem bereits eine Versuchsfläche vorgeschlagen. Jetzt setze der Naturpark beides um. „Das Abwarten hat sich gelohnt.“

Die FDP-Fraktionschefin Stephanie Wetekam regte an, auch das Thema Landwirtschaft und Ernährung „in den Fokus zu nehmen“ und den Pfad um eine Station zu ergänzen. „Gute Idee“, entgegnete Becker.

Es sei das richtige Konzept für einen „nachhaltigen Tourismus am Diemelsee“, urteilte SPD-Fraktionschef Martin Tepel. Viele Elemente seien im Projekt zusammengefasst. Mit dem Punkt Landwirtschaft lasse es sich abrunden. -sg-

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