Andreas Wagner wird mit Fäkalien auf Autos, Unrat und Vorwürfen belästigt

Anonymer Druck auf Gemündener Hundehalter

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Ein Herz und eine Seele: Andreas Wagner und sein Berner Sennenhund Barny. Der Gemündener wird seit Anfang 2020 von einer unbekannten Person gemobbt.

Gemünden – Auf den Gemündener Hundehalter Andreas Wagner wird mit Fäkalien auf Autos, Unrat und Vorwürfen anonym Druck ausgeübt.

Für Andreas Wagner ist die Aktion einer bislang unbekannten Person „armselig“. Der Gemündener: „Ich weiß nicht, was das soll. Das ist Psychoterror.“

Mehrere schikanöse Vorkommnisse in diesem Jahr aus der Anonymität heraus richten sich gegen ihn – und wohl auch gegen seinen Hund, den vierjährigen Berner Sennenhund Barny. Mit ihm streift der 50-Jährige gerne ausgiebig durch Feld und Flur. Für den Hundekot habe er immer Tüten dabei, sagt Wagner. Bei dem Mobbing steht Kot im Fokus. Möglicherweise macht sich hier ein Hunde-Hasser Luft.

Wagner: „Für unseren Barny lege ich die Hand ins Feuer. Er streift auch nicht alleine auf fremden Grundstücken umher. Vielleicht wird er mit einem anderen Hund verwechselt. Ich bin ratlos. Wahrscheinlich diene ich jemandem als Zielscheibe.“

Was Wagner mächtig an die Nerven geht: Fäkalien-Schmierereien an zwei Autos, massenhaft hingestreute Zigarettenkippen mitsamt Hundekot in seiner Hofeinfahrt und ein mit einem Stein beschwerter DIN-A4-Zettel mit zwar nicht unfreundlichem, aber kritischem Textinhalt an einer Straßenlaterne an seinem Grundstück trüben das Leben der fünfköpfigen Familie. Alles verübt von Unbekannt.

Die Chronologie

Was Andreas Wagner mit „Psychoterror“ bezeichnet, beginnt Anfang 2020. Das Auto seines Bruders wird mit Kot beschmiert. Es steht im Hof von Wagners Wohnhaus: „Vielleicht dachte die Person, dass es mein Auto ist.“

Kurze Zeit später werden im Schutze der Nacht massenhaft Zigarettenkippen mitsamt Hundekot in seiner Hofeinfahrt in der Riesengebirgstraße 17 verstreut. Wagner: „Sollten auch die Zigaretten eine eventuelle Anspielung sein, läuft das ebenfalls ins Leere. Ich rauche seit 19 Jahren nicht mehr.“

Am 3. März werden die Wagners mit einem anonym verfassten Zettel angesprochen. Es geht um die Hinterlassenschaften von Hunden („Das ist unsere Natur und kein Hundeklo! Bitte vergessen Sie nicht ihr Hundekot-Tütchen. Selbst der kleinste Hund macht Häufchen!“. Der DIN A4 große Zettel liegt an einer Straßenlaterne direkt an der Hofeinfahrt, mit einem Stein beschwert. Auch den hat Wagner vorsorglich aufgehoben. Man weiß ja nie.

Der 50-Jährige informiert alle angrenzenden Nachbarn, postet den bisherigen Sachverhalt auf Facebook. Er schreibt in dem sozialen Netzwerk an die Adresse des unbekannten Mobbers: „Sicherlich ist das Anliegen auf dem Zettel diskussionswürdig, aber die Vorgehensweise aus der Anonymität heraus steht nicht für ein großes Selbstbewusstsein derjenigen oder desjenigen. Ich stehe jederzeit für eine Diskussion zur Verfügung. Wo Sie mich antreffen, wissen Sie ja.“

Die unbekannte Person gibt sich nicht zu erkennen.

Inzwischen wird eine Videokamera installiert, die den Hof überwacht. Die Aufnahmen werden gespeichert. An der Grundstücksgrenze zum Bürgersteig wird mit einem Schild darauf hingewiesen, dass dieser Bereich überwacht wird. Wagner: „Der persönliche Schutz der Nachbarn und Spaziergänger wird gewährleistet, da die Kameraeinstellung nur bis zum Ende unseres Hofes geht.“

Die Kamera zeigt offenbar Wirkung. In den nächsten Wochen rührt sich die unbekannte Person nicht – bis zum 2. Mai. Wagners Ehefrau Sonja will zum Einkaufen – da sieht sie zu ihrem Entsetzen den Dienstwagen ihres Mannes mitFäkalien beschmiert. Allerdings steht das Auto nicht im kameraüberwachten Hof, sondern einige Meter außerhalb an der Straße. „Das war Pech für uns. So konnten wir den Täter oder die Täterin nicht identifizieren“, sagt Andreas Wagner gegenüber der HNA (die Bilder von diesem Vorfall liegen unserer Zeitung vor).

Hinweiszettel in Gemündener Geschäften und ein weiterer Facebook-Post führen ihn nicht weiter.

Die Tragweite

Wagner spricht jetzt bewusst von „Tat“. Denn die Person habe sich erneut an fremdem Eigentum zu schaffen gemacht. Dies sei nun keine Lappalie mehr. Noch habe er bei derPolizei keine Anzeige gegen Unbekannt erstattet: „Ich würde die Angelegenheit lieber im direkten Gespräch mit der uns bislang unbekannten Person klären.“

Aber: Eine Anzeige sei nur noch eine Frage der Zeit. Denn: Die Eskalationsstufe könnte steigen – und zwar in Form von Giftködern oderFleischstückchen mit Nägeln gefüllt, die für den vierjährigen Berner Sennenhund Barny ausgelegt werden könnten. Andreas Wagner geht zwar davon aus, dass sein Liebling keinen solcher Köder fressen würde („Er ist entsprechend trainiert“), aber zu 100 Prozent könne man da auch nicht sicher sein.

Die Hoffnung

Der 50-jährige: „Wenn jemand mit mir und meinem Hund ein Problem hat, soll er mich ansprechen – aber nicht so was machen, was in den vergangenen Monaten gelaufen ist. Ich selber kann verstehen, wenn sich jemand über frei herum liegenden Hundekot ärgert. Ich mag das auch nicht. Deshalb habe ich beim Gassigehen immer Tüten dabei. Aber diese Vorgehensweise geht nicht. Ich biete der bislang anonymen Person ein Gespräch an, damit wir auf einen Nenner kommen. Sie oder er muss sich nur bei mir melden. Dann können wir reden. Damit diese Sache aufhört. Damit alle endlich wieder zur Ruhe kommen.“

VON KLAUS JUNGHEIM

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