Handynummer für Patienten eingerichtet

Arzt-Praxis ohne Telefon und Internet - Telekom reagiert nicht

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Sind von der Telekom enttäuscht: In der Arztpraxis von Dr. Walter Engelbert (Mitte) in Gemünden geht weder Telefon noch Internet. Stattdessen müssen Patienten das Mobilfunktelefon anrufen, das Uta Engelbert (rechts) in der Hand hält. Arzthelferin Christiane Matter sitzt am PC.

Gemünden. Normalerweise steht das Telefon in der Arztpraxis von Walter Engelbert in Gemünden selten still. Momentan schon. Denn es funktioniert weder Internet noch Telefon.

„Kein Anschluss unter dieser Nummer“ - Diese Ansage ist zu hören, wenn man versucht, die Praxis von Dr. Walter Engelbert in Gemünden anzurufen. Und das seit fast zwei Wochen. „Bei unserem Anbieter, der Telekom, werden wir immer wieder vertröstet“, sagt Uta Engelbert.

„Bei einem Notfall, wird das zum Problem“, sagt die Ehefrau des Allgemeinmediziners. Der Notfall sei zwar noch nicht eingetreten, aber trotzdem stehe die Praxis vor einigen Herausforderungen. Das beginnt bei der Terminvergabe und geht mit der telefonischen Rezeptbestellung weiter. „Das ist gerade für unsere älteren, nicht mehr mobilen Patienten schwierig“, sagt Arzthelferin Christiane Matter. Außerdem könnten keine Labordaten übertragen oder die Berichte an andere Ärzte oder das Krankenhaus geschickt werden.

„Unsere Patienten sind sehr geduldig“, sagt Matter, „aber so kann das nicht weitergehen“. Es bilden sich lange Schlangen, denn zu allem Unglück braucht die Software zum Einlesen der Krankenkassenkarten ein Update. Das kann aber auch nicht heruntergeladen werden.

Was war passiert? Uta Engelbert erzählt: Bei der Umstellung von ISDN auf Internettelefonie habe man gebeten, dass Dr. Monika Stützer nicht mehr unter der Nummer 06453/421 der bisherigen Gemeinschaftspraxis geführt wird, da sie in Rente gegangen ist. Nach einer Weile habe die Telekom sie informiert, das ginge nur, wenn man den Telefonanschluss für 24 Stunden lahmlege. Daraufhin habe sie die Anfrage storniert, die Stornierungsbestätigung kam dann auch per Post. Trotzdem funktioniert seit dem 6. Oktober das Telefon nicht mehr.

„Wir haben mehrfach angerufen und uns wurde auch Hilfe versprochen. Passiert ist bisher aber nichts“, sagt Walter Engelbert. Man sei bei der Telekom immer wieder an andere Mitarbeiter verwiesen worden. Montagabend schaute er im Online-Kundenportal nach dem Bearbeitungszustand. „Dort stand, das Problem sei behoben. Dem ist ja aber offensichtlich nicht so.“

Inzwischen hätten die Patienten schon bei der Verwaltung und der Apotheke in der Nachbarschaft angerufen, um ihre Anliegen anzubringen, sagt Uta Engelbert. „Aber ideal ist das nicht.“

So erreichen Sie die Praxis:

Bis die Telekom reagiert, sollen die Patienten unter der Mobilfunknummer 0160/91098265 anrufen. Außerhalb der Sprechzeiten ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 zu erreichen. Bei Notfällen sollte immer die 112 angerufen werden.

Das sagt die Telekom zu dem Fall:

Auch auf HNA-Anfrage gab es am Dienstag Versprechungen der Telekom. Um 10.52 Uhr heißt es, man recherchiere, eine Antwort solle es bis 16.30 Uhr geben. Die kommt nicht. Nach telefonische Nachfrage erbittet man sich eine Verlängergung bis 17 Uhr. Es folgt um 17.05 Uhr eine E-Mail. Darin schreibt Telekom-Pressesprecher Stefan König: „Der Fall ist in der Technik zur Bearbeitung. Wir bemühen uns, so schnell wie möglich, den Fehler zu ermitteln“.

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