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Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Karnevalistin Ute Golde über abgesagten Fasching

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Die Vollblut-Karnevalistin Ute Golde hat sich in diesem Jahr coronabedingt bereits Ersatz zum Feiern besorgt...
Die Vollblut-Karnevalistin Ute Golde hat sich in diesem Jahr coronabedingt bereits Ersatz zum Feiern besorgt... © Jutta Ochs

Faschingsveranstaltungen mussten auch in diesem Jahr coronabedingt ausfallen. Wir haben Vollblut-Karnevalistin Ute Golde aus Gemünden dazu einige Fragen gestellt.

Gemünden – Weiberfasching – der Startschuss für die tollen Tage des Karnevals ist gefallen. Doch die Corona-Pandemie macht hierzulande den faschingsbegeisterten Menschen erneut einen Strich durch die Rechnung.

Die traditionellen Faschingsveranstaltungen im Frankenberger Land sind vielerorts bereits vor Wochen oder Monaten abgesagt worden. Alternativen sind rar. Wir stellten der bekannten Vollblut-Karnevalistin Ute Golde aus Gemünden einige Fragen dazu.

Was bedeutet es für Sie als Vollblut-Karnevalistin, dass Karneval in diesem Jahr erneut ausfallen muss?

Ich finde es schade, dass kein Karneval stattfindet, weil es für meine ganze Familie und alle Gemündener ein Highlight, eben eine ganz große Veranstaltung im ganzen Jahr ist. Viele Narren beginnen schon Monate vor der Saison mit den Vorbereitungen.

Was vermissen Sie am meisten am Programm der närrischen Tage?

Ich vermisse es, die Menschen mit meinen Büttenreden an Weiberfasching und Rosenmontag zum Lachen zu bringen. Ich vermisse die phantasievollen Kostüme zur Weiberfastnacht. Und ich vermisse es zu sehen, mit welchem Spaß und welcher Freude die Menschen beim Karneval feiern.

Seit wann schreiben Sie eigentlich ihre Büttenreden und woher holen Sie sich die ganzen Ideen?

Seit 26 Jahren halte ich Büttenreden bei den unterschiedlichsten Karnevalsveranstaltungen in Gemünden und Schiffelbach. Dabei reichten die Themen von der „Putzfrau Ute Reinlich“ bis zu „Cindy aus Marzahn“ – gemeinsam mit Tosca von der Ahé.

Ich erzähle aus dem Alltag als Ehefrau, Mutter und Oma, gespickt mit Witzen, über die ich selbst auch lachen kann. Und ab und zu erzähle ich auch über die Geschehnisse unserer Stadt.

An Weiberfasching werden den Männern von den Frauen die Krawatten abgeschnitten. Befürchten Sie, dass zu viele Männer in diesem Jahr ungeschoren davonkommen, weil sie allein im Homeoffice sitzen?

Ich fürchte, dass es so kommt, denn selbst mein Mann trägt zu Hause keine Krawatte.

Haben Sie sich schon ein Krawattenopfer ausgesucht?

Ich muss am Donnerstag aus dem Homeoffice ins Finanzamt, weil eine Kollegin verabschiedet wird. Meine Schere nehme ich natürlich mit! Wir werden sehen…

Sie treten jedes Jahr im Gemündener Karneval auf. Haben Sie für dieses Jahr auch eine Büttenrede – und wo kann man die lesen oder hören?

Ich habe nichts geplant. Das könnte sich in einer schlaflosen Nacht jedoch noch spontan ändern. Falls dieser Fall eintritt, dann ist eine Büttenrede ausschließlich in meinem Status der sozialen Medien zu finden. Genauso wie vergangenes Jahr auch.

Zum Programm an Weiberfasching 2020 in Gemünden kamen rund 250 Besucher. Kurz danach kam Corona. Glauben Sie, dass nach der Pandemie im Karneval wieder alles so sein wird wie davor?

Da glaube ich fest dran, denn die faschingsbegeisterten Gemündener lassen sich ihren Karneval nicht nehmen. Auch nicht von einer Pandemie.

„Die pure Lust am Feiern“ stand 2020 über unserem Bericht zum Weiberfasching in Gemünden. Welche Überschrift würden Sie dem Karneval im Corona-Jahr 2022 geben?

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Der nächste Karneval kommt bestimmt.
(Jutta Ochs)

Drei Frauen mit Teufelshörnern schneiden einem Mann die Krawatte ab
Heute heißt es für alle Männer: Aufgepasst, denn heute ist Weiberfastnacht. Der Tag, an dem die Frauen nicht lange fackeln und Krawatten abschneiden. Wie auf unserem Foto zu sehen, machten vorab Nadine Schneider, Jessica Christ und Marieke Golde-Bohrmann (von links) auch nicht vor dem Stadtverordnetenvorsteher Gemündens, Harald Stehl (Bildmitte), halt. Pandemiebedingt wurden aber vielerorts die Faschingsveranstaltungen abgesagt, so dass trotz des Höhepunktes der Faschingszeit keine Veranstaltungen im Frankenberger Land stattfinden. © Jutta Ochs

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