Aus den USA nach Ellnrode

Für Sabine Arnold kam Wahl zur Ortsvorsteherin überraschend

Sie schlägt den Takt: Sabine Arnold ist neue Ortsvorsteherin in dem 26-Seelen-Dorf Ellnrode. Unser Bild zeigt die 46-Jährige an einem zentralen Ort des kleinsten Stadtteils von Gemünden am Glockenturm. Die Glocke übrigens läutet nicht nur bei Beerdigungen, sondern auch um 7, 12 und 18 Uhr sowie an Silvester.
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Sie schlägt den Takt: Sabine Arnold ist neue Ortsvorsteherin in dem 26-Seelen-Dorf Ellnrode. Unser Bild zeigt die 46-Jährige an einem zentralen Ort des kleinsten Stadtteils von Gemünden am Glockenturm. Die Glocke übrigens läutet nicht nur bei Beerdigungen, sondern auch um 7, 12 und 18 Uhr sowie an Silvester.

Zum ersten Mal steht im Gemündener Stadtgebiet eine Frau an der Spitze eines Ortsbeirates, und zwar in Ellnrode: Sabine Arnold.

Ellnrode – Die 46-Jährige war während der konstituierenden Sitzung des Ortsbeirates als Nachfolgerin von Peter Winter gewählt worden, der nach 20 Jahren nun als Beisitzer des Ortsbeirates in dem 26-Seelen-Dorf fungiert.

Wir führten nachfolgendes Interview mit der Ortsvorsteherin, die aus der Region Gemünden stammt und es aus den USA wieder in die alte Heimat zog.

Frau Arnold, 20 Jahre haben Sie im Rhein-Main-Gebiet gelebt und gearbeitet, dazu sieben Jahre in Denver (USA). Sagen Sie uns etwas über Ihre Tätigkeiten dort.

Ich arbeite für einen internationalen Konzern in der Luftfahrtbranche mit Hauptsitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Dadurch war es mir möglich, sieben Jahre am Standort in Denver zu arbeiten. Jetzt bin ich wieder für unsere Niederlassung in Frankfurt/Main tätig.

Was hat Sie nach Ellnrode verschlagen?

Ein Großteil meiner Familie lebt in der näheren Umgebung. Außerdem habe ich hier in Ellnrode viel Zeit im Haus meiner Großeltern verbracht und verbinde damit viele schöne Kindheitserinnerungen.

Haben Sie bereits praktische politische Erfahrung?

Nein.

Warum haben Sie für den Ortsbeirat Ellnrode kandidiert?

Weil ich gerne einen Beitrag zum gemeinschaftlichen Leben im Dorf leisten möchte.

Und dann wurden Sie einstimmig zur Ortsvorsteherin gewählt. Hatten Sie dies von Anfang an im Visier?

Nein, überhaupt nicht, das kam sehr überraschend. Ich fühle mich geehrt und hoffe, dass ich das Amt und die anstehenden Aufgaben gut erfüllen kann.

In Ellnrode gibt es kein DGH, auch keinen anderen Versammlungsraum. Wo tagt der Ortsbeirat?

Mein Amtsvorgänger Peter Winter hat ein großes Wohnzimmer. Dort konnten die Ortsbeiratssitzungen stattfinden. Dies aber ist jetzt vorbei. Während dieses Sommers funktionieren solche Treffen ganz gut in meinem Garten. Für Herbst/Winter allerdings muss ich mir noch etwas überlegen – auch wegen der Corona-Lage. Ich könnte mir vorstellen, möglicherweise in Herbelhausen zu tagen. Dort gibt es geeignete Räumlichkeiten.

Welche Aufgaben wollen Sie demnächst mit dem Ortsbeirat für Ellnrode kurzfristig anpacken, sagen wir mal bis Sommer 2022?

Die Erneuerung des Buswartehäuschens. Das ist in einem schlechten Zustand.

Haben Sie ein Projekt, das Sie auf jeden Fall innerhalb der Legislaturperiode bis 2026 umgesetzt haben wollen?

Noch nichts Konkretes. Einen genauen Plan werden wir in der nächsten Ortsbeiratssitzung ausarbeiten.

ZUR PERSON

Sabine Arnold (46), geboren in Marburg und aufgewachsen in Gemünden, ging in Gemünden und Kirchhain zur Schule. Anschließend folgte eine Ausbildung zur Kartographin. Seitdem ist sie „Geospatial Technician“: Sabine Arnold bearbeitet für einen internationalen Konzern in der Luftfahrtbranche Flugnavigationsdaten von Ländern aus aller Welt und stellt sie den Kunden in Form von elektronischen Daten und Karten zur Verfügung. Hauptsitz des Unternehmens ist in Seattle im US-Bundesstaat Washington. Kochen und die Fotografie zählen zu ihren Hobbys.

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