Baumeister seiner Gemeinde

Pfarrer Hermann Noll in Gemünden verabschiedet

Auf dem Weg zum Abschiedsgottesdienst: Begleitet wurde dabei Pfarrer Hermann Noll (von links) von Dekanin Petra Hegmann, seiner Ehefrau Pfarrerin Christina Jung und Pfarrer Hilmar Jung (rechts). Da die Anzahl der Plätze im Kirchenraum begrenzt war, wurde der Gottesdienst auch per Lautsprecher auf den Kirchhof übertragen.
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Auf dem Weg zum Abschiedsgottesdienst: Begleitet wurde dabei Pfarrer Hermann Noll (von links) von Dekanin Petra Hegmann, seiner Ehefrau Pfarrerin Christina Jung und Pfarrer Hilmar Jung (rechts). Da die Anzahl der Plätze im Kirchenraum begrenzt war, wurde der Gottesdienst auch per Lautsprecher auf den Kirchhof übertragen.

Nach 20 Jahren als evangelischer Pfarrer in Gemünden/Wohra ist Hermann Noll in den Ruhestand verabschiedet worden.

Gemünden – Mit großer Herzlichkeit und einem breiten Gefühlsspektrum zwischen Wehmut, Dankbarkeit und kritischem Nachdenken hat sich die evangelische Kirchengemeinde Gemünden-Bunstruth am Sonntag von ihrem Pfarrer Hermann Noll verabschiedet, der dort 20 Jahre lang wirkte (HNA berichtete). In einem festlichen Gottesdienst entpflichtete ihn Dekanin Petra Hegmann (Frankenberg) in den Ruhestand.

„Im wörtlichen wie im übertragenen Sinne haben Sie gebaut: mitgebaut am Reich Gottes, an seiner Kirche und an dem Umbau dieser Kirche – und was war das manchmal für eine Herausforderung!“ sagte die Dekanin in ihrer Ansprache. Sie würdigte nicht nur den dabei entstandenen schönen Kirchenraum, sondern auch den organisatorischen „Umbau“ der zwei Kirchengemeinden Gemünden/Schiffelbach und Mohnhausen/Grüsen zu einer großen Gemeinde: „Sie waren in Ihren Positionen klar, haben Mut und Weitblick bewiesen.“

Kinder- und Jugendarbeit, lebendigen Konfirmandenunterricht, Kirchenmusik mit vielen Chören, das gottesdienstliche Leben, „das Sie durch die Ihnen eigene Art zu predigen bereichert haben“, lobte Hegmann ebenso wie die Kollegialität von Geistlichen und Ehrenamtlichen.

Pfarrer Hilmar Jung (Grüsen), der zusammen mit Pfarrerin Christina Jung, Nolls Ehefrau, im Gottesdienst assistierte, blickte zurück auf „20 wundervolle Jahre“, in denen die Menschen gespürt hätten, dass sie Hermann Noll am Herzen gelegen hätten. Und mit fröhlichem Augenzwinkern: „Wir konnten uns unter dir immer frei entfalten!“

Ja, die Anfangsjahre seien für ihn mit dem Kirchenumbau turbulent und herausfordernd gewesen, gestand Pfarrer Noll in seiner Abschiedspredigt. Aber es sei ihm auch immer neues Gottvertrauen geschenkt worden, um Freud und Leid mit den Menschen in seiner Gemeinde zu teilen. „Ich bin dankbar für den Weg, den wir gemeinsam gehen konnten.“

Nolls Offenheit für die Gespräche und die Nähe zu den ihm anvertrauten Menschen hob Bürgermeister Frank Gleim in seinem Dankeswort hervor.

Kirchenvorsteherin Angelika Viereckl schilderte die integrierende Kraft, mit der Noll als „Baumeister“ generationsübergreifend der Gemeinde ihr Profil verliehen habe. Gemeinsam mit Eva Knierim überreichte sie ihm ein Fotobuch sowie für den Ruhestand in Wetter-Treisbach eine Garten-Feuersäule.

Diakonin Marieke Golde-Bohrmann beschrieb, wie sehr sie selbst schon als Konfirmandin von Pfarrer Noll für ihre Jugendarbeit in der Gemeinde geprägt worden war. Mit einer musikalischen Video-Botschaft „Sei behütet auf deinen Wegen!“ verabschiedete sich Timo Gleim mit dem Gemündener Chor „Klangfarben“. Tim Schäfer und Rainer Wenzel gaben dem Gottesdienst mit den Registern der Oestreich-Orgel (1805) besonderen Glanz.

Auf dem Kirchhof, wo es anschließend noch viele persönliche Abschiedsworte gab, empfing der evangelische Posaunenchor Gemünden unter Leitung von Till Schiefer Pfarrer Hermann Noll mit einem Ständchen. Von Karl-Hermann Völker

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