Mobilität gerade der älteren Menschen soll gefördert werden

Bürgerbus rollt nun auch in Gemünden

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Der neue Bürgerbus von Gemünden: Bürgermeister Frank Gleim (rechts) und die zuständige städtische Mitarbeiterin Kathrin Fett stellten das Fahrzeug vor, das die Mobilität gerade der älteren Menschen auf dem Land fördern soll. Im Bild hinten stehen stellvertretend für die ehrenamtlichen Fahrer, das „Team Zukunft Gemünden“ und die Vereine (von links) Manfred Fackiner, Finn Freitag und Klaus Wegner.

Gemünden – Auch in Gemünden wird künftig ein sogenannter Bürgerbus rollen. Damit soll die Mobilität gerade der älteren Menschen auf dem Land gefördert werden.

Bürgermeister Frank Gleim freute sich, dass ein entsprechender Förderantrag bewilligt worden sei. „Auf den letzten Drücker“ sei man in den Genuss eines solchen Fahrzeugs gekommen.

Der künftige Bürgerbus ist weiß, verfügt über acht Plätze für Fahrgäste, Eintrittsstufe und Standheizung, wiegt rund zwei Tonnen, ist 5,40 Meter lang, hat 121 PS und ist nagelneu. Offizieller Startschuss für den Betrieb soll noch im Januar sein.

Der vom Land Hessen geförderte Opel Vivaro soll an zwei Wochentagen nach einem festen Plan fahren. Dabei sollen wichtige Orte wie zum Beispiel Arzt, Apotheke und Geschäfte angesteuert werden, schilderte Bürgermeister Frank Gleim.

Ebenfalls soll werktags die Möglichkeit bestehen, den Bus für Individualfahrten zu rufen. Dieser Dienst wird durch die Gemündener Stadtverwaltung organisiert.

Der Verwaltungschef stellte das neue Fahrzeug während eines Pressegesprächs vor. Daran nahmen auch Vertreter des „Teams Zukunft Gemünden“ und der ehrenamtlichen Fahrer teil – sowie von Vereinen. Denn auch die Clubs können als Mieter in den Genuss der Busbenutzung kommen, beispielsweise am Wochenende für ihre Jugendarbeit. Die Stadt übernimmt die Trägerschaft in Zusammenarbeit mit dem „Team Zukunft“. Das Rückgrat eines Bürgerbusses bilden freiwillige Fahrer, die den Kleinbus in ihrer Freizeit lenken. In Gemünden werden zehn bis 15 Personen gebraucht. Zehn sind es bislang.

Mit dem Bürgerbus soll die Mobilität auf dem Land gefördert, die Nahversorgung gerade der älteren Menschen in den Stadtteilen sichergestellt und eine verbesserte Anbindung an die ärztliche Versorgung, an das Freibad der Stadt und in den Wintermonaten an ein Hallenbad in benachbarten Mittelzentren sowie an das kulturelle Leben in der Kernstadt erreicht werden. Denkbar sind auch Transfers in die Nachbarkreise Marburg-Biedenkopf und Schwalm-Eder.

Ehrenamtliche Initiativen, Vereine und kirchliche Einrichtungen sollen ebenfalls von dem Bürgerbus profitieren. Er wird im gesamten Stadtgebiet eingesetzt.

Bürgermeister Frank Gleim: „Wir erarbeiten in der Stadtverwaltung derzeit Benutzungsrichtlinien. Es wird auch einen Fahrplan geben.“ Einzusehen sein werden die Pläne beispielsweise in einem Flyer und auf der städtischen Homepage.

Auch wenn die Stadt für die Anschaffung des 27 500 Euro teuren Busses nichts bezahlen musste, kommen auf sie dennoch Kosten zu: Versicherung, Steuern, TÜV, Instandhaltung und Treibstoff bezahlt die Kommune.

Mit den Einnahmen ist dies so eine Sache: Einen Fahrpreis darf sie nicht erheben, „denn wir sind ja kein Taxi-Unternehmen und gehen nicht in den Wettbewerb mit dem Öffentlichen Personennahverkehr“, schilderte Gleim. Aber Spenden von Fahrgästen werden angenommen – und Werbeaufdrucke von Firmen beispielsweise gerne gesehen.

Das Projekt ist auf acht Jahre zweckgebunden. Gleim: „Unser Ziel ist es, das vorhandene öffentliche Verkehrsangebot zu ergänzen und so eine Mobilitätsverbesserung zu erzielen. Der Bedarf ist auf jeden Fall vorhanden.“

Das Bürgerbus-Programm ist ein Baustein der Offensive „Land hat Zukunft“, mit der die Landesregierung die Attraktivität der ländlichen Regionen sichern will. Das Land berät die Initiativen bei der Planung und Umsetzung der Bürgerbusprojekte. Dabei arbeitet das Wirtschafts- und Verkehrsministerium mit der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ und dem Fachzentrum Mobilität im ländlichen Raum zusammen.

Informationsveranstaltung

Das Bürgerbusprojekt wird am Donnerstag, 16. Januar, während einer Informationsveranstaltung vorgestellt werden. Beginn im Gemündener Bürgerhaus ist um 19 Uhr.

An diesem Abend geht es übrigens auch um das Bürgerhaus selbst. Die geplante Sanierung des Gebäudes ist ein weiteres Thema der Veranstaltung.

VON KLAUS JUNGHEIM

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