Cowgirls stürmten das Gemündener Rathaus

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Musste seine Macht abgeben: Bürgermeister Frank Gleim mit den Damen des Elferrates. 

Gemünden. Ganz Gemünden stand in den vergangenen Tagen im Zeichen des Karneval. Es wurde Rosenmontagsball gefeiert, das Rathaus gestürmt und närrisch durch die Straßen der Wohrastadt gezogen. 

Rosenmontag...

bedeutet in der Wohrastadt Fasching, Prunksitzung und die Kostüme so bunt wie das Programm. Den fast 600 Gästen in der Sport- und Kulturhalle Gemündens bot sich dabei so manche optische Überraschung, akustisches Schmankerl und viel tänzerische Souveränität. 

Für dreieinhalb Stunden wurden die Jecken zu einer Büttenrede feinster Art mit viel Lokalkolorit, rasant-zackigen Tänzen und mitreißenden Schunkelrunden von Entertainer und Sänger Reiner Irrsinn und seinen Mitstreiterinnen Saskia und Steffi eingeladen. Immerhin waren es insgesamt etwa 100 Akteure, die die Halle zum Kochen brachten.  Mit dem dreifachen „Gemünden Helau“ wurden die Vorträge von den Jecken bedacht und keine der Gruppen durfte die Bühne ohne Zugabe verlassen. 

Die Elferratsdamen um Sitzungspräsident Thomas Böhme eröffneten den Abend mit ihrem Einmarsch in den „Wilden Westen“ pünktlich um 20.11 Uhr gemeinsam mit der Schiffelbacher und Gemündener Garde. Die Zuschauer auf ihrer Seite hatte Ute Golde als „Security“ in der Bütt. Sie plauderte aus dem Nähkästchen Gemündens und vergaß dabei auch nicht sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Zwei Beispiele: „Auf einen Termin freue ich mich: die Amtseinführung von Alexander Köhler als Bürgermeister in Haina. Ein Gemündener wird Chef in Haina! Mir war gleich klar, dass er die Wahl gewinnt. Die Wähler wollten keinen Löhlbacher, und ganz bestimmt keinen Steuerberater. Die sind ja fast so schlimm wie eine Finanzbeamtin - und die darf gerade mal in der Bütt stehen, sonst nix“ und „Polizisten sind ja Beamte. Wisst ihr warum Beamte niemals beim Tanzen den Takt halten können? Weil es keine Band auf der Welt gibt, die so langsam spielen kann.“ 

Prunksitzung, Rathaussturm und Karnevalsumzug in Gemünden

Karneval Gemünden
 © Zeisberg
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Karneval in Gemünden Prunksitzung Foto: Ochs
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Rathaussturm Karneval Gemünden
 © Pflug
Rathaussturm Karneval Gemünden
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Sodann wurde die Bühne für die jungen Tänzer der „Dance Kids“ freigegeben. Sie brachten als Einhörner ordentlich Schwung in den Saal. Die „Girls of fire“ machten sich die Kulthits der Rockszene zu eigen und rockten das Haus. Choreographisch beeindruckend zeigten sich die „Golden Girls“, die „Ladykracher“, „Die Zicken“ und die Mädels der „Special Girls“. Vom Military Style bis zum Charleston war dabei alles vertreten. Und die Hits zum Karneval hatte Reiner Irrsinn mit in sein umfangreiches Repertoire eingebaut. Schließlich waren es die Männerballetts „Schoppendales“ und „Gemünden“, die den Mainzelmännchen mit ihren bekannten Werbespots Leben auf der Bühne einhauchten, und andererseits die gastgebenden Gemündener Herren, die als Polizisten für Recht und Ordnung auf der Bühne sorgten. Wie gewohnt, stand am Ende des offiziellen Teils des Abends die zum Kult gewordene Hitparade auf dem Programm. Reiner Irrsinn zog alle Register und brachte das Publikum bis in die frühen Morgenstunden zum Tanzen.

Faschingsdienstag

Statt „Cowgirls stürmten das Rathaus“ hätte dieser Artikel fast „Stadtverwaltung hält Lokalberichterstatterin an Marterpfahl gefangen“ gehießen. Denn ich wollte in diesem Jahr über den Rathaussturm von innerhalb der Mauern des historischen Gebäudes berichten. Allerdings wurde ich kurz nach dem Betreten festgenommen und passend zum diesjährigen Motto „Wilder Westen“ an einem Marterpfahl geschnürt. Die Forderung: „Frau Pflug schreibt nur das Richtige in Gemünden hier, Textfreigabe klappt heute nur nach einem Bier“. Gesagt, getan und es ging weiter.

An der Rathaustür kündigte sich nämlich schon der Karnevals-Magistrat an. Die gutgelaunte Truppe, deren Mitglieder verblüffende Ähnlichkeit mit dem Männerballett Gemünden hatten, machten gleich einige Verbesserungsvorschläge: Vom Zusatz Vitos auf einigen Ortsschildern über eine Jagdverpachtung an das Männerballett bis zu einer Wahlkampagne um einen Gemündener in das Bürgermeisteramt in Wohra zu heben. Da das in Haina gut geklappt habe, sollte das möglich sein, war man sich einig. Schließlich wurde Achim Gleim zum neuen Karnevals-Bürgermeister gewählt.

Danach folgte dann der echte Eroberungsversuch: Die Damen des Elferrates positionierten sich vor der Tür. Chefin Birgit Völker verglich erst einmal Nordhessen und den Wilden Westen und stellte fest: zumindest was den Handyempfang angehe, bestünden Ähnlichkeiten. Als dann mussten die Damen passend zu einem Gedicht, die Stühle wechseln immer wenn die Worte „Cowboy“ oder Pferd vielen. Es folgte der Versuch, Nägel in einen widerspenstigen Balken zu hämmern. Auch diese Aufgabe meisterten die Frauen und fingen dann (Plastik-)Pferde mit dem Lasso ein. An einem fand sich der Schlüssel und das Rathaus wurde gestürmt.

Im Anschluss zogen die Wagen und Fußtruppen beim Umzug entlang des Steinwegs. Zum schönsten Wagen wurde das Stienzeitmobil der Burgwaldgeister gekürt. Auf Platz 2 landete die Feuerwehr Gemünden und auf Platz 3 die Ladykracher. Die kreativste Fußgruppe war das Gemündener Männerballett mit seinem Polizeiauto, auf Platz 2 landeten die Dance Kids und auf Platz 3 der Reitverein Gemünden.    

Mit Jutta Ochs

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