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Stadt Gemünden erntet viel Lob für Renaturierungen mehrerer Gewässer

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Von: Klaus Jungheim

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Über die Renaturierungs-Maßnahmen an Gewässern im Gemündener Stadtgebiet informierten sich (von links) der städtische Bauamtsleiter Paul Mertke, Dr. Christian Henschke (Regierungspräsidium Kassel), Manfred Limper (Technischer Leiter bei der Firma Alpla), Volker Ashauer (Fachdienst Umwelt beim Landkreis Waldeck-Frankenberg), Ralf Enderlein (Leiter Fachdienst Umwelt beim Landkreis), Gemündens Bürgermeister Frank Gleim und Landrat Jürgen van der Horst. Hier im Bereich Ebersgraben (Giebelingsbach), wo sich einst die „Alte Badeanstalt“ befand.
Über die Renaturierungs-Maßnahmen an Gewässern im Gemündener Stadtgebiet informierten sich (von links) der städtische Bauamtsleiter Paul Mertke, Dr. Christian Henschke (Regierungspräsidium Kassel), Manfred Limper (Technischer Leiter bei der Firma Alpla), Volker Ashauer (Fachdienst Umwelt beim Landkreis Waldeck-Frankenberg), Ralf Enderlein (Leiter Fachdienst Umwelt beim Landkreis), Gemündens Bürgermeister Frank Gleim und Landrat Jürgen van der Horst. Hier im Bereich Ebersgraben (Giebelingsbach), wo sich einst die „Alte Badeanstalt“ befand. © Klaus Jungheim

Die Gewässer Wohra, Schweinfe, Ebersgraben (Giebelingsbach) und Holzbach im Gemündener Stadtgebiet sind zwischen März 2019 und Februar 2022 renaturiert worden.

Gemünden – Frank Gleim und Paul Mertke müssen sich für einen längeren Moment wie im siebten Himmel vorgekommen sein. Der Gemündener Bürgermeister und der städtische Bauamtsleiter ernteten Lob und erhielten Komplimente vom Regierungspräsidium in Kassel und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg. Und das minutenlang.

„Tolles Signal, gut gelungen, klug verhandelt, beispielhaft, Nase vorn, die Zeichen der Zeit erkannt“ – Beispiele für die positive Beurteilung der Rolle der Stadtverwaltung und der städtischen Gremien bei Renaturierungs-Maßnahmen an Gewässern im Gemündener Stadtgebiet.

Eine detaillierte Übersicht über die Maßnahmen erhielten Vertreter der Behörden und einer Firma jetzt während eines Treffens im Gemündener Rathaus. Es handelte sich dabei um Renaturierungen zwischen März 2019 und Februar 2022 an den Gewässern Wohra, Schweinfe, Ebersgraben (Giebelingsbach) und Holzbach.

Zu den Arbeiten zählten unter anderem Anhebung von Gewässersohlen (Gewässergrund), Bau von rauen Gleiten zur Überwindung eines Höhenunterschieds für Fische und andere Wasserlebewesen, Aufweitungen (Herstellung von Überflutungsflächen bei Hochwasser), Anlage eines Nebenlaufs, Uferabflachung für den vorbeugenden Hochwasserschutz, Rückbau alter Wehranlagen, Umbau bzw. Neubau von Brücken, Furt-Umbau, Rückbau einer Verrohrung, Rückkauf von Wasserrechten und Flächenankauf.

Die Baukosten für die bereits umgesetzten Maßnahmen belaufen sich auf rund 398 000 Euro, komplett finanziert durch das Land Hessen, den Landkreis Waldeck-Frankenberg und die örtliche Firma Alpla. Einen wesentlichen Anteil bilden Mittel aus dem Integrierten Klimaschutzprogramm (IKSP) 2025 des Landes. Außerdem floss eine Windkraft-Ersatzzahlung ein. Die Stadt Gemünden hatte personelle Ressourcen des Bauhofes und der Verwaltung sowie Fuhrpark und Kleinmengen verschiedener Materialien des Bauhofes eingesetzt.

Die alte Schleusenanlage an der Wohrabrücke nahe des Gemündener Freibades ist in die Jahre gekommen. Hier wird laut Plan zwischen den Jahren 2023 und 2025 Hand angelegt werden. Für dieses Projekt muss die Stadt tief in die Tasche greifen – auch wenn es Zuschüsse gibt. Die Gesamtkosten werden derzeit auf 850 000 Euro geschätzt – auch wegen eines Brücken-Neubaus.
Die alte Schleusenanlage an der Wohrabrücke nahe des Gemündener Freibades ist in die Jahre gekommen. Hier wird laut Plan zwischen den Jahren 2023 und 2025 Hand angelegt werden. Für dieses Projekt muss die Stadt tief in die Tasche greifen – auch wenn es Zuschüsse gibt. Die Gesamtkosten werden derzeit auf 850 000 Euro geschätzt – auch wegen eines Brücken-Neubaus. © Klaus Jungheim

Während der Präsentation der realisierten Renaturierungs-Maßnahmen an mehreren Gewässern im Gemündener Stadtgebiet wies Landrat Jürgen van der Horst auf die zwingende Notwendigkeit von Hochwasser- und Artenschutz hin: „Hier spielt das lokale Klima eine wichtige Rolle.“ Der Erfolg hänge auch von konzentrierter Zusammenarbeit aller Beteiligten ab – dies sei in Gemünden gelungen. Van der Horst freute sich, dass „die umgesetzten Maßnahmen bei den Bürgern gut ankommen“.

Die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure lobte auch Dr. Christian Henschke vom Regierungspräsidium in Kassel (Dezernat Schutzgebiete, Artenschutz, biologische Vielfalt, Landschaftspflege). „Gemünden ist ein gutes Beispiel, wie man solche Projekte umsetzt, auch im Einvernehmen mit den Anliegern“, unterstrich er. Die Stadt habe auf Impulse des Regierungspräsidiums reagiert. Dr. Henschke erinnerte an die zu Beginn „nicht leichten Rahmenbedingungen für die Stadt. Sie hat die Maßnahmen aber sehr wirkungsvoll in kürzester Zeit vorangetrieben“.

Ralf Enderlein attestierte der Stadt Gemünden, auf einem „Top-Weg“ zu sein. Der Leiter des Fachdienstes Umwelt beim Landkreis Waldeck-Frankenberg bezeichnete aber auch das Engagement der örtlichen Firma Alpla als „nicht selbstverständlich“.

Deren Technischer Leiter Manfred Limper skizzierte die Beweggründe für das Unternehmen, sich bei der Renaturierung von Gewässern finanziell zu beteiligen: „Letztendlich kommt es auch bei den Kunden sehr gut an, wenn eine solche Firma wie wir sich derart umfangreich für die Umwelt engagiert.“ Alpla stellt Verpackungssysteme, Flaschen, Verschlüsse und Spritzgussteile her.

Zu Beginn der Vorstellung der einzelnen Projekte durch den städtischen Bauamtsleiter Paul Mertke hatte sich Bürgermeister Frank Gleim nicht nur bei allen beteiligen Behörden „für die fachliche und finanzielle Unterstützung“ bedankt, sondern auch bei den privaten Grundstückseigentümern, „die hier und da etwas von ihren Flächen abgegeben haben. Das ist nicht selbstverständlich“.

Der Verwaltungschef betonte die Verantwortung der Stadtverwaltung und der politischen Gremien für den innerörtlichen Hochwasserschutz: „Die bisherigen Renaturierungen sind noch nicht das Ende der Fahnenstange. Wir haben noch viel vor.“

Die Teilnehmer besichtigten später noch den Bereich Ebersgraben (Giebelingsbach). An dem Treffen nahmen auch Volker Ashauer (Fachdienst Umwelt beim Landkreis) und Landkreis-Pressereferentin Ann-Katrin Heimbuchner teil.

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