„Doddy“ singt nicht mehr: Gemündener Karnevalisten suchen neuen Sänger

Friedhelm „Doddy“ Käufler in Aktion: Auf dem Gemündener Rosenmontagsball singt er die traditionelle Karnevals-Hymne „In der Hauptstadt der Bunstruth“. Foto: nh

Gemünden. Zum Abschluss des Gemündener Rosenmontagsballs ertönt traditionell der Klassiker „In der Hauptstadt der Bunstruth". Seit mehr als 20 Jahren steht Friedhelm Käufler auf der Bühne - mit weißem Hemd, schwarzer Weste und Hut singt er die Karnevals-Hymne. Damit ist jetzt Schluss.

„Es ist Zeit, den Jüngeren den Vortritt zu lassen“, sagt Friedhelm Käufler im Gespräch mit der HNA. Er wolle frühzeitig aufhören, damit es weiter geht. Dazu werde es beim Karnevalsauftakt am Samstag ein Casting geben, so Käufler, dessen Spitzname „Doddy“ ist.

„Eine alte Frankenberger Geschichte“, sagt er zu seinem Spitznamen. „In einem Film fragte eine Schwester: Doddy, wo hast du denn dein Kleid gelassen“, erinnert er sich. Mit Freunden habe er den Satz dann immer wieder gerufen. „Der Name blieb aber nur an mir hängen“, erzählt Käufler.

Seinen ersten Auftritt als Sänger der Bunstruth hatte er 1993. „Das hat sich einfach so ergeben. Wir haben damals im Komitee einen Nachfolger gesucht. Einer sagte dann: Mach du es doch einfach“, erinnert sich Käufler. Und dann habe er das eben gemacht.

Schließlich sei er im Karneval schon immer sehr engagiert gewesen. Als Büttenredner, im Karnevals-Komitee und im Männerballett, so Käufler.

Und gesungen hat der gelernte Feinmechaniker schon immer gern. Erst in der Jungschar, und bis jetzt am Rosenmontagsball. „Ich bin gesangstechnisch einfach begabter als instrumental“, sagt er.

Und in seiner Zeit als Rosenmontags-Sänger hat er auch einige Höhepunkte erlebt. „Wir haben mehrmals mit dem Otti-Bauer-Orchester des ZDF zusammen die Bunstruth gespielt“, erzählt Käufler. Der Auftritt wurde zwar nicht für das Fernsehen aufgezeichnet, aber „zusammen mit einem Orchester müsse schon alles passen“, erklärt er.

Ein weiterer Höhepunkt sei der Auftritt zum 50. Bestehen der Bunstruth im Jahr 2008 gewesen. „Da habe ich spontan meinen Vorgänger Horst Lerch mit auf die Bühne gerufen“, erzählt der 73-Jährige. Zusammen haben sie ein Duett gesungen.

„Meine Frau sagt schon seit Jahren, dass es Zeit wird, etwas Abstand zu gewinnen“, erzählt Käufler, der seit 1963 verheiratet ist und zwei erwachsene Kinder hat. „Ich antworte dann immer: Sei doch froh, ich gehe da hoch und habe höchstens zwei Glas Bier getrunken“, sagt er schmunzelnd. Denn auf der Bühne müsse er einen klaren Kopf haben. Jetzt sei es aber Zeit, die Jüngeren ranzulassen. „Ich wünsche mir, dass es weitergeht“, sagt er.

Von Frank Brauner

Infos zum Casting am Samstagabend finden Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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