Erstaufnahmeeinrichtung in Gemünden: Flüchtlinge sollen in freien Geka-Komplex umziehen

Anderer Standort für die Erstaufnahmeeinrichtung: Der frühere Geka-Komplex mit (von links) der früheren Werkhalle 1, mit altem Bürogebäude sowie mit dem neueren Bürotrakt soll zeitnah mit Flüchtlingen belegt werden. Die Sport- und Kulturhalle im Altstadtkern, wo die Asylsuchenden derzeit leben, soll dann wieder für Bürger, Vereine und politische Gremien zur Verfügung gestellt werden. Foto: Daum

Gemünden. Die Stadt Gemünden arbeitet derzeit intensiv daran, die in der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung in der Sport- und Kulturhalle untergebrachten Flüchtlinge woanders unterzubringen.

Die Sport- und Kulturhalle soll zeitnah wieder von der Bevölkerung genutzt werden. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung am Dienstag, an der rund 150 Interessierte teilnahmen, stellte Bürgermeister Frank Gleim die Pläne vor. Die HNA fasst die wichtigsten Punkte zusammen:

Wo sollen die Flüchtlinge künftig untergebracht werden?

Die frühere Werkhalle 1 der Firma Geka mit den angrenzenden Bürogebäuden im Struthweg steht laut Bürgermeister Frank Gleim für eine Vermietung an das Land Hessen zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. Das Areal steht seit Längerem leer. Die Erstaufnahmeeinrichtung werde an diesen neuen Standort verlagert, es gebe also weiterhin nur eine Erstaufnahmeeinrichtung in Gemünden. Die Sport- und Kulturhalle könne nach Sanierungsarbeiten wieder für Bürger, Vereine und politische Gremien genutzt werden.

Wie viele Flüchtlinge können in den früheren Geka-Gebäuden untergebracht werden?

Vom Landkreis ist laut Frank Gleim bereits eine Standortuntersuchung vorgenommen worden. Nach erforderlichen Sanierungsarbeiten würde das Geka-Areal für eine Unterbringung von maximal 260 Personen geeignet sein - zur Erinnerung: Die Sport- und Kulturhalle ist derzeit für 250 Personen ausgelegt. Das Geka-Gelände samt Außenbereich würde sich insgesamt gut dafür eignen, um eine Infrastruktur für eine Erstaufnahmeeinrichtung aufzubauen.

Wer zahlt den Umzug und die Sanierungsarbeiten?

Damit Flüchtlinge im Geka-Komplex untergebracht werden können, schließen die Eigentümer des Areals (Familie Herzog) einen Vertrag mit dem Land Hessen. Für Gemünden entstehen keine Kosten. Allerdings muss nach dem Auszug der Flüchtlinge aus der Sport- und Kulturhalle diese ebenfalls instand gesetzt werden, damit sie der Bevölkerung wieder zur Verfügung gestellt werden kann. Bürgermeister Gleim verwies bei der Frage, wer die Kosten dafür übernimmt, auf eine Aussage des Landrats Dr. Reinhard Kubat. „Ich habe mit ihm vor der heutigen Bürgerinformationsveranstaltung gesprochen. Er hat mir versichert, dass Gemünden mit Blick auf die Kosten für die notwendigen Sanierungsarbeiten vom Landkreis nicht im Regen stehen gelassen wird.“

Besteht die Gefahr, dass nach dem Umzug der Flüchtlinge in die Geka-Gebäude die Sport- und Kulturhalle trotzdem weiter für Flüchtlinge benötigt wird, weil der Strom der Asylsuchenden anhält?

Diese Sorge äußerten mehrere Gemündener. Bürgermeister Frank Gleim sagte dazu: „Die Länder und Landkreise sind sehr daran interessiert, Sporthallen oder Bürgerhäuser, die mit Flüchtlingen belegt sind, wieder frei zu bekommen. Sie sehen zwar, dass es derzeit noch eine Willkommenskultur für die Flüchtlinge gibt. Wenn die Menschen aber langfristig ihrer Infrastruktur beraubt werden, könnte die Stimmung kippen. Daher befürworten sie alternative Unterbringungsmöglichkeiten wie jene, die wir in Gemünden schaffen können.

Wann kann der Umzug erfolgen?

Zunächst soll Mitte Januar noch das Parlament in Gemünden in einer Sondersitzung darüber entscheiden. Gegenüber der HNA sagte Frank Gleim, dass mit dem geplanten Umzug noch im ersten Quartal 2016 zu rechnen sei.

Was Menschen im Publikum bei der Bürgerinformationsveranstaltung sagten sowie ein Statement des Stadtrats Hans-Dieter Gießing lesen Sie in der gedruckten Silvester-Ausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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