Rückkehr in den Unterricht

Erster Schultag für Viertklässler im Frankenberger Land nach Corona-Pause

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Englischunterricht an der Grundschule Sachsenhausen: Die 4. Klasse mit Lehrerin Lena Standtke.

Nach den Abschlussklassen Ende April hat am Montag in Hessen auch für die Viertklässler der Grundschulen sowie alle weiteren Jahrgänge der weiterführenden Schulen der Unterricht wieder begonnen. 

„Ohne Probleme“ verlief der Schulstart für die 4. Klassen an der Regenbogenschule in Frankenberg, berichtete Schulleiter Dr. Martin Mengel. Für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs gebe es feste Regeln. Die Eltern seien in einem Brief vorab über alle wichtigen Verhaltensregeln aufgeklärt worden, mit der Bitte, die Kinder auf die Situation vorzubereiten. Auch am ersten Tag nach der Schulpause seien die Viertklässler auf die Ausnahmesituation und die Hygieneregeln hingewiesen worden.

Mund-und-Nasen-Schutz auf dem Schulhof

„Die Kinder werden täglich in vier Lerngruppen vier Stunden unterrichtet. In jeder Gruppe sind zehn bis elf Kinder“, sagt Mengel zum derzeitigen Schulbetrieb. Am Montag seien die Schüler mit Abstand auf dem Pausenhof begrüßt worden. Schulleiter Mengel legt Wert darauf, dass alle Kinder außerhalb des Klassenraums den Mund-und-Nasen-Schutz tragen. Und falls ein Kind mal etwas nachsichtig mit dieser Vorsichtsmaßnahme sei, erinnere es ein anderes Kind daran, bemerkt Mengel. An der Regenbogenschule gebe es zudem zwei Schulhöfe und versetzte Pausenzeiten, um sicherzustellen, dass sich nicht zu viele Kinder gleichzeitig an einer Stelle aufhalten.

Ungewohnte Schulsituation

Diese Devise gilt auch an der Grundschule Haina, wie Schulleiterin Stephanie Schmidt erzählt. Nur in einer Hinsicht unterscheidet sich die Grundschule in Haina von der Regenbogenschule: Auf dem Schulgelände seien die Kinder von einem Mundschutz befreit. „Wir haben bei der geringen Anzahl von Schülern genug Platz“, erläutert Schmidt. „Und wenn ein Kind den Abstand dann doch nicht einhält, kann immer noch eine der zwei Pausenaufsichten eingreifen.“

Die 17 Kinder der Hainaer Grundschule gehen laut Schmidt souverän mit der ungewohnten Schulsituation um, die Wiederaufnahme des Unterrichts verlief auch hier „relativ reibungslos“. „Wir sind ja schon das zweite Mal in der Vorbereitung gewesen“, räumt die Schulleiterin lachend ein. Sie spielt damit auf das Gerichtsurteil an, das Ende April den Schulstart für Viertklässler an den Grundschulen nach hinten verschob. Anders als an der Regenbogenschule lernen in der Grundschule Haina ab sofort zwar nur knapp halb so viele Viertklässler wieder im Unterricht, doch gilt an beiden Standorten gleichermaßen: Abstand halten.

Zurückhaltendes Verhalten bei den Schülern

An der Cornelia-Funke-Schule in Gemünden registrierte die Schulleitung gestern „ein sehr zurückhaltendes Verhalten der Viertklässler“, wie der für den Grundschulbereich zuständige Konrektor Thomas Mandel auf Anfrage berichtete. Die Mädchen und Jungen seien hin- und hergerissen gewesen, was sie erwartete. Mandel: „Sie hatten gehörig Respekt.“ Immerhin mussten sie seit dem 16. März der Schule fernbleiben.

Die zwei Klassen wurden nach seinen Worten in vier Gruppen aufgeteilt. Im Einzelnen handelte es sich um zweimal neun Schüler sowie um eine Gruppe mit acht sowie um eine weitere mit sieben Schülern. Zwischen 8.30 und 12.05 Uhr wurden sie entsprechend voneinander getrennt parallel unterrichtet. „Dabei wurden auch die Hygiene- und Abstandsregeln besprochen. Es ging außerdem auch um das Verhalten und das Tragen von Masken auf dem Schulhof.“ Für den Schulhof legt die Cornelia-Funke-Schule sehr großen Wert darauf, dass von Schülern und auch Lehrern Mund-Nasen-Masken getragen werden. Der Auftakt für die Viertklässler sei vielversprechend gewesen.

Es werde sich aber rasch zeigen, „ob sich die am Schreibtisch entworfenen Konzepte für die Viertklässler bewähren – oder ob wir nachjustieren müssen“, beschreibt Mandel. Wie auch immer: Die mit diesen Schülern gemachten Erfahrungen „bringen uns eventuell auch ein Stück weiter, wenn die Klassen 1 bis 3 wieder in die Schule gehen werden“, hofft der Konrektor.

Erfahrungen mit dem Unterricht für ältere Jahrgänge wurden an der Cornelia-Funke-Schule bereits gemacht. Am 27. April zogen 34 Schüler der Abschlussklassen R10 und H9 wieder in die Klassenräume ein. Schulleiterin Doris Bechold zeigte sich gestern mit dem bisherigen Verlauf in dieser Altersgruppe grundsätzlich zufrieden. Sie räumte ein, „dass es hier und dort schon einmal kleinere Probleme mit dem Einhalten der Abstandsregeln gab“. Diese hätten sich in der Regel in der Pause gezeigt: „Viele tragen Masken, und da wird schon mal der vorgeschriebene Abstand vergessen. Das kann schnell passieren, auch ohne böse Absicht“. Dann würden die Lehrer darauf hinweisen.

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