Bürger äußern auch Bedenken

Flüchtlinge in Gemünden haben gute Chancen auf Asyl

Bürgerversammlung: Rund 300 Gemündener informierten sich über viele Details rund um die Aufnahme der Flüchtlinge in Gemünden. Foto: Daum

Gemünden. Für Gemünden ist es eine echte Herkulesaufgabe: Bis zu 250 Flüchtlinge wird die 3000-Einwohner-Stadt in diesen Tagen aufnehmen.

Am Freitagabend werden bereits die ersten Menschen aus Syrien, Afghanistan, Iran, Irak und Eritrea erwartet (HNA berichtete). Sie werden dann in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Sport- und Kulturhalle in Gemünden untergebracht. Sie warten dann darauf, dass ihre Asylanträge bearbeitet werden.

In einer Bürgerversammlung, zu der rund 300 Bürger am Donnerstagabend gekommen waren, hatte Landrat Dr. Reinhard Kubat den teilweise besorgten Gemündenern zugerufen: „Der Landkreis wird Gemünden und die anderen Gemeinden, die Flüchtlinge aufnehmen, nicht im Stich lassen. Wir werden aber auch dafür sorgen, dass sich Kommunen nicht ihrer Verantwortung entziehen.“ So funktioniere die Solidargemeinschaft.

Bürgermeister Frank Gleim betonte, dass Gemünden stets von der zu zwei Dritteln im Besitz des Kreises befindlichen Halle profitiert habe und man nun in der Pflicht stehe, dem Kreis in dieser Notlage zu helfen.

Zwar wäre die Sporthalle an der Dietrichskehle wegen ihrer Lage besser für die Unterbringung der 250 Flüchtlinge geeignet gewesen. „Sie ist aber zu klein. Dort hätten wir pro Person nur zwei Quadratmeter bereitstellen können. In der Sport- und Kulturhalle sind es vier“, sagte Gleim.

Natürlich wisse er um die Sorgen der Menschen in Gemünden. Gerade die Nähe der Erstaufnahmeeinrichtung zu Kindergarten und Schule beunruhige viele Eltern. „Ich appelliere aber an alle Gemündener, die Sachlage erst einmal abzuwarten und den Flüchtlingen positiv zu begegnen. Vielleicht gibt es zu viele geschürte Ängste.“

Angesichts der jüngsten Schlägereien zwischen Flüchtlingen in der Zeltstadt Kassel-Calden zeigte sich ein Bürger besorgt. „Auch hier in Gemünden treffen viele Ethnien aufeinander. Können Auseinandersetzungen auch bei uns passieren?“, fragte er.

Kubat sagte, dass die in Gemünden untergebrachten Flüchtlinge im Gegensatz zu vielen Flüchtlingen in Calden sehr gute Chancen auf Asyl hätten. „In Gemünden wird sich daher sicher nicht so viel Frust aufbauen, der sich in solch einer Form entlädt.“ Gleim ergänzte, dass es auch einen Sicherheitsdienst und Polizeipräsenz gebe.

Gemeinsam mit Gleim machte der Landrat deutlich, dass die Unterbringung in der Sport- und Kulturhalle Gemünden kein Dauerzustand sein soll. „Wir arbeiten fieberhaft daran, Alternativen in Form von leer stehenden Fabrikhallen, Containerdörfern oder anderen Möglichkeiten im Landkreis zu schaffen, um Belegungen von Sport- und Kulturhallen, die von der Bevölkerung auf verschiedene Weise genutzt werden, wieder rückgängig machen zu können oder in Zukunft zu vermeiden. Wir können aber leider noch nicht sagen, wann uns das gelingt“, sagte Kubat.

Welche Fragen bei der Bürgerversammlung noch gestellt und beantwortet wurden, Neuigkeiten zur Ankunft der Flüchtlinge sowie Reaktionen von Schule und Gemündener Vereinen zur Flüchtlings-Situation lesen Sie auf www.hna.de/frankenberg und in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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