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Gemündener Ukrainehilfe freut sich über Spenden- und Hilfsbereitschaft

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Von: Martina Biedenbach

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Der Lions-Club Frankenberg spendete 10 000 Euro für die Gemündener Ukrainehilfe. Präsident Armin Fleck (links) und Günter Beil überreichten einen Scheck an Organisatorin Alevtina Fedorenko (Mitte) und die geflüchteten Ukrainerinnen Kateryna Aleksieva (links) und Julia Masliukova im Geschäft der Blumen-Twins in Frankenberg.
Der Lions-Club Frankenberg spendete 10 000 Euro für die Gemündener Ukrainehilfe. Präsident Armin Fleck (links) und Günter Beil überreichten einen Scheck an Organisatorin Alevtina Fedorenko (Mitte) und die geflüchteten Ukrainerinnen Kateryna Aleksieva (links) und Julia Masliukova im Geschäft der Blumen-Twins in Frankenberg. © Martina Biedenbach 

Ob Geldspenden, Sachspenden oder Hilfeleistungen. Die Gemündener Ukrainehilfe freut sich über viel Unterstützung. Über 100 Geflüchtete sind bereits in der Wohrastadt angekommen.

Frankenberg/Gemünden – Alevtina Fedorenko ist überwältigt von der Hilfsbereitschaft. Die 43-Jährige, die mit ihrer Zwillingsschwester Julia Bartels in Frankenberg das Geschäft Blumen-Twins betreibt, selbst russisch-ukrainische Wurzeln hat und in Gemünden lebt, ist Hauptinitiatorin der Gemündener Ukrainehilfe.

„Es ist unglaublich, wie viele Menschen uns unterstützen und sich für Geflüchtete aus der Ukraine einsetzen. 103 Menschen sind bereits in Gemünden angekommen. Weitere werden erwartet“, sagte sie, als sie am Dienstag im Blumenladen eine Spende über 10 000 Euro vom Frankenberger Lions-Club entgegennahm. 6000 Euro werden auf das von Gemündener Parteien eröffnete Spendenkonto „Gemündener Ukrainehilfe“ überwiesen, 4000 Euro sind Gutscheine, die in Geschäften des Kaufmännischen Vereins eingelöst werden können, erläuterte LionsPräsident Armin Fleck. Weitere 2500 Euro hat die Gemündener Ukrainehilfe vom Serviceclub der Soroptimistinnen in Korbach am Wochenende erhalten.

Fleck und Lions-Club-Mitglied Günter Beil zeigten sich beeindruckt davon, was das Gemündener Organisationsteam auf die Beine stellt. Dem Team gehören neben Alevtina und ihrer Tochter Beatrice Fedorenko der Gemündener Bürgermeister Frank Gleim, der Stadtverordnetenvorsteher Harald Stehl, Iryna und Xenia Schemdajew sowie Erik Bettenhausen an. Sie beschließen gemeinsam, wofür das Spendengeld verwendet wird, zum Beispiel für Ausstattung von Wohnungen, für Wasser, Strom und Heizung oder für Spritgeld für Helfer, die Fahrdienste übernehmen oder Materialspenden abholen, schildert Alevtina Fedorenko.

Geflüchtete haben auch bereits Geldbeträge erhalten. „Die Menschen kommen hier an und haben gar nichts“, sagt sie. Deshalb werden im ehemaligen Geka-Gebäude im Struthweg in Gemünden auch weiterhin Sachspenden angenommen: von Hausrat über Sommerkleidung für Frauen und Kinder bis Möbel.

Fast noch mehr als die Geldspenden ist die Floristin bewegt von der Hilfsbereitschaft der Menschen. Wenn das Organisationsteam über Whatsapp Hilfe anfrage, stünden immer Freiwillige bereit. An nur einem Wochenende haben sie das leerstehende Pfarrhaus eingerichtet, so dass dort acht Menschen wohnen können. Es wird als erste Unterkunft genutzt, bis die Geflüchteten andere Wohnungen erhalten. 16 Wohnungen wurden bereits von Privatpersonen zur Verfügung gestellt.

Die Soroptimistinnen Korbach haben 2500 Euro an die Gemündener Ukrainehilfe gespendet, hier vertreten durch Harald Stehl und Beatrice Fedorenko, rechts Club-Präsidentin Renate Thuma.
Die Soroptimistinnen Korbach haben 2500 Euro an die Gemündener Ukrainehilfe gespendet, hier vertreten durch Harald Stehl und Beatrice Fedorenko, rechts Club-Präsidentin Renate Thuma. © Armin Hennig

Das Organisationsteam hilft beim Ausfüllen von Formularen bei der Anmeldung bei der Stadt, fährt mit dem Gemündener Bürgerbus Menschen nach Frankenberg zum Landratsamt für die Anmeldung bei der Ausländerbehörde und beim Sozialamt.

Und ganz wichtig ist die Whatsapp-Gruppe für die Geflüchteten. Ihr gehören auch Ukrainer an, die in anderen Orten im Frankenberger Land ankommen. Sie erhalten Rat und sie unterstützen sich gegenseitig, helfen bei Arbeitseinsätzen mit. Sechs Jugendliche folgten dem Aufruf in der Gruppe und spielen jetzt beim TSV Frankenberg Volleyball. Nächstes Projekt der Ukrainehilfe in Gemünden: Im Geka-Gebäude soll eine Betreuung für Drei- bis Sechsjährige, die noch keinen Kitaplatz haben, eingerichtet werden.

Alevtina Fedorenko ist auch als „Arbeitsvermittlerin“ im Einsatz. Mehreren Frauen hat sie schon Jobs vermittelt. Eine Mathelehrerin unterrichtet an der Schule in Gemünden ukrainische Kinder. Alevtinas Telefon steht nie still – und sei es der Hilferuf einer Ukrainerin, die mit dem Bus in Rosenthal gestrandet ist und nicht weiter weiß. (Martina Biedenbach)

So kann man spenden

Sachspenden können wochentags von 14 bis 19 Uhr, am Wochenende von 12 bis 18 Uhr im Geka-Gebäude Struthweg in Gemünden abgegeben werden; Infos dazu bei Beatrice Fedorenko, Tel. 01 52/ 54 86 45 61. Geldspenden an das Gemündener Spendenkonto (gemuenden-wohra.de), oder über das Spendenkonto der Lions (frankenberg-eder.lions.de/spenden).

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