Feierlich eingeweiht

Neuer Treffpunkt in Gemünden am Else-Wissenbach-Platz entstanden

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Freute sich über die Einweihung des Else-Wissenbach-Platzes: Bürgermeister Frank Gleim. Bei dem Pavillon kommen noch ein Dach, ein Bild sowie der Lebenslauf von Wissenbach hinzu. 

Gemünden. „Mit diesem Platz haben wir eine Verweilstelle und Parkplätze geschaffen. Doch vor allem ist er auch der Ehrenbürgerin Else Wissenbach gewidmet“, sagte Bürgermeister Frank Gleim.

In Gemünden wurde am Kreuzungsbereich Steinweg/Hainstraße der Else-Wissenbach-Platz feierlich eingeweiht. Anwohner und Beteiligte waren gekommen, um die Veranstaltung mitzuerleben.

Doch wer war die Ehrenbürgerin Gemündens eigentlich? Wissenbach wurde 1898 in Gemünden geboren, wuchs jedoch in Frankfurt am Main auf. 

Else Wissenbach

Von 1921 bis 1933 leitete sie das Amt für Jugend und Wohlfahrt in Diez, wie Pfarrer a. D. Eckhart Haberkorn in seiner Rede erklärte. Wissenbach war eine frühe Gegnerin des Nationalsozialismus. Die Folge: Sie wurde aus ihrem Amt entlassen. Nach ihrem Studium der Sprache und Kunstgeschichte in Italien, kehrte sie 1936 wieder nach Gemünden zurück.

Buch über Gemünden

Sie verfasste zwei Gedichtbände und schrieb ein Buch über die Geschichte der Stadt Gemünden. „Vom Dorf zur Stadt“ erschien 1953 zur 700-Jahr-Feier. „Sie hat damit eine reiche Fundgrube für alle geschaffen, die an der Stadtgeschichte Gemündens interessiert sind“, sagte Haberkorn bei der Einweihung des Platzes. Bevor der Else-Wissenbach-Platz errichtet wurde, befanden sich dort zwei leer stehende Häuser. „Ein Gebäude gehörte bereits der Stadt, das andere konnten wir durch eine Zwangsversteigerung erwerben“, berichtete Bürgermeister Gleim. Neben dem Platz selbst sind dort auch Ladesäulen von der Energie-Gesellschaft Frankenberg für Elektroautos und E-Bikes entstanden. „Rad- und Autofahrer können hier also laden und gleichzeitig in der Umgebung verweilen“, sagte Gleim.

Pavillon entstanden

Insgesamt hat die Gestaltung des Else-Wissenbach-Platzes 180 000 Euro gekostet. Mit 70 Prozent wurde er durch das Programm Soziale Stadt gefördert. Ein Pavillon, der sich ebenfalls auf dem Platz befindet, ist noch nicht komplett fertig. Er bekommt noch ein Dach. Ein Bild von Wissenbach und ihr Lebenslauf werden außerdem noch in das Glas eingelassen. „Wir können dankbar und stolz sein, dass wir den Platz geschaffen haben“, sagte Gleim. Und zugleich wies er darauf hin, dass der Ort nicht dem Vandalismus zum Opfer fallen dürfe. „Jeder sollte ein Auge darauf haben, damit wir den Platz viele Jahre genießen können.“ Und wie ging es für Else Wissenbach nach der Erscheinung ihres Buches weiter? Im Februar 1978 erhielt sie das Ehrenbürgerrecht der Stadt Gemünden. Nur ein Jahr später starb sie in Hannover. 

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