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Bürgerhaus Gemünden: Einweihung nach zwei Jahren Sanierung

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Von: Klaus Jungheim

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Die Sanierung des Bürgerhauses in Gemünden ist fast abgeschlossen: Die Wände, Türen und Fenster wurden umgeplant, so dass zum Beispiel der Haupteingang jetzt zentraler in den Vordergrund gerückt worden ist. Offizielle Einweihung ist am Freitag, 3. Februar.
Die Sanierung des Bürgerhauses in Gemünden ist fast abgeschlossen: Die Wände, Türen und Fenster wurden umgeplant, so dass zum Beispiel der Haupteingang jetzt zentraler in den Vordergrund gerückt worden ist. Offizielle Einweihung ist am Freitag, 3. Februar. © Klaus Jungheim

Was lange währt, wird endlich gut. Oder: Belohnt wird der, der warten kann. Diese Weisheiten treffen auch auf das Gemündener Bürgerhaus zu.

Gemünden – Nach rund zweijähriger Sanierung ist das Gebäude jetzt quasi wie neu. Im Dezember 2020 waren die ersten Aufträge vergeben worden. Seitdem wurde es in großem Stil saniert, und zwar gestalterisch, funktionell und energetisch.

Mit einer Fertigstellung war laut Planung für den Spätsommer 2022 gerechnet worden. Gemündens Bürgermeister Frank Gleim informierte auf HNA-Anfrage: „Aufgrund der bekannten Situation auf dem Material- wie Arbeitsmarkt hatte sich die Fertigstellung verschoben.“

Im Zuge der umfangreichen Arbeiten wurde das Bürgerhaus größtenteils in den Rohbauzustand zurückgebaut. Was folgte, entspricht quasi einem Neuaufbau. Das hatte das Bürgerhaus auch bitter nötig. Denn es hatte rund 40 Jahre auf dem steinernen Buckel. Durch die intensive Nutzung in den vergangenen Jahrzehnten war es mächtig abgenutzt.

Hell mit Brauntönen und große, runde LED-Deckenleuchten: Blick in den Hauptsaal zum Thekenbereich. Rechts die Trennwand zur Sport- und Kulturhalle. Durch zwei Fußballturniere in dieser Halle gab es für die Bürgerhaus-Infrastruktur bereits eine Generalprobe. Die Feuertaufe für das sanierte Gebäude steht bevor: drei Karnevalstage Mitte Februar.
Hell mit Brauntönen und große, runde LED-Deckenleuchten: Blick in den Hauptsaal zum Thekenbereich. Rechts die Trennwand zur Sport- und Kulturhalle. Durch zwei Fußballturniere in dieser Halle gab es für die Bürgerhaus-Infrastruktur bereits eine Generalprobe. Die Feuertaufe für das sanierte Gebäude steht bevor: drei Karnevalstage Mitte Februar. © Klaus Jungheim

Das Gelingen der Frischzellenkur soll in der Wohrastadt demnächst gefeiert werden. Am Freitag, 3. Februar, findet ab 16 Uhr die offizielle Einweihung des sanierten Bürgerhauses statt. Geladen sind Planer, Firmen und Mandatsträger der Stadt Gemünden. Tagsdrauf, am Samstag, 4. Februar, gibt es einen Tag der Offenen Tür (14 bis 16 Uhr).

Ein solches Projekt verschlingt eine gehörige Portion Geld. Nicht selten wird es teurer als gedacht. So auch in Gemünden. Verändert haben sich die Kosten gegenüber der früheren Kalkulation: Ursprünglich waren für die Bürgerhaus-Sanierung rund 2,3 Millionen Euro eingeplant – durch die pandemiebedingten Erschwernisse sowie die allgemeine Marktsituation wurden aber von Anfang an generell Kostensteigerungen erwartet. Insbesondere bei der Materialbeschaffung.

Kochgelegenheit mit viel Platz: Gemündens Bürgermeister Frank Gleim (links) bespricht mit dem städtischen Bauamtsleiter Paul Mertke die Funktion dieses Konvektomats in der sogenannten Regenerierküche.
Kochgelegenheit mit viel Platz: Gemündens Bürgermeister Frank Gleim (links) bespricht mit dem städtischen Bauamtsleiter Paul Mertke die Funktion dieses Konvektomats in der sogenannten Regenerierküche. © Klaus Jungheim

Laut Bürgermeister Frank Gleim wurde mit einer allgemeinen Steigerung der Kosten von ca. fünf bis acht Prozent gerechnet: „Bei dem entstandenen gesamten Kostenaufwand liegen wir mit Stand Januar 2023 jetzt bei rund 2,5 Millionen Euro.“

Von dieser Summe seien 2,1 Millionen förderfähig, heißt es. Ursprünglich war davon ausgegangen worden, dass 70 Prozent davon durch Mittel des Projektes Soziale Stadt getragen werden. 30 Prozent – rund 800 000 Euro – durch die Stadt selbst. Aber: „Die Stadt klärt derzeit, ob die durch äußere Umstände entstandenen Teuerungen noch zusätzlich über das Projekt Soziale Stadt mitgefördert werden können“, informierte Gleim. Dies zeige sich erst nach Gesamtabschluss der Maßnahme in Abstimmung mit dem Ministerium. „Davon hängt dann auch die endgültige Höhe des städtischen Anteils ab“, erklärte der Verwaltungschef, der auf die besondere Stellung des Bürgerhauses in der Infrastruktur der Stadt hinwies.

Für die energetische Sanierung wurde der Stadt Gemünden ein zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Höhe von 311 000 Euro zugesagt. Das Gebäude wird gemäß aktueller Vorgaben als sogenanntes „KfW-Effizienzgebäude 70“ wärme-isolierend saniert.

Nicht integriert in die umfangreiche Bürgerhaus-Sanierung war die direkt angrenzende Sport- und Kulturhalle. In diesem Gebäudekomplex gab es lediglich punktuelle, vergleichsweise kleinere Verbesserungsarbeiten beziehungsweise „aus erforderlichen Sicherheitsauflagen begründete bauliche Aktivitäten“, schilderte der Bürgermeister. Für die zusätzlichen baulichen Aktivitäten am Sporthallenteil seien die dort entstandenen Kosten gemäß Betriebsvertrag zwischen Landkreis und der Stadt 1/3 – 2/3 aufzuteilen, so Gleim.

Modernes Flachdach, neue Elektrik, kostenfreies WLAN, mehr Toiletten

Um das Gemündener Bürgerhaus aus dem Jahr 1982 fit für die nächsten 40 Jahre zu machen, wurde es größtenteils in den Rohbauzustand zurückgebaut. Die Sanierung des Bürgerhauses ist quasi ein Neuaufbau auf dem ursprünglichen Rohbau.

Details im Überblick:

Die Wände, Türen und Fenster wurden umgeplant, so dass zum Beispiel der Haupteingang jetzt zentraler in den Vordergrund gerückt worden ist. Der davor liegende kleine Parkplatz verfügt über zwei Behinderten-Parkplätz. Aber: Die für den vorderen Eingangsbereich ursprünglich vorgesehene Ladestation für Elektro-Autos und E-Bikes wurde dort nun doch nicht installiert.

Die Zahl der Toiletten ist laut Hessischer Versammlungsstättenrichtlinie vergrößert worden. Die bisherige behindertenfreundlich gestaltete Toilette wurde demnach behindertengerecht.

Stilles Örtchen: Die Toilettenzahl ist vergrößert worden. Die sogenannten stürzenden Linien auf dem Bild entstanden durch Weitwinkeleinsatz beim Fotografieren.
Stilles Örtchen: Die Toilettenzahl ist vergrößert worden. Die sogenannten stürzenden Linien auf dem Bild entstanden durch Weitwinkeleinsatz beim Fotografieren. © Klaus Jungheim

Die bisherige Vollküche ist durch eine sogenannte Regenerierküche mit zusätzlichen Kühlzellen ausgetauscht worden. Grund: Es werde immer weniger gekocht und vermehrt auf Catering zurückgegriffen, informierte Bürgermeister Frank Gleim.

Das „Stadtbüro“ hat im Raum der ehemaligen Bücherei eine neue Heimat gefunden. Dieses neue Büro ist als ein von der Verwaltung genutzter Multifunktionsraum gedacht, und zwar unter anderem für individuelle Beratung, mit Barrierefreiheit für dienstliche Sachbearbeitung nach einer Terminvereinbarung, als technischer Besprechungsraum mit Beamer/Leinwand und als Fraktionsraum (Übrigens: Die Bücherei der Stadt Gemünden befindet sich seit Juli 2020 in der Auestraße 28 – ehemals JuCa neben dem Freibad).

Letzte Arbeiten: Die Handwerker sind im Endspurt. Hier legen sie auf dem neuen Flachdach an der Lüftungskonstruktion noch Hand an.
Letzte Arbeiten: Die Handwerker sind im Endspurt. Hier legen sie auf dem neuen Flachdach an der Lüftungskonstruktion noch Hand an. © Klaus Jungheim

Durch eine Öffnung der Faltwände können im sanierten Bürgerhaus die drei Gruppenräume gemeinsam genutzt werden. Allerdings kann bei einer voneinander getrennten Nutzung durch die Faltwände ein kleiner Flur entstehen. Die drei Räume müssen aber laut Vorgabe der Förderstelle jeweils separat voneinander nutzbar gestaltet werden.

Die alten Bürgerhaus-Satteldächer über der Eingangsfront sind verschwunden, um die einstige verwinkelte, anfällige Konstruktion durch ein modernes Flachdach-System zu ersetzen.

 Auch neue Decken, Wände, Fenster, Fußböden, Türen, Elektrik und Lüftungsanlage gehörten zum Sanierungspaket.

 Die gesamte neue technische Infrastruktur wird durch diesen Umbau unabhängig von der angrenzenden Sport- und Kulturhalle betrieben. Örtliche Nahwärme versorgt weiterhin das Heizungssystem.

Die Außenfassade ist mit Mineralwolle gedämmt und mit vorgehängten Platten verkleidet worden. Bei Beschädigungen sind diese leichter austauschbar.

Für Internet-Nutzer gibt es ein kostenfreies WLAN.

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