Stadtwald leidet unter Klimawandel – Wiederbewaldung geplant

Erste kleine Erfolge im Kampf gegen Borkenkäfer in Gemünden

Borkenkäferschäden wie hier im Wald bei Melsungen gibt es auch im Gemündener Stadtwald.
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Borkenkäferschäden wie hier im Wald bei Melsungen gibt es auch im Gemündener Stadtwald.

Angespannt bleibt die Lage in deutschen Wäldern. Auch im Gemündener Stadtwald. Wie überall in Mitteldeutschland litten in den vergangenen drei Jahren auch dort die Bäume unter der großen Hitze und somit unter dem Klimawandel.

Gemünden – „Borkenkäfer und andere Insekten fühlten sich dort deshalb pudelwohl“, berichtete Martin Berthold, Produktionsleiter der Kommunalwald Waldeck-Frankenberg GmbH, während der Stadtverordnetenversammlung in der Sport- und Kulturhalle. Dabei stellte er zusammen mit der Gemündener Revierleiterin Monika Niemeyer den Parlamentariern den Forstwirtschaftsplan für 2022 vor.

Die Kommunalwald Waldeck-Frankenberg ist für die Bewirtschaftung und Holzvermarktung des 944 Hektar großen Gemündener Stadtwaldes inzwischen zuständig.

Martin Berthold, Produktionsleiter der Kommunalwald Waldeck-Frankenberg GmbH

Nach den weiteren Angaben von Martin Berthold sei die Fichte besonders stark betroffen. „Auch die Buche zum Beispiel hält uns sehr in Atem, denn wegen ihrer dünnen Rinde leidet sie unter der großen Hitze.“

Man habe intensive Versuche unternommen, den Borkenkäfer zu bekämpfen in der leisen Hoffnung, alsbald „die Bremse treten zu können“. Offenbar mit Erfolg: „Wir sind inzwischen guter Dinge, dass der Borkenkäfer ab dem Jahr 2022 nicht mehr derart häufig auftritt“, schilderte Martin Berthold.

Nachdem die Preise am Holzmarkt eine Zeitlang „katastrophal“ ausgefallen seien, sei nun beim Industrieholz eine positive Entwicklung zu beobachten. Martin Berthold: „Unsere Strategie, nicht hektisch zu werden und den Wald aufzuräumen, ist richtig.“ Der Markt habe leicht angezogen, die Nachfrage sei recht gut.

Nun gehe es um eine Strategie der Wiederbewaldung in den nächsten zehn Jahren. Es werde die Philosophie „Was schenkt uns die Natur selber?“ angewendet. Berthold: „Wir wollen schauen, mit welchen klimastabilen Baumarten wir die vorhandene Fichte ergänzen können.“ Er nannte als Beispiele Douglasie, Weißtanne, Küstentanne, europäische Lärche und Kiefer. Sollte einmal die Fichte punktuell für eine Vermarktung ausfallen, „stehen uns dann andere Sorten zur Verfügung“.

Produktionsleiter Martin Berthold betonte gegenüber den Stadtverordneten den großen Aufwand für eine Wiederbewaldung in den nächsten zehn Jahren: „Eine schwarze Null im Forstwirtschaftsplan oder sogar wieder ein Gewinn ist daher in nächster Zeit wohl schwer zu schaffen.“ So findet sich auch im aktuellen Zahlenwerk für 2022 ein Minus: Den Ausgaben in Höhe von 350 197 Euro stehen Einnahmen von 332 710 Euro gegenüber.  

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