Elvira und Reinhard Diehl hoffen auf Unterstützung

Sie pflegen Straßentiere: Gemündener gründen Tierschutzverein

Da ist Kuscheln angesagt: Reinhard und Elvira Diehl mit (von links) Chiara, Mischu, Mina und Meilo. Alle vier suchen noch ein Zuhause. Fotos: Pflug

Gemünden. Der neue Tierschutzverein "4 Pfoten in Not" setzt sich für Straßentiere aus Bulgarien, Spanien und Gemünden ein. Die Vorsitzenden Elvira und Reinhard Diehl hoffen auf Unterstützung.

Mit sichtlichem Wohlwollen schmeißt sich Mischu auf den Rücken und lässt sich den Bauch kraulen. Der kleine Mischlingsrüde mit den kurzen Beinen ist auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Mit diesem Anliegen ist der Rüde nicht alleine. Denn er sucht gemeinsam mit seinem Bruder Meilo. Die beiden gehören zu den insgesamt zehn Hunden, die momentan bei den Eheleuten Reinhard und Elvira Diehl in Gemünden wohnen. Erst vor wenigen Wochen haben die beiden mit sieben anderen den Verein „4 Pfoten in Not“ gegründet.

Neu im Tierschutz sind die beiden allerdings nicht. Sechs Jahre lang waren sie Mitglied im Verein „Deutsch-Bulgarische Straßentier-Nothilfe“. Jetzt wollen sie selbst die Spielregeln festlegen. Sie kümmern sich aber weiterhin als nach Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes anerkannte und vom Veterinäramt kontrollierte Pflegestelle um Tiere aus Bulgarien. „Wir arbeiten auch weiter mit einem bulgarischen Tierheim zusammen“, sagt Diehl. Aus dem stammen auch die äußerst zutraulichen Rüden Mischu und Meilo, die die Mitarbeiter eines Morgens angebunden am Zaun fanden, sagt Diehl. Ob die beiden wirklich Brüder sind, weiß man nicht. Aber bei den beiden sei sofort klar gewesen, die kennen sich und mögen sich.

Die Katzen kommen aus der Pflegestation einer Tierschützerin in Spanien oder sind Straßentiere hier aus Gemünden. Ziel ihres Vereins sei es, Straßentiere zu retten und zu vermitteln. „Tierschutz hört für mich nicht an der Grenze auf“, sagt Elvira Diehl. Die Zustände in Bulgarien seien katastrophal und nicht ansatzweise mit denen in Deutschland zu vergleichen. Aufmerksam auf das Schicksal der notleidenden Tiere seien sie bei einem Urlaub geworden.

Pflege mit Familienanschluss 

Viele der Hunde, die nach Gemünden kommen, seien verängstigt, abgemagert und auch krank. Diehls päppeln die Tiere wieder auf und erziehen sie. Anders als in großen Tierheimen leben die Tiere bei Diehls mit in der Familie. Die umfasst nicht nur Menschen verschiedenen Alters, sondern auch Hunde und Katzen.

„Wir können den Adoptanten so ganz viel über die Tiere und ihre Bedürfnisse erzählen“, sagt Diehl. Das habe bisher immer gut geklappt. Mit vielen Menschen, denen sie ein Tier vermitteln, bestünde immer noch Kontakt. „Es geht uns nicht um die Vermittlung um jeden Preis, sondern es muss auch wirklich passen“, sagt die Gemündenerin. Wer sich für ein Tier interessiere, solle und könne gerne öfter vorbeikommen.

Das ist mitunter ganz schön anstrengend, denn nebenher sind Diehls auch noch berufstätig. Aber so eine gemeinsame Passion schweißt auch zusammen: „Wir beide haben immer Gesprächsstoff und obwohl die Kinder aus dem Haus sind, wird es nie langweilig“, sagt Elvira Diehl und ihr Mann nickt zustimmend.

Trotzdem: „Ohne meine Schwiegereltern hätten wir das nicht geschafft“, so Elvira Diehl weiter. Diehls hoffen durch die Vereinsgründung auf etwas mehr finanzielle Unterstützung. Denn die Pflege der Tiere kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld.

Beschreibungen zu den einzelnen Hunden und mehr Bilder gibt es auf der Facebook-Seite „4 Pfoten in Not“. Wer eines der Tiere kennenlernen will, kann Elvira Diehl auch direkt unter 0171/9978943 anrufen.

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