Sechs bewegende Wochen

HNA-Mitarbeiterin berichtet in Gemünden über den Jakobsweg

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Auf dem Jakobsweg: Mit 12 Kilo schweren Rücksäcken und Pilgerstab bewältigten Jutta Ochs und Uli Strecker die 780 Kilometer von Saint-Jean-Pied-de-Port in Frankreich bis nach Santiago de Compostela. Hier sind sie auf der ersten Tagesetappe in den Pyrenäen zu sehen.

Frankenberg/Gemünden.  HNA-Mitarbeiterin Jutta Ochs ist 780 Kilometer auf dem Jakobsweg durch Spanien bis nach Santiago de Compostela gepilgert.  Im Interview erzählt sie, wie es war. Ein öffentlicher Vortrag folgt. 

Es waren sechs Wochen, die bis heute nachwirken:  Von ihrer Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg in Spanien im Frühjahr 2016 berichten HNA-Mitarbeiterin Jutta Ochs (57) und ihr Lebensgefährte Uli Strecker (64) in einem öffentlichen Vortrag am Freitag, 23. November, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Alter Bahnhof in Gemünden. Der HNA verrät unsere Kollegin Jutta Ochs schon einiges von der im doppelten Sinne bewegenden Zeit auf dem Camino.

Jutta, wie kamt Ihr auf die Idee, Euch auf den Jakobsweg zu begeben?

Jutta Ochs:Ich hatte vor vielen Jahren das Buch „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling gelesen und mir schon damals vorgenommen, irgendwann einmal den Jakobsweg zu gehen. 2015 sprach ich darüber mit Uli und er sagte sofort ja, als ich fragte, ob wir das gemeinsam machen wollten. Gesagt, getan. Im April 2016 ging’s dann los.

Wie habt Ihr Euch vorbereitet?

Ochs:Die Vorbereitung hat einige Zeit in Anspruch genommen. Wie kommen wir nach Saint-Jean-Pied-de-Port, den Startpunkt des Camino Francés? Welche Wanderschuhe sind die richtigen? Die neuen Schuhe mussten eingelaufen werden. Wandern mit zehn bis zwölf Kilogramm Gepäck musste trainiert werden. Im September und Oktober 2015 sowie im März 2016, kurz vorm Start, sind wir fast jedes Wochenende gewandert. Mit Gewichten im Rucksack. Die längste Strecke betrug 35 Kilometer.

Und wie lief es dann so unterwegs?

Ochs:Auf dem Weg lief es gut, ohne große Probleme. Wir sind ja von Mitte April bis Ende Mai gegangen, da war das Wetter schon verhältnismäßig gut. Schneereste über den Pyrenäen, Sonne und Regen – es war alles dabei.

Ihr habt in Pilgerherbergen übernachtet. Ist es da so voll, wie es in der Verfilmung von Hape Kerkelings Buch dargestellt wird?

Ochs: Pilgerherbergen gibt es in jedem Ort entlang des Weges. Ein Verzeichnis der Herbergen besorgten wir vor- her bei der Jakobusgesellschaft in Paderborn. Man findet überall eine Unterkunft, ohne vorzubestellen. Auf dem Weg war es nicht voll. Die Menschen verteilen sich. Wir waren durchaus auch auf Abschnitten alleine unterwegs. In den Herbergen war es unterschiedlich. Je nachdem, wo wir uns gerade auf dem Jakobsweg befanden. Achten musste man allerdings darauf, dass es keine Bettwanzen gab.

Was war für Dich das schönste Erlebnis?

Ochs:Mein schönstes Erlebnis hatte ich in einer kleinen Kirche an einem frühen Morgen. Der Sonnenschein erhellte die Kapelle durch ein kleines Fenster im Osten. Ein Gänsehautmoment, in dem ich die Nähe Gottes spürte. Schön war natürlich auch die Ankunft in Santiago an der Kathedrale und der Pilgergottesdienst. Da liefen die Tränen.

Hattet Ihr auch mal einen Hänger und wolltet vielleicht aufgeben?

Ochs: Einen wirklichen Hänger hatten wir nicht. Ich hatte allerdings zwischendurch einmal Heimweh. Viel Zeit dafür war nicht. Denn man kommt unterwegs ganz einfach mit anderen Pilgern ins Gespräch. Dabei ergeben sich zum Teil nette, zum Teil auch sehr tief gehende, berührende Gespräche.

Die Reise habt ihr ja schon im Frühjahr 2016 gemacht, warum haltet Ihr erst jetzt einen Vortrag darüber?

Ochs:Viele Freunde hatten gefragt, ob wir nicht einmal etwas über den Jakobsweg erzählen könnten. Die Umsetzung hat dann etwas länger gedauert als geplant, wie das halt so geht. Aber nun ist es soweit: am 23. November im Alten Bahnhof von Gemünden.

Viele versprechen sich vom Jakobsweg spirituelle Erlebnisse, Selbstfindung und Gottesbegegnungen. Wirst Du dazu auch etwas sagen, wie das bei Dir war?

Ochs: Ich bin eine gläubige Christin und diese Fragen haben auch mich unterwegs beschäftigt. Ich werde etwas dazu sagen. Aber mehr will ich hier in der Zeitung nicht verraten. Die Erlebnisse von 2016 wirken auf jeden Fall noch in uns nach.

Und nun? Habt Ihr schon die nächste größere Pilgertour geplant?

Ochs: Auf den Jakobsweg werden wir sicherlich noch einmal gehen. Wann, wissen wir noch nicht. Vielleicht wählen wir dann auch eine andere Route, denn viele Wege führen nach Santiago de Compostela.

Service

Der Bilder-Vortrag von Jutta Ochs und Uli Strecker über den Jakobsweg wird veranstaltet vom Gemünden Kulturverein Gleis 3. Er findet am Freitag, 23. November, ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Alter Bahnhof in Gemünden statt. Im Eintritt von 16 Euro ist auch ein dreigängiges Pilgermenü mit einem Getränk – ähnlich wie es auch auf dem Weg angeboten wird – enthalten. Um Anmeldung in der Gaststätte Alter Bahnhof, Tel. 0 64 53/ 595, wird gebeten. 

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