Im Spätsommer soll Einzug sein

40 Jahre altes Gemündener Bürgerhaus wird von Grund auf saniert

Übersicht: Gemündens Bürgermeister Frank Gleim (Mitte) bespricht mit dem städtischen Bauamtsleiter Paul Mertke den Sachstand der Bürgerhaus-Sanierung. Im Spätsommer 2022 soll alles fertig sein.
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Übersicht: Gemündens Bürgermeister Frank Gleim (Mitte) bespricht mit dem städtischen Bauamtsleiter Paul Mertke den Sachstand der Bürgerhaus-Sanierung. Im Spätsommer 2022 soll alles fertig sein.

Das Gebäude hat mehr als 40 Jahre auf dem steinernen Buckel und war aufgrund der intensiven Nutzung mächtig abgenutzt: Das Gemündener Bürgerhaus wird derzeit saniert, und zwar gestalterisch, funktionell und auch energetisch.

Gemünden – Dezember 2020 waren die ersten Aufträge vergeben worden. „Nach anfänglichen Verzögerungen sind wir positiver Hoffnung, dass das Bauvorhaben ohne weitere größere Vorkommnisse umgesetzt und fertiggestellt wird“, schilderte Gemündens Bürgermeister Frank Gleim auf HNA-Anfrage. Mit einer Fertigstellung wird für den Spätsommer 2022 gerechnet.

Im Zuge der Arbeiten wurde das Bürgerhaus größtenteils in den Rohbauzustand zurückgebaut. Was folgt, ist quasi ein Neuaufbau.

Die wartungsintensiven Dachaufbauten wurden entfernt. Die Dachlandschaft und die Außenfassade sind soweit möglich vereinfacht bzw. begradigt worden.

Dachpartie: Auf dem neuen Flachdach ist rechts bereits die Lüftungskonstruktion zu sehen.

Die Wände, Türen und Fenster wurden umgeplant, so dass zum Beispiel der Haupteingang jetzt zentraler in den Vordergrund gerückt worden ist.

Inzwischen sind die neuen Türen und Fenster geliefert und eingebaut worden, so dass die Außenhülle wieder geschlossen ist. Die Gewerke Elektro-, Heizung-, Lüftung- und Sanitärinstallation sind kürzlich gestartet. Weitere Ausschreibungen für die anstehenden Gewerke sind vorbereitet.

Hereinspaziert: Der Haupteingang liegt jetzt zentraler im Vordergrund. Zuvor befand er sich mehr seitlich.

Stand jetzt wird die Bürgerhaus-Sanierung rund 2,3 Millionen Euro kosten. „Von dieser Summe sind 2,1 Millionen förderfähig. Das bedeutet, dass 70 Prozent davon durch Mittel des Projektes Soziale Stadt getragen werden. 30 Prozent – rund 800 000 Euro – muss die Stadt aber selbst stemmen“, erklärte der Verwaltungschef, der auf die besondere Stellung des Bürgerhauses in der Infrastruktur der Stadt hinwies.

Ferner wurde der Stadt Gemünden ein zinsgünstiges Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Höhe von 311 000 Euro für die energetische Sanierung zugesagt. Das Gebäude wird gemäß aktueller Vorgaben als sogenanntes „KfW-Effizienzgebäude 70“ wärmeisolierend saniert.

Ob es bei den geplanten Kosten von rund 2,3 Millionen bleibt, ist allerdings fraglich. Durch die pandemiebedingten Erschwernisse sowie die allgemeine Marktsituation sind Kostensteigerungen zu erwarten. Insbesondere bei der Materialbeschaffung. Gleim: „Derzeit rechnen wir mit einer allgemeinen Kostensteigerung von ca. fünf bis acht Prozent.“

Nicht integriert in die umfangreiche Bürgerhaus-Sanierung ist die angrenzende Sport- und Kulturhalle. In diesem Gebäudekomplex gibt es lediglich punktuelle, vergleichsweise kleinere Verbesserungsarbeiten.

Von Küche und WC bis Stadtbüro und Flachdach

Um das Gemündener Bürgerhaus aus dem Jahr 1980 fit für die nächsten 40 Jahre zu machen, wurde es größtenteils in den Rohbauzustand zurückgebaut. Die Sanierung des Bürgerhauses ist quasi ein Neuaufbau auf dem ursprünglichen Rohbau.

Folgende Details stechen ins Auge:

Vorher, nachher: Diese Skizze im Zusammenhang mit der Sanierung des Bürgerhauses in Gemünden zeigt in der Ostansicht neben dem früheren wartungsintensiven Dach auch den alten Standort des Haupteingangs ...
... und hier in der neuen Gestaltung den in die Mitte versetzten Haupteingang. Außerdem ist die neue Flachdach-Anlage zu erkennen. Rechts Teile der Sport- und Kulturhalle.

Die Zahl der Toiletten wird laut Hessischer Versammlungsstättenrichtlinie vergrößert. Die bisherige behindertenfreundlich gestaltete Toilette wird demnach behindertengerecht vergrößert.

Der Haupteingang befindet sich jetzt in zentraler Position. Der davor liegende kleine Parkplatz soll später über zwei Behinderten-Parkplätze verfügen. Aber: Die für den vorderen Eingangsbereich ursprünglich vorgesehene Ladestation für Elektro-Autos und E-Bikes wird dort nun doch nicht installiert. Die aktuelle Planung sieht die Unterbringung einer Ladestation auf dem nur einen Steinwurf entfernten Oberhain-Parkplatz vor. Dies wird mit dem dort vorhandenen Elektroanschluss begründet.

Die bisherige Vollküche wird durch eine sogenannte Regenerierküche mit zusätzlichen Kühlzellen ausgetauscht. Grund: Es werde immer weniger gekocht und vermehrt auf Catering zurückgegriffen, hieß es.

Das „Stadtbüro“ wird im Raum der ehemaligen Bücherei untergebracht. Dieses neue Büro soll ein von der Verwaltung genutzter Multifunktionsraum werden, und zwar unter anderem für individuelle Beratung, mit Barrierefreiheit für dienstliche Sachbearbeitung nach einer Terminvereinbarung, als technischer Besprechungsraum mit Beamer/Leinwand und als Fraktionsraum.

Durch eine Öffnung der Faltwände können die drei Gruppenräume gemeinsam genutzt werden. Allerdings kann bei einer voneinander getrennten Nutzung durch die Faltwände ein kleiner Flur entstehen. Die drei Räume müssen aber laut Vorgabe der Förderstelle jeweils separat voneinander nutzbar gestaltet werden.

Die alten Bürgerhaus-Satteldächer über der Eingangsfront sind verschwunden, um die einstige verwinkelte, anfällige Konstruktion durch ein modernes Flachdach-System zu ersetzen.

Auch neue Decken, Wände, Fenster, Fußböden, Türen, Elektrik und Lüftungsanlage gehören zur Sanierung.

Die gesamte neue technische Infrastruktur wird durch diesen Umbau später unabhängig von der Sport- und Kulturhalle betrieben werden. Das Heizungssystem wird weiterhin mit der örtlichen Nahwärme versorgt.

Die Außenfassade wird mit Mineralwolle gedämmt und mit vorgehängten Platten verkleidet. Bei Beschädigungen sind diese leichter austauschbar.

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