Marburger Schauspielerin und Sängerin über Schlager, Heimat und Theater

Schauspielerin Christin Deuker über neues Stück "Verteufelte Zeiten"

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Zwei Mägde diskutieren: Christin Deuker (links) als Marie mit Heidi Mahler als Taline im Vordergrund.

Marburg. Christin Deuker, deren Vater die Gemündener Agentur Depro führt, ist mit dem Stück „Verteufelte Zeiten" jetzt in Marburg zu sehen. Wir haben mit ihr über Heimat und Beruf geredet. 

Sie stehen nach längerer Pause mal wieder in ihrer alten Heimat auf der Bühne. Sind sie da besonders nervös? 

Christin Deuker: Der Nervositätsfaktor und der Puls sind schon besonders hoch. Denn es kommen viele die man kennt - von alten Schulfreunden bis Verwandten. Aber natürlich ist es auch schön mal wieder da zu sein und Freunde und Familie sehen zu können.

Verstehen Nordhessen das Stück denn überhaupt? Es ist ja eigentlich auf Niederdeutsch. 

Deuker: Das haben mich meine Freunde auch gefragt. Keine Angst: Das Stück ist während der Tour auf Hochdeutsch mit norddeutschem Zungenschlag. Das versteht man und wird herzlich lachen können, da bin ich mir sicher.

Sie waren im vergangenen Jahr nicht nur mit dem Theater auf Tour, sondern auch als Moderatorin mit Schlagerstars unterwegs. Mögen Sie Schlager? 

Deuker: Privat höre ich das jetzt nicht besonders viel, aber kenne mich schon ein bisschen aus. Beruflich bin ich immer wieder mit Schlagern in Berührung gekommen, besonders in meiner Zeit bei der Familie Malente, die hauptsächlich Schlager-Revuen spielt.

Es war das erste Mal, dass Sie moderiert haben. Könnte es bei ihnen auch beruflich weiter in diese Richtung gehen? 

Deuker: Es hat mir unheimlich Spaß gemacht. Ab April gehen wir wieder auf Tour. Da freue ich mich drauf. Ich finde es spannend, mich mit diesen gestandenen Künstlern zu unterhalten, die ja oft auch schon in den 60er, 70ern und 80ern Stars waren. Ich bin da ins kalte Wasser gesprungen, aber die alten Hasen haben mich an die Hand genommen. Wir haben uns abends oft zusammengesetzt und unterhalten. Da ergeben sich oft einfach Themen für die Moderation am nächsten Tag. Ich fand es zum Beispiel superspannend, als Michael Holm erzählte, wie es war dabei zu sein, als Drafi Deutscher Marmor, Stein und Eisen bricht eingesungen hat. Aber was Moderation angeht, kann ich noch viel lernen.

Das klingt anstrengend. Dabei ist Schauspielerei für viele ein Traumberuf. War das für Sie auch immer so? 

Deuker: Ich hab schon früh Ballett gelernt und auch mal Theater gespielt. Aber mein Wunsch war das damals noch nicht. In meiner Jugend stand eigentlich das Leistungsschwimmen im Vordergrund. Da habe ich regelmäßig in Stadtallendorf trainiert. Mein Schlüsselerlebnis war ein Schulausflug in der siebten Klasse bei dem wir das Musical Saturday Night Fever sahen. Das fand ich so beeindruckend - ab da wusste ich, das will ich.

Und dann hat man Sie entdeckt und Sie standen auf den Bühnen der Republik. 

Deuker: Das wird einem heute oft suggeriert, besonders durch die vielen Casting-Shows. Natürlich gibt es glückliche Zufälle, das ist aber eher die Ausnahme. Das Meiste ist ganz viel harte Arbeit. Ich bin, seit ich 15 bin, mehrmals die Woche in die Tanzakademie „Step In“ in Marburg gegangen. Als für mich klar war, dass ich in Hamburg an der Stage School meine Musicalausbildung machen will, wusste ich, dass ich nun täglich Tanz und Gesang trainieren muss, damit ich die Aufnahmeprüfung schaffe. Dafür habe ich auch das Leistungsschwimmen aufgegeben. Für die Schauspielerei muss man brennen und hart daran arbeiten. Aber selbst dann gibt es auch mal Leerlauf.

Was heißt Leerlauf? 

Deuker: Eine Karriere in dem Bereich ist mit viel Unsicherheit verbunden. Oft weiß man nicht, wie das kommende Jahr aussieht. Man muss sich immer wieder bewerben und beweisen. Man kann nicht langfristig planen, hat keine festen Arbeitszeiten. Man arbeitet immer an unterschiedlichen Häusern, mit verschiedenen Regisseuren und Menschen zusammen. Ich liebe das und hatte bisher auch viel Glück, aber die Ungewissheit ist nicht für Jeden etwas.

Wissen Sie schon, was in diesem Jahr außerdem ansteht? 

Deuker: So viel darf ich noch nicht verraten, da viele Verträge noch nicht unterschrieben sind. Aber Leerlauf gibt es nicht: Im März gastieren wir mit Verteufelte Zeiten in Kapstadt. Ab April bin ich wieder mit den Schlagerlegenden auf Tour. Vielleicht mache ich auch mal wieder bei einer Schlagerrevue mit. Aber ich werde wieder auf der Theaterbühne stehen - und das auch in der Region bei den Schlossfestspielen Amöneburg.

Zur Person

Christin Deuker (30) wuchs in Marburg auf. Ihre Eltern leiten die Konzertagentur Depro in Gemünden. Nach dem Abitur ging sie auf die Stage School in Hamburg und ließ sich zur staatlich anerkannten Bühnendarstellerin ausbilden. Danach tourte sie mit der Familie Malente und seit 2012 regelmäßig mit dem Ohnsorg-Theater. Sie lebt mit ihrem Partner, dem Schauspieler Patric Dull, in Hamburg. Neben dem Schwimmen stehen in ihrer knappen Freizeit Unternehmungen mit Freunden im Vordergrund.

Das Stück

Im Stück geht es um den Bauern Heiko, der nach dem Krieg das Leben genießen will. Sein Hof verfällt derweil, trotz der Bemühungen seiner Mägde. Doch dann lobt Heiko einen Wettbewerb aus und das hat ungeahnte Folgen. Die Komödie wir am Donnerstag, 5. Januar, ab 20 Uhr im Erwin-Piscator-Haus in Marburg zu sehen sein. Karten für 35 Euro gibt es noch unter 06453/912470 und an der Abendkasse.

Weitere Informationen gibt es hier.

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