Mundschutz-Pflicht ab Montag

Masken sind im Frankenberger Land begehrt, aber kaum lieferbar

In „An&#39nettes Lädchen“ in Frankenberg nähen (von links) Annette Oppenborn, Beate Imhof und Gabi Winter Mundschutz aus Bettwäsche-Stoff.
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In „An'nettes Lädchen“ in Frankenberg nähen (von links) Annette Oppenborn, Beate Imhof und Gabi Winter Mundschutz aus Bettwäsche-Stoff.

Ab Montag gilt in Hessen eine Maskenpflicht. Beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen muss dann eine Maske getragen werden. Wo gibt es Masken zu kaufen?

  • Corona: Die hessische Landesregierung eine Maskenpflicht ab Montag, 27. Mai beschlossen.
  • In Waldeck-Frankenberg sind Mund-Nasen-Masken sehr gefragt und vielerorts Mangelware.
  • Maskenpflicht: Auch selbst genähte Masken und Loops oder Schals helfen die Ausbreitung von Corona zu verhindern.

Die Maskenpflicht kommt ab Montag, 27. Mai. Beim Einkaufen sowie in Bussen und Bahnen müssen Menschen ab sechs Jahren dann eine Maske tragen, um sich und andere vor dem Coronavirus zu schützen. Bei Verstößen drohen 50 Euro Bußgeld. 

Und alle, die noch keinen Mund-Nasen-Schutz haben, fragen sich: Woher bekomme ich eine Maske? Wir haben uns im Frankenberger Land umgehört. 

Corona in Waldeck-Frankenberg: Apotheken sind Anlaufstelle für Kauf von Masken

Die Rosen-Apotheke in Gemünden spürt nach dem Beschluss der Landesregierung eine verstärkte Masken-Nachfrage. Bis Mittwochmittag sind laut Apotheker Christian Güthoff 40 bis 50 Menschen auf der Suche nach Masken vorbeigekommen. Deshalb werden maximal zwei Stück pro Person verkauft. Der Preis für eine Maske lag am Mittwoch bei 3 Euro. 

„Bald haben wir keine mehr“, sagt Güthoff. Der pharmazeutische Großhandel könne nicht liefern. Deshalb haben er und seine Kollegen bei Amazon 1000 Masken bestellt. „Wenn’s gut läuft, kriegen wir nächste Woche neue“, sagt der Apotheker. FFP2-Standard-Masken hat die Rosen-Apotheke nur noch für den Eigenbedarf. Doch Güthoff rät zum Tragen von selbst genähten Masken, diese seien genauso gut und könnten mehrfach verwendet werden. 

„Bald haben wir keine Masken mehr“, berichtet Apotheker Christian Güthoff (rechts) von der Rosen-Apotheke in Gemünden, hier mit der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten Carola Preis.

Corona in Waldeck-Frankenberg: Apotheke in Haina wartet auf Masken-Nachschub

Auch die Kloster-Apotheke in Haina bestätigt Lieferengpässe für Nasen-Mund-Masken. Der Großhandel verfüge aktuell kaum über Masken. Ab und zu seien wenige lieferbar. „Wir können uns auf keinen Lieferweg mehr verlassen“, sagt Apotheken-Inhaber Peter Niemeyer. Niemand wisse, wann es wieder Nachschub gibt. Die Nachfrage dagegen steige. 

1000 Masken hat die Apotheke bereits Anfang April bestellt – die Lieferung steht bis heute aus. „Unser Vorrat ist fast am Ende“, sagte Apothekerin Birgit Pillar am Dienstag. Schon Mittwochmorgen gab es keine mehr. 

Der Marktpreis für die Masken ist laut Niemeyer auf das Zehnfache gestiegen. „Wir haben natürlich ein schlechtes Gewissen, wenn wir 50 Masken für 90 Euro verkaufen“, sagt er. Derzeit kosten in seiner Apotheke fünf Nasen-Mund-Masken zusammen 9,90 Euro. „Wir sind mittlerweile den halben Tag damit beschäftigt, uns um Masken zu kümmern und Anrufe dafür entgegenzunehmen“, sagt Niemeyer, der seine Kunden, so gut es geht, versorgen möchte. 

Corona in Waldeck-Frankenberg: Apotheken können hoher Nachfrage nach Masken kaum gerecht werden

Auch in der Apotheke am Obermarkt in Frankenberg möchte laut Andrea Battefeld, Pharmazeutisch Technische Assistentin, fast jeder Kunde eine Maske. Der Vorrat neigt sich dem Ende zu. Die Nachfrage sei seit Mittwochmorgen deutlich gestiegen. Verkauft werden FFP2-Standard-Masken für 7,95 Euro pro Stück. Von Privatpersonen genähte Mund-Nasen-Masken gibt es für 6,50 Euro. „Wir haben weitere Masken bestellt – wann sie kommen, können wir nicht sagen“, sagt Battefeld. 

Andrea Battefeld von der Apotheke am Obermarkt in Frankenberg zeigt zwei Typen von Masken: die rechte ist selbst genäht und kostet in der Apotheke 6,50 Euro, die linke ist eine FFP2-Standard-Maske für 7,95 Euro.

Die HNA hat noch bei weiteren Apotheken angefragt, doch nicht alle wollen Auskunft über ihren Maskenvorrat geben, da sie einen Ansturm befürchten. 

Corona in Waldeck-Frankenberg: Baumärkte wurden Opfer von Hamsterkäufen

„Mit Masken sieht es bei uns schlecht aus“, sagt Dietmar Schöneweiß vom Frankenberger Baumarkt Eisen-Finger. „Wir haben keine mehr, vielleicht wieder ab Mitte Juni.“ Der Markt sei Opfer von Hamsterkäufen geworden. Die nachbestellten Masken aus China würden vermutlich noch auf Schiffen liegen. Von der in Deutschland angelaufenen Produktion spüre Eisen-Finger noch nichts.

Ähnlich sieht die Lage im Bau- und Gartenmarkt Herkules aus. „Wir sind seit Wochen ausverkauft“, sagt Marktleiter Nils Großmann. „Ich hoffe, das ändert sich wieder.“ Derzeit versuchten er und seine Kollegen händeringend, Masken zu besorgen. 

Corona in Waldeck-Frankenberg: Landfrauen nähen Masken

Wie viele andere Vereine und Privatleute nähen auch die Landfrauen in Löhlbach Masken. Doch sie warten auf Material, berichtet Nicole Frank. Gummibänder, um die Masken hinterm Ohr zu befestigen, seien sehr gefragt und dementsprechend rar. 

Die Landfrauen geben ihre selbst genähten Masken an Hospize und Altenheime. Mit der beschlossenen Maskenpflicht sieht Frank eine Welle von Aufträgen auf sich und ihre Mitstreiterinnen zukommen. „Hoffentlich schaffen wir das“, sagt sie. Wenn Gummibänder weiterhin Mangelware bleiben, werden die Landfrauen Bänder an die Masken nähen. „Das Zusammenknoten ist aber aufwändiger für den Träger“, sagt die Landfrau. 

Sie und die anderen Frauen stellen die Masken in ihrer Freizeit her. „Wer uns nett fragt, bekommt eine“, sagt Nicole Frank. Im Gegenzug sei eine Spende etwa in Höhe von 5 Euro willkommen.

Nicole Frank und die Löhlbacher Landfrauen nähen Mundschutz selbst.

Corona in Waldeck-Frankenberg: In Annettes Lädchen können selbst genähte Masken bestellt werden

Auch Einzelhändler in Frankenberg bieten Mund-Nasen-Masken an. In „An'nettes Lädchen“ in der Bahnhofstraße etwa können Masken bestellt werden. Genäht werden sie von Inhaberin Annette Oppenborn sowie ihren Mitarbeiterinnen Beate Imhof und Gabi Winter. 

Da die Nachfrage seit Dienstag hoch ist, bitten die Frauen um Geduld. Zwar haben sie Schablonen angefertigt, um die Herstellung zu optimieren, doch ihre Kapazitäten sind begrenzt. Nicht alle Masken könnten sie bis Montag nähen. „Wir versuchen unser Bestes“, sagt Oppenborn. 

Letzte Woche sei der Verkauf ihrer Masken noch schleppend vorangegangen. 100 Stück hatten die drei Frauen vorproduziert. „Wir dachten, das wird auf jeden Fall eine Weile reichen“, sagt Oppenborn. Doch inzwischen seien sie alle verkauft. „Ganz Frankenberg will nun Masken“, sagt die Inhaberin von „Annettes Lädchen“. 

Für ihre selbst genähten doppellagigen Masken verwenden die Frauen Bettwäsche-Stoff aus 100 Prozent Baumwolle. Er ist bei hohen Temperaturen waschbar. Gummibänder sorgen dafür, dass die Masken leicht auf- und abgezogen werden können. Der Preis pro Stück liegt bei 8,95 Euro. Es gibt sie in zwei Größen – für Erwachsene und Kinder.

Corona in Waldeck-Frankenberg: Das sagt der Landkreis zur Versorgung mit Masken

Der Landkreis teilt mit, dass Krankenhäuser, Pflegeheime und ähnliche Einrichtungen in Waldeck-Frankenberg aktuell gut mit medizinischen Masken ausgestattet seien.

Erst kürzlich hatten Kreis und EWF 80.000 Atemschutzmasken für das Gesundheitswesen beschafft. Und der Kreis tue alles, damit die Ressourcen auch künftig zur Verfügung stehen.

Corona in Waldeck-Frankenberg: Wo gibt's noch Masken?

Wir möchten unsere Leser gerne darüber informieren, wo im Frankenberger Land man derzeit noch Masken bekommen kann. Geschäfte, die Masken verkaufen, können sich bei uns melden, wir veröffentlichen dies dann. Auch wer selbst genähte Masken abzugeben hat, kann sich an die Redaktion wenden: Tel. 06451/723318, E-Mail frankenberg@hna.de.

Mit einer Maske andere vor Corona schützen: Eine Anleitung, wie man selbst einen Mundschutz näht, finden Sie hier.

Alle Infos und Neuigkeiten rund um Corona in Waldeck-Frankenberg finden Sie in unserem News-Ticker.

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