Nach Kauf von Activaero: Vectura verlässt Gemünden

In einem Jahr wird hier Schluss sein: Die englische Unternehmensgruppe Vectura wird den Standort Gemünden aufgeben und das Gebäude verkaufen. Foto:  Paulus

Gemünden. Der Standort der Firma Vectura - früher Activaero - in Gemünden wird im März 2016 geschlossen. Diese HNA-Information bestätigte am Mittwoch die Vectura-Gruppe mit Hauptsitz in England.

„Die Entscheidung wurde vom Aufsichtsrat nach sorgfältiger Untersuchung des Geschäftsbetriebes in Gemünden getroffen. Die Untersuchung hat ergeben, dass Gemünden leider nicht die gewünschten Voraussetzungen bietet, welche notwendig wären, um den zukünftigen Anforderungen zu genügen", teilte das Unternehmen mit.

Vor einem Jahr gab es noch positive Nachrichten für den Standort Gemünden: Die britische Vectura-Gruppe hatte für 130 Millionen Euro den heimischen Medizintechnikhersteller Activaero gekauft. Alle 50 Arbeitsplätze von Activaero in Gemünden und im bayrischen Gauting bleiben erhalten, hatte Activaero-Geschäftsführer Dr. Gerhard Scheuch damals gesagt.

Jetzt ist in Gemünden, wo aktuell 20 Mitarbeiter beschäftigt sind, doch Schluss. Vectura wird den Standort am Stadtrand Gemündens im März 2016 aufgeben, die Produktion soll bis Anfang 2016 laufen. Activaero-Gründer Scheuch war am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

„Die Entscheidung, unseren Gemündener Standort zu schließen, war strategisch und notwendig. Es wird unseren Geschäftsbetrieb wirtschaftlicher und die Produktion unserer Vernebler kosteneffektiver machen“, sagte Dr. Chris Blackwell, Geschäftsführer (CEO) von Vectura, am Mittwoch in einer Presseerklärung auf Englisch.

Gemünden ist momentan an der Produktion der Vernebler der Firma beteiligt und unterstützt bei klinischen Studien sowie der Vermarktung der Geräte. Um die Produktionseffizienz zu verbessern, werden alle Aktivitäten aus Gemünden in die anderen Standorte von Vectura überführt: nach Gauting sowie Chippenham und Cambridge in England. Vectura setze zukünftig auf eine „externe Produktionsunterstützung“. Ein Plan für die Überführung in die anderen Standorte soll mit den Mitarbeitern erarbeitet, das Gebäude in der Wohraer Straße verkauft werden.

„Ich möchte allen Angestellten in Gemünden für ihre harte Arbeit danken und versichere ihnen, dass wir sie weiterhin unterstützen, während wir die Schließung des Standortes Anfang 2016 vorbereiten“, wird Geschäftsführer Blackwell in der Pressemitteilung zitiert. Was mit den Gemündener Mitarbeitern danach genau passiert, teilte Vectura nicht mit.

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