Nahwärme soll ab Herbst 2015 in öffentliche Gebäude fließen

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Noch im Bau: Im neuen DRK-Haus werden derzeit die Voraussetzungen für den Anschluss ans Nahwärmenetz geschaffen.

Gemünden. Wenn alles nach Plan läuft, werden ab Herbst 2015 viele öffentliche Gebäude in Gemünden mit Energie aus einem Nahwärmenetz beliefert. Das sagte Bürgermeister Frank Gleim gegenüber unserer Zeitung, die ihn zum Stand des Projektes befragte.

„Die Ausschreibung wurde in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro und den Partnern des Gebäudemanagements des Kreises sowie mit dem DRK Frankenberg und der Stadt auf den Weg gebracht. Eine Vergabe wird Anfang 2015 erfolgen", so der Rathaus-Chef.

Gleim: „Nach jetzigen Stand sind es die städtischen Gebäude Rathaus, evangelischer Kindergarten, Bürgerhaus und die Landkreisgebäude Sport- und Kulturhalle, Schule und Turnhalle Dietrichskehle sowie die DRK-Liegenschaften Seniorenheim, Kindergarten und neues Wohn- und Beratungsprojekt, die ab Herbst 2015 mit Wärme beliefert werden."

Beim DRK in Gemünden ist man schon bestens vorbereitet: Eine Übergabestation mit Wärmespeicher wird in dem neuen DRK-Wohn- und Beratungsprojekt, das derzeit im Gemündener Steinweg entsteht, in diesen Tagen installiert. „Wenn das Nahwärmenetz in Gemünden dann eingerichtet ist, kann die Station relativ unproblematisch an das Netz angeschlossen werden“, sagt Christian Peter im HNA-Gespräch. Der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Frankenberg setzt in der Einrichtung voll auf Wärmegewinnung durch Erneuerbarer Energien.

Das Nahwärmenetz in Gemünden soll in einem so genannten Contracting-Modell (HNA berichtete) betrieben werden, bei dem sich die Kosten für den Kunden in einem Anteil „Grundpreis“ und einen Anteil „Verbrauchspreis“ aufteilen. Der Contractor, der in einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag erhält, trägt die Investitionskosten. „Wie teuer das Gesamtprojekt sein wird, lässt sich noch nicht beziffern“, sagt Gleim. Er betont aber, dass auf alle Wärmeabnehmer lediglich liegenschaftsspezifische Kosten zukommen. „Die entstehen beispielsweise durch die Außerbetriebnahme der Altanlagen oder die Entsorgung der Heizöltanks. Die Kosten sind von Gebäude zu Gebäude je nach Anlage unterschiedlich, werden sich aber alle in überschaubarem Rahmen sein.“

Ziel der Stadt sei es auch, dass der Stadtwald als Lieferant des Rohstoffes zum Einsatz kommt. Schließlich sei für die Energieerzeugung eine Heizzentrale mit Holzhackschnitzelanlage geplant, die sich aller Voraussicht nach an der Dietrichskehle befinden wird.

Von Philipp Daum 

Was sich die Wärmeabnehmer von dem Nahwärmenetz versprechen und ob sich auch Privathaushalte anschließen können, erfahren Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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