Negatives Image für die Stadt befürchtet

Parlament lehnt neue Spielhalle in Gemünden ab

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Gemünden – Der Einrichtung einer Spielhalle in Gemünden hat die Stadtverordnetenversammlung einen Riegel vorgeschoben.

Während ihrer Sitzung am Dienstagabend im Bürgerhaus wurde einstimmig beschlossen, einem Magistratsantrag zur 2. Änderung des Bebauungsplanes „Sondergebiet für Einkaufszentren und großflächige Handelsbetriebe zwischen Ellnröder- und Grüsener Straße“ nicht zu folgen.

Die Spielhalle hätte in einem leerstehenden Gebäude eröffnet werden sollen, das einst für die Ansiedlung des Drogeriemarktes „dm“ nach dem „Aldi“-Auszug gedacht war. Ein Drogeriemarkt im Standort Gemünden ist laut Information der Betreiber allerdings nicht wirtschaftlich zu betreiben.

Nach langem Suchen einer neuen Vermarktungsmöglichkeit des Leerstandes durch den Eigentümer wurde folgender Vorschlag für eine Nutzung ausgearbeitet: Das Gebäude wird geteilt. Auf einer Fläche von 520 Quadratmetern sollen eine Pizzeria, ein Bistro und eine Spielhalle einziehen. Die Restfläche von 520 Quadratmetern könnte der Ansiedlung eines Werkzeugfachmarktes dienen.

Beim Thema Fachmarkt befürchteten die Parlamentarier eine mögliche Schwächung lokal vorhandener Anbieter in diesem Segment.

In erster Linie aber störten sich die Stadtverordneten an der Einrichtung einer Spielhalle. Anita Thursar (SPD): „Das ist heikel. Viele größere Städte wollen keine Spielhallen mehr, daher ziehen die Betreiber mehr aufs Land. In Gemünden gibt es aber bereits genug Spielautomaten. Und eine Kombination aus Pizzeria, Bistro und Spielhalle ist hinterlistig. Außerdem haben wir eine Verantwortung gegenüber jungen Familien und deren Kinder.“

Ein negatives Image für Gemünden befürchtete Hans-Hermann Faust (Bürgerliste): „Eine Spielhalle zieht auch dubiose Ortsfremde an.“ Ins selbe Horn stießen Wilfried Golde (SPD) und Armin Körbs (CDU): „Damit würden wir uns ein gewaltiges Problem in die Stadt holen.“

VON KLAUS JUNGHEIM

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