Startschuss für das Nahwärmenetz in Gemünden

Partner beim Gemündener Projekt Nahwärme: Sie setzen sich gemeinsam für den Bau des Holzhackschnitzel-Heizwerks, das neben die Sporthalle Dietrichskehle gebaut wird, ein (von links): Bürgermeister Frank Gleim, Landrat Dr. Reinhard Kubat, Walter Dersch vom Maschinenring und Karl-Friedrich Frese vom Vorstand des DRK-Kreisverbandes. Foto: Biedenbach

Gemünden. Lachende Gesichter trotz Sturm und Kälte gab es beim Startschuss des Gemündener Nahwärmeprojektes.

Schule, Turnhallen, Bürgerhaus, Kindergärten, Seniorenheim und andere Gebäude werden künftig von einem Holzhackschnitzel-Heizwerk aus, das an der Turnhalle Dietrichskehle entsteht, versorgt.

„Die Versorgung ist komplett regional“, betonte Bürgermeister Frank Gleim. Ein Großteil der Hackschnitzel, die aus Kronenholz gewonnen werden, könne die Stadt aus ihrem Stadtwald liefern, und so auch Einnahmen erzielen. Alle beteiligten Unternehmen kommen seinen Angaben nach trotz europaweiter Ausschreibung aus der Region.

Landrat Dr. Reinhard Kubat bezeichnete die „klimaschonende, regional-lokale Lösung“ als eine „tolle Sache“. Wie berichtet, haben sich Stadt, Landkreis und DRK Frankenberg zu diesem Projekt zusammengeschlossen, um künftig Heizkosten zu sparen. Denn dass Holzhackschnitzel auf Dauer günstiger sein werden als Heizöl, da waren sich - trotz niedriger Ölpreise - alle Partner einig.

Für den DRK-Kreisverband ist das Projekt aus diesem Grund attraktiv, obwohl die Heizanlage in seinem benachbarten Seniorenheim noch relativ neu ist, wie Geschäftsführer Christian Peter sagte.

Bürgermeister Gleim betonte, dass nur durch die klare Zusage der beiden Partner das Projekt realisiert werde könne. Die Stadt spare sich dadurch die teuere Modernisierung von Heizanlagen in öffentlichen Gebäuden.

1,1-Millionen-Projekt 

Das Projekt wird als Contracting-Modell umgesetzt. Das heißt, die Investition - rund 1,1, Millionen Euro - und die Umsetzung übernimmt ein Projektpartner: die M&V Wärme Contracting GmbH & Co. KG. Ihr gehören der Maschinenring Waldeck-Frankenberg, die Firma Veltum, die Energie Waldeck-Frankenberg und die Energie-Gesellschaft Frankenberg an.

Die M&V baut und betreut das Heizwerk und das Leitungsnetz. Die Kunden müssen nur für die Hausanschlüsse sorgen - in der Regel zwischen 500 und 2000 Euro - und sie zahlen einen Grundpreis und einen Verbrauchspreis.

Die Nahwärme soll laut Walter Dersch vom Maschinenring zu 90 Prozent mit Holz erfolgen. Zur Sicherheit wird aber auch ein Ölheiz-System eingebaut - und auch die Heizanlage des Seniorenheims könne zur Versorgung mitverwendet werden, so dass mit keinen größeren Störfällen zu rechnen sei.

Die Bauarbeiten für die Anlage und das Leitungsnetz sollen beginnen, sobald der Bewilligungsbescheid für den Investitionszuschuss gekommen ist. Das Land Hessen und die Region Burgwald-Ederbergland haben rund 140 000 Euro in Aussicht gestellt.

Wenn alles klappt, könne die Versorgung schon im Sommer laufen, sagte Dersch.

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