Sponsoren finden?

Schule in Gemünden zahlt für Mittagessen drauf

Mittagessen in der Cornelia-Funke-Schule: Tamara Diehl vom Förderverein (hinten) versorgt die Schulkinder (von links) Leonie Teske, Emely Teske und Dennis Ruhwedel mit einer warmen Mahlzeit. Das Mittagessen im Zuge des Ganztagsangebots muss von der Schule mitfinanziert werden, weil die Einnahmen alleine die Kosten nicht decken. Foto: Elke Müller

Gemünden. Als Ganztagseinrichtung ist die Cornelia-Funke-Schule (CFS) in Gemünden verpflichtet, den Schülern täglich ein warmes Mittagessen anzubieten. Problematisch ist es, wenn die Kosten für das Schulessen nicht mehr durch die Einnahmen gedeckt werden können.

Dieser Fall ist in Gemünden an der CFS eingetreten. „Wir müssen als Schule draufzahlen, das darf eigentlich nicht sein“, sagt Schulleiterin Doris Bechold. Auch der Kreis als Schulträger weist darauf hin, dass die Mitfinanzierung des Mittagessens durch die Schule an der CFS in Gemünden bislang eine einmalige Angelegenheit im Kreis sei.

Doch warum muss die CFS beim Schulessen draufzahlen? „Wir haben das Mittagessen im Schuljahr 2013/2014 zunächst für 2,50 Euro angeboten. In der Woche gaben wir dann fast 90 Essen heraus. Wir erhalten das Mittagessen vom DRK-Seniorenheim in Gemünden, das speziell für die Schüler kocht, also kein Seniorenessen liefert. Es ist alles frisch und wir sind sehr zufrieden mit dem Essen. Es ist definitiv nicht zu teuer“, sagt Bechold.

Die Zusammenarbeit mit dem DRK wolle man daher unbedingt fortführen. „Das DRK muss aber weiter wirtschaftlich arbeiten. Hinzu kommt: Um eine funktionierende Ausgabe des Essens seitens des Fördervereins zu gewährleisten, setzt der Verein mittlerweile 450-Euro-Kräfte ein. Die Ausgabe hat der Förderverein in den vergangenen Jahren aus seinem erwirtschafteten Guthaben beglichen“, sagt die Schulleiterin. Dieses sei aber im August 2014 aufgebraucht gewesen. Daher mussten Alternativen gefunden werden.

Die CFS erhöhte daraufhin den Preis für das Schulessen von 2,50 Euro auf 3,50 Euro, um alle Kosten durch die Einnahmen decken zu können. Die Folge war ein Einbruch bei den Essenszahlen. Die CFS gab plötzlich nur noch knapp 50 Mittagessen in der Woche heraus. „Viele Eltern haben die Erhöhung einfach nicht akzeptiert“, berichtet Bechold.

Es kam daher erneut zu einer Änderung des Preises: Das Schulessen kostet aktuell 2,70 Euro - die Differenz von 80 Cent zu den kostendeckenden 3,50 Euro pro Essen zahlt nun die Cornelia-Funke-Schule aus eigener Tasche - konkret aus dem Ganztags-Budget, das sie vom Landkreis bekommt. Das Budget ist laut Bechold aber vornehmlich für vielseitige Angebote im Zuge des Ganztagsbetriebs vorgesehen und nicht für eine Mitfinanzierung des Schulessens. „Das Geld fließt in die Lernförderung, in die Kooperationsarbeit mit Vereinen oder in den Kauf von Musikinstrumenten und Requisiten für das Theater-Angebot.“

Mittlerweile sind die Essenszahlen an der CFS wieder gestiegen, doch eine Mitfinanzierung muss derzeit noch bestehen bleiben. „Sonst müssen wir wieder den Preis erhöhen, was wiederum dazu führen würde, dass weniger Essen abgenommen werden“, sagt Bechold. Eine Zwickmühle.

An der CFS wird nun darüber nachgedacht, wie man den Schul-Zuschuss künftig vermeiden kann. „Vielleicht gelingt es uns, Sponsoren für das Schulessen zu finden. Wir prüfen derzeit mehrere Möglichkeiten“, sagt die Schulleiterin.

Einen Kommentar zur Preisgestaltung beim Schulessen an der Cornelia-Funke-Schule lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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