Neue Heimat für 24 Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen

Vitos Teilhabe eröffnete neue Wohnstätte in Gemünden

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Die Vitos Teilhabe hat eine neue Wohnstätte für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen in der Gemündener Gartenstraße 1a eröffnet. 24 Menschen werden am Montag dort einziehen. Marion Hansmann von der Teamleitung präsentiert hier die drei Gebäude, für die jetzt die feierliche Eröffnung des Projekts stattfand. Das Vier-Millionen-Euro-Ensemble wurde als Ersatz für ältere Häuser in Haina geschaffen.

Gemünden – Die Vitos Teilhabe hat eine neue Wohnstätte für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen in der Gemündener Gartenstraße 1a eröffnet. 24 Menschen werden am Montag dort einziehen.

In der neuen Wohnstätte „werden ganz unterschiedliche Menschen mit verschiedensten Wünschen und Bedürfnissen ein neues Zuhause finden. Es wurde baulich auf sie eingegangen, und alle bekommen den individuellen Rahmen und das wohnliche Umfeld, das ihren Anforderungen am besten gerecht wird“.

Das hätte Susanne Selbert, LWV-Landesdirektorin und Vitos-Aufsichtsratsvorsitzende, gesagt, wenn sie an der feierlichen Eröffnung des Vier-Millionen-Euro-Projekts wie geplant teilgenommen hätte. Jedoch musste sie kurzfristig krankheitsbedingt absagen – „aber nicht wegen Corona“, wie Vitos-Teilhabe-Geschäftsführerin Edeltraud Krämer die Teilnehmer informierte. Sie trug die geplante Rede von Susanne Selbert vor, nachdem sie selbst ein Grußwort gesprochen hatte. Sie dankte den Beteiligten für die Umsetzung des modernen Konzepts.

In die neue Wohnstätte von Vitos Teilhabe für Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen werden am Montag die 24 Bewohner einziehen. Der Komplex wurde als Ersatz für ältere Häuser in Haina geschaffen.

Darüber hinaus sind im Erdgeschoss eines Gebäudes die Räume zur Tagesgestaltung von zwei Gruppen vorhanden, die als Außengruppen der Tagesstätte in Haina betrieben werden (15 Plätze).

In der neuen Wohnstätte stehen in drei Gebäuden 24 Plätze zur Verfügung – aufgeteilt in vier Wohngruppen zu je sechs Bewohnern mit unterschiedlichen konzeptionellen Schwerpunkten.

Die Wohnstätte ist komplett barrierefrei. Die Bewohner leben in einer reizarmen Umgebung. In jeder Wohngruppe gibt es Gemeinschaftsbereiche mit großer Wohnküche sowie einem Außenbereich mit Terrasse. Die helldekorierten Einzelzimmer sind individuell gestaltet und mit eigener Nasszelle, Fernseh-, Telefon- bzw. Datenanschluss ausgestattet.

Die Wohnung im Dachgeschoss von Haus 1 ist auf „sozialaktive Bewohner“ ausgerichtet. Dort stehen auch zwei voll ausgestattete Einzelappartements und zwei Doppelappartements mit gemeinsamer Bad- und Küchennutzung zur Verfügung.

Die im Stil von Einfamilienhäusern gestalteten Gebäude 2 und 3 bieten im Erdgeschoss jeweils zwei und im Obergeschoss jeweils vier Einzelzimmer an. In den Erdgeschossen befinden sich Küche und Wohnbereich sowie Vorrats- und Hauswirtschaftsräume. Haus 2 ist konzeptionell auf Menschen mit „herausfordernden Verhaltensweisen“ ausgerichtet. In Haus 3 liegt der Schwerpunkt auf Menschen mit einer „Autismus-Spektrum-Störung“.

Für Vitos Teilhabe, zu dem auch die ehemalige heilpädagogische Einrichtung von Vitos Haina gehört, „sollen die Bewohner die neue Wohnstätte als ihr Zuhause erleben, das nach ihren Wünschen eingerichtet ist. Sie soll ihnen Schutz, Sicherheit und Individualität bieten. Die größtmögliche Beteiligung der Bewohner an allen lebenspraktischen Tätigkeiten ist durch die Kleinteiligkeit und Ausstattung vor Ort möglich“. Insgesamt 20 Mitarbeiter stehen den Bewohnern dabei zur Seite.

Die Einweihungsfeier wurde vom Klassik-Trio Piacevole aus Haina, Löhlbach und Edertal umrahmt.

Hintergrund

Gesellschaftliche Teilhabe steht im Fokus

Die neue Wohnstätte in Gemünden ist Teil der Region Haina-Bad Emstal in der Behindertenhilfe der Vitos Teilhabe gemeinnützige GmbH. Der vier Millionen Euro teure Neubau in der Gartenstraße 1a liegt auf einem 2600 Quadratmeter großen Grundstück zwar in einem ruhigen Bereich. Aber Cafés, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten befinden sich in der Nähe. „Ein wesentlicher Faktor für gesellschaftliche Teilhabe,“ heißt es. 

Die Bewohner stammen aus den Wohnstätten Forsthäuser und Hopfenweg 3 in Haina. Beide Häuser waren gemietet und wurden gekündigt. Letzteres wird möglicherweise von Vitos Haina für eine Forensik-Wohngruppe genutzt werden.

VON KLAUS JUNGHEIM

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