Stadtparlament stimmt gegen Entwurf des Landkreises

Schulentwicklungsplan abgelehnt: Gemünden will keine Schüler abgeben

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Die Cornelia-Funke-Schule in Gemünden: Der Schulentwicklungsplan sieht vor, dass Grundschüler aus vier Ortsteilen der Gemeinde Haina künftig nicht mehr in Gemünden eingeschult werden. 

Gemünden, Auf der Tagesordnung des Gemündener Stadtparlaments stand am Mittwoch der Schulentwicklungsplan des Landkreises Waldeck-Frankenberg. Und der sorgte für Kritik bei den Parlamentariern.

Der Entwurf des Schulentwicklungsplanes sieht vor, dass künftig Grundschüler aus Battenhausen, Dodenhausen, Haddenberg und Hüttenrode die Grundschule in Haina besuchen sollen. Das Stadtparlament Gemünden hat sich nun einstimmig gegen diesen Entwurf ausgesprochen. Der Grund: Die Stadtverordneten befürchten, dass mit diesem Plan der Gesamtschulstandort Gemünden gefährdet ist.

Denn bisher besuchten die Grundschüler aus den vier Orten der Gemeinde Haina die Cornelia-Funke-Schule (CFS) in Gemünden. „Das Vorhaben hätte eine Reduzierung von derzeit insgesamt circa 147 Grundschülern um circa 30 Schüler bis zum Jahr 2023 zur Folge“, heißt es dazu in der Vorlage des Magistrats.

Doch das Parlament sieht weniger die Grundschule gefährdet – vielmehr geht es um die Weiterentwicklung der Sekundarstufe der CFS. Würden die Grundschüler aus der Nachbargemeinde nicht mehr in Gemünden unterrichtet werden, könnte darunter die CFS als weiterführende Schule leiden. „Bisher haben die Eltern der vier Hainaer Ortsteile ihre Kinder überwiegend den Haupt- bzw. Realschulzweig der CFS besuchen lassen“, heißt es dazu weiter. Künftig könnten sich diese jedoch eher für eine andere weiterführende Schule entscheiden. „Die Bindung an die Schule fehlt dann“, waren sich alle Stadtverordneten einig.

„Wir haben ein funktionierendes Nachmittagsangebot, eine barrierefreie Schule und haben umfangreiche Sanierungen vorgenommen“, warb Harald Stehl (Bürgerliste) für den Standort. Und auch Wilfried Golde (SPD) war sich sicher: „Es gab nie Beschwerden seitens der Eltern. Warum sollte also etwas geändert werden?“

Katharina Tils (CDU) appellierte auch an die Cornelia-Funke-Schule selbst – die CFS müsse ebenso sicherstellen, dass sie weiter ein wichtiger Anziehungspunkt bleibt.

Die Hainaer Gemeindevertretung hatte dem Schulentwicklungsplan, der die Zeit bis 2022 umfasst, zugestimmt, weil so der Erhalt der kleinen Hainaer Grundschule in der Gemeinde gesichert wird.

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