Wasserversorgung: Haina will auch Vorteile haben

Tropfen für Tropfen: Bei der Diskussion zwischen Gemünden und Haina über die künftige Organisation des Wasserleitungszweckverbands Bunstruth geht es um einen einheitlichen Wasserpreis in allen Stadt- und Ortsteilen. Foto: dpa

Haina/Gemünden. Die Hainaer Gemeindevertretung lehnt die Umstrukturierungspläne des Wassserleitungszweckverbandes Bunstruth ab.

„Wie sollen wir unseren Bürger erklären, dass die Einwohner in Halgehausen und Bockendorf nur 2,12 Euro fürs Wasser zahlen, während in anderen, zum Teil nur zwei Kilometer entfernten Ortsteilen 3,05 Euro erhoben werden?“, fragte Bernhard Keute von der Freien Bürgerschaft Löhlbach.

Einstimmig folgten die Gemeindevertreter in der Sitzung am Donnerstagabend in Battenhausen der Empfehlung von Gemeindevorstand und Haupt- und Finanzausschuss (HNA berichtete) und forderten, dass geprüft wird, ob es sinnvoll ist, alle Hainaer Ortsteile - nicht nur wie bisher Halgehausen und Bockendorf - vom Verband versorgen zu lassen.

„Wir müssen erst das Für und Wider abklären, bevor wir entscheiden“, sagte Frank Happel von der Bürgergemeinschaft Großgemeinde Haina. Die derzeit geplante Umstrukturierung habe nur einseitig Vorteile für Gemünden.

Wie berichtet, soll der Zweckverband, der bisher die Hainaer Ortsteile Bockendorf und Halgehausen sowie die Kernstadt Gemünden und die Stadtteile Grüsen und Sehlen mit Wasser beliefert, künftig das gesamte Gemündener Stadtgebiete mitversorgen. Damit könnte auch in den kleinen Stadtteilen Lehnhausen, Herbelhausen und Schiffelbach der gleiche günstige Wasserpreis von 2,12 Euro pro Kubikmeter angeboten werden. Gemünden würde sein Wasserleitungsnetz an den Verband verkaufen. Der defizitäre Wasserhaushalt würde komplett aus dem städtischen Etat fallen.

Den einseitigen Vorteil sehen die Hainaer Gemeindevertreter nicht ein. Sie hatten den Bürgern in den zehn anderen Ortsteilen hohe Wasserpreise zumuten müssen, um den gemeindlichen Wasseretat ausgeglichen zu halten. Das habe Gemünden nicht gemacht, lautete die Argumentation.

Siegfried Ruppel (SPD) kritisierte zudem: „Im Vorfeld hätte mehr Transparenz und Gedankenaustausch stattfinden müssen.“

Nun sollen Fachleute eine große Lösung prüfen: ob eine GmbH die Wasser- und eventuell auch die Abwasserversorgung für Haina und Gemünden kostengünstiger erledigen kann. Bürgermeister Rudolf Backhaus versprach dem als Gast anwesenden Gemündener Bürgermeister Frank Gleim: „Wir werden das nicht auf die lange Bank schieben.“

Gleims im Vorfeld geäußerten Kompromissvorschlag, dass die Hainaer der geplanten Umstrukturierung unter der Prämisse zustimmen sollten, dass die große Lösung geprüft werde, lehnte das Hainaer Parlament ab. „Damit geben wir ja unser Faustpfand aus der Hand“, sagte Bernhard Keute.

Gleim sagte im Anschluss, dass er sich der Forderung aus Haina nicht verschließe und als Vorsitzender des Wasserleitungszweckverbandes schon Kontakt zu einem Fachbüro geknüpft habe.

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