Weiter Unmut über Wegfall der Rechts-vor-Links-Regelung in Sehlen

Will, dass das Vorfahrtachten-Schild in der Klingelbachstraße wieder verschwindet: Der Gemündener SPD-Stadtverordnete Hermann Philipp fordert, dass an der Ecke Sehlener Straße/Klingelbachstraße wieder „Rechts vor Links“ gilt. Foto: Daum

Sehlen. Der Ärger um die geänderte Vorfahrtsregelung in Sehlen ist noch nicht verraucht.

Der SPD-Stadtverordnete und frühere Ortsvorsteher von Sehlen, Hermann Philipp, ärgert sich noch immer über die aufgehobene Rechts-vor-links-Regelung an der Kreuzung Sehlener Straße/Klingelbachstraße. Bei einem Ortstermin mit der HNA machte er seinem Unmut Luft.

„Mir hat noch immer keiner gesagt, warum das nach mehr als zehn Jahren wieder geändert wurde. Damals war die Rechts-vor-Links-Regelung im Zuge der Dorferneuerung gemacht worden, um die Ecke zu beruhigen und für Kinder, die an der Bushaltestelle warten oder sich auf dem Spielplatz aufhalten, sicherer zu machen“, sagt Philipp. „Die Autos, die auf der Sehlener Straße fuhren, mussten immer warten, wenn die Busse von der Haltestelle wegfuhren oder andere Fahrzeuge aus der Klingelbachstraße in die Sehlener Straße abbiegen wollten. Das hat stets für eine Verkehrsberuhigung gesorgt.“ Jetzt sei die Sehlener Straße wegen der neuen Beschilderung wieder eine Vorfahrtsstraße und damit wieder eine Rennstrecke. „Die Schilder sollen wieder weg. Mich haben mehrere Bürger angesprochen, die damit nicht einverstanden sind“, sagt Philipp.

Doch warum ist die Rechts-vor-links-Regelung überhaupt wieder abgeschafft worden? Gemündens Bürgermeister Frank Gleim hatte jüngst im Parlament gesagt, dass der Wunsch aus dem Ortsbeirat Sehlen gekommen sei. Gegenüber der HNA wurde der Rathaus-Chef nun konkreter. „Der Ortsbeirat Sehlen hat sich im Oktober 2013 einstimmig dafür ausgesprochen. Im Protokoll heißt es: Es wird vorgeschlagen, die Sehlener Straße wieder zu einer Durchgangsstraße zu machen.“

Die Diskussion sei damals ins Rollen gekommen, weil die Rechts-vor-Links-Regelung oft missachtet worden sei und im Zuge dessen festgestellt werden sollte, ob eine Aufhebung verkehrssicherer sei. „Es hat dann einen Ortstermin mit der Straßenverkehrsbehörde, dem Ordnungsamt und der Polizei gegeben“, sagt Gleim. Die Beteiligten seien sich einig gewesen, dass eine Vorfahrtsgewährung auf der Sehlener Straße tatsächlich sicherer sei als die vorhandene Rechts-vor-links-Regelung. „Wegen der unterschiedlichen Pflasterung in dem Bereich sind die meisten Verkehrsteilnehmer stets davon ausgegangen, dass für sie auf der Sehlener Straße immer Vorfahrt gilt - obwohl rechts vor links war“, sagt Gleim und ergänzt: „Das war der Grund für die vielen Verstöße.“

Die Verkehrsbehörde habe daher vorgeschlagen, die Sehlener Straße wieder zur Durchgangsstraße zu machen und mit Schildern den Verkehrsteilnehmern auf der Klingelbachstraße und an der Bushaltestelle zu signalisieren, dass sie keine Vorfahrt mehr haben. „Die Behörde sah die Änderung als sinnvoll an, um den Bereich wieder sicherer zu machen“, so Gleim. Mit dieser Empfehlung und auf Basis des Votums aus dem Ortsbeirat habe die Stadt die Rechts-vor-Links-Regelung dann aufgehoben.

Was Sehlens Ortsvorsteher Hans Kwiatkowski zur Diskussion um den Wegfall der Rechts-vor-Links-Regelung sagt und welchen Vorschlag er für einen Kompromiss bereithält, lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

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