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Gemündenerin Luca Lauga schreibt Buch über besondere Krisenbewältigung

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Von: Julia Janzen

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Wandern zur Krisenbewältigung: Autorin Luca Lauga hat darüber ein Buch geschrieben.
Wandern zur Krisenbewältigung: Autorin Luca Lauga hat darüber ein Buch geschrieben. © Sergio Lordao/Privat

Gewandert ist Luca Lauga schon als Kind. Mit ihrem Vater war sie häufig im Kellerwald unterwegs. Heute ist es eher ihre zweite Heimat, Argentinien, in der sie wandert. Für die gebürtige Gemündenerin hat das Gehen mittlerweile eine besondere Bedeutung: es ist Krisenbewältigung. Darüber hat sie nun ein Buch geschrieben.

Gemünden/Bariloche/Düsseldorf – Aufgewachsen ist Beate Engelbert – Luca ist seit Jahrzehnten ihr Spitzname, Lauga heißt sie seit ihrer Heirat – in Gemünden. Dort hatte ihr Vater eine Landarztpraxis und dort machte sie auch ihre ersten Wanderungen. Ihr Vater habe die Heimat geliebt, erzählt sie.

Zu seinen Touren an den Wochenenden nahm er nicht nur sie, sondern auch gleich die Nachbarskinder mit. In Röckchen und Sandalen ging es für die Tochter kilometerweit durch Burg- oder Kellerwald. Noch heute ist die Region für sie Heimat, auch wenn sie sie schon mit 19 verlassen hat.

Damals zog es sie nach Berlin zum Germanistik-Studium. Im Jahr 1988 brach sie auf nach Südamerika. In Buenos Aires in Argentinien arbeitete sie am Goethe-Institut und in Firmen, wo sie Deutsch unterrichtete. Dort lernte sie auch ihren Mann kennen, einen Argentinier. Der Liebe wegen blieb sie in dem Land, das längst zur zweiten Heimat geworden ist. Mittlerweile pendelt die Familie, lebt mal in Bariloche in Patagonien, mal in der Nähe von Düsseldorf.

Was sie schon als Kind gern machte, wandern, hat Luca Lauga in Argentinien fortgesetzt. Zusammen mit ihrem Mann, mit Freunden oder auch allein, was sie am liebsten macht, erwandert sie das Land. Vorbei an klaren Seen, großen Bergen, beeindruckenden Vulkanen und durch verschneite Wälder führen sie ihre Wege. Auf ihrem Blog luca-lauga.com berichtet sie davon.

Auch im Buch „Die Stille kommt beim Gehen“ beschreibt sie ihre Touren, doch ein Sachbuch übers Wandern ist das Werk nicht. Sie ist zum Schreiben gekommen, weil sie eine Botschaft vermitteln will, erzählt Luca Lauga: „Wer geht, steht wieder auf.“ So hat sie selbst es erfahren. „Beim Gehen geht man aus der Vergangenheit heraus in die Zukunft, geht aus der Krise heraus.“ Mit jedem Schritt, den sie bei ihren Wanderungen macht, verarbeitet sie Erlebtes, lernt das Aushalten und Weitermachen. Das Gehen ist für die 63-Jährige der Weg zu sich selbst.

Die Leser ihres Buchs nimmt sie mit, beschreibt die Krisen und die Wege, auf denen sie es wieder heraus geschafft hat. Da geht es um den schweren Sturz ihres ältesten Sohnes Matthias vom Hausdach, die folgenden Notoperationen, das Koma, das Schweben zwischen Leben und Tod, aber auch um ihre Krebserkrankung und einen Schlaganfall. Aber nicht nur Schweres findet sich im Buch. Auch Begegnungen mit Menschen, das Land und die Natur nehmen einen großen Platz ein. Eindringlich beschreibt sie Erlebtes, ermöglicht dem Leser das Nachfühlen durch wohlgeformte, ätherische Sätze.

In der Natur zu sein, sei heilsam, sagt sie. Sie will bei sich selbst sein, die Gedanken loslassen. Manchmal schaue sie einfach minutenlang einem Condor hinterher oder betrachte einen Gletscher. „Dann bin ich angekommen.“ Doch nach Stunden der Stille freue sie sich auch immer wieder, jemanden zu treffen. „Wenn man sich darauf einlässt, entstehen tolle Gespräche.“

Info: Das Buch „Die Stille kommt beim Gehen – Auf dem Weg zu mir“ ist im Verlag Aurum erschienen. Es kostet 20 Euro. Für Lesungen sucht sie noch Veranstaltungsorte im Landkreis, gern in der Natur, wie sie sagt. Ob in Parks, Gewächshäusern oder Gärten. Kontakt: lauga@t-online.de

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