Gemündenerin Sandra Noll hat im Gartenhaus einen Stoffladen

Bietet Stoffe zwischen für neun bis 21 Euro pro Meter an: Sandra Noll von Sunnystitches beim Abmessen in ihrem Gartenhaus. Fotos: Pflug

Gemünden. Sandra Noll dealt mit Stoff. In ihrem Gartenhaus in Gemünden betreibt sie seit einem Jahr erfolgreich ihren Laden Sunny Stitches für Stoff, Stickereien und Nähzubehör.

So ein Häuschen im Garten ist ziemlich praktisch. Man kann dort Gartengeräte, Dünger, Holz, ungeliebte Geschenke und das Mobiliar von Oma lagern, heimlich rauchen und im Trockenen warten, wenn man sich aus Versehen ausgeschlossen hat. Sandra Noll aus Gemünden hat für solche Sachen aber keinen Platz. Denn in ihrem Häuschen lagert Stoff. Und zwar ganz schön viel: Etwa 200 Ballen Sweat-, Jersey- und Dekostoffe dürften es sein, die in dem 30 Quadratmeter großen Häuschen im Hinterhof ihres Wohnhauses an der Katzbachstraße ihren Platz gefunden haben, erklärt die 45-Jährige.

„Das ist aber längst nicht alles“, sagt Noll. „Im Haus haben wir nochmal gut 200 Ballen.“ Das sei auch der Grund für den Bau. „Überall im Haus war Stoff oder Zubehör. Es war einfach kein Platz mehr“, ergänzt ihr Mann Andreas. Im Herbst 2015 war der erste Spatenstich, im März 2016 wurde umgezogen.

Die Faszination Stoff, Nähen und Design ist aber schon viel älter: „1991 habe ich mein Fachabi im Bereich Gestalten gemacht und es hat mich nie so recht losgelassen.“ Bis daraus allerdings ein Beruf wurde, dauerte es noch ein bisschen. Vorher hatte Noll erst einmal als Bahnbeamtin, Krankenschwester und Friseurin gearbeitet. Letzteres macht sie noch immer an drei Tagen in der Woche. Aber: „Das Ziel ist schon eines Tages vom Stoffladen komplett leben zu können“.

Die Blumenkinder-Kleider

Ein Schlüsselerlebnnis gab es kurz vor ihrer eigenen Hochzeit: „Ich hatte die Kleider der Blumenkinder selber genäht, brachte die bei meinem Bruder vorbei und einer seiner Kollegen sprach mich an und meinte: Mach was daraus.“ Das war 2009. Sie fing an, Dinge selbst zu besticken. Erst Schlüsselnhänger, dann Handtücher, schließlich auch T-Shirts und Pullover. „Es kamen immer mehr Anfragen. Mit der kleinen Maschine ging das nicht mehr“, sagt Noll. Die dicke Berta, eine Profi-Stickmaschine, zog ein. Dann sei auch die Nachfragen nach Drucken gewachsen. „Da war klar, wir brauchen mehr Zeug und mehr Platz.“

Mundpropaganda

Seit dem wächst der Laden stetig weiter. Inzwischen gibt es auch Muster, Vorlagenbücher und allerlei Zubehör. In der Zukunft soll es hoffentlich auch Handwerkskurse geben.

Mundpropaganda sei der Weg zum Erfolg gewesen. Das Internet habe dabei kaum eine Rolle gespielt. „Das hat uns auch überrascht. Warum das so ist, können wir nicht genau sagen.“ Vielleicht sei es das Bedürfnis, den Stoff live zu sehen und berühren zu können. So wie ihre jüngste Kundin: „Die weiß auch mit zwei Jahren schon, was ihr gefällt“, sagt Noll.

Wer sich die Stoffe auch einmal live anschauen möchte, der kann das auch am Samstag, 25. März, und Sonntag, 26. März, ab 14 Uhr bei einen Stoffmarkt mit reduzierten Waren und den neuen Sommerstoffen tun.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.