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Mengeringhausen: Frank Drössler züchtet erfolgreich Dorperschafe

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Von: Armin Haß

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Frank Drössler und Silvia Rambow bei den Schaftagen Nordrhein-Westfalen in Haus Düsse 2022 mit preisgekrönten Dorper Schafen.
Frank Drössler und Silvia Rambow bei den Schaftagen Nordrhein-Westfalen in Haus Düsse 2022 mit preisgekrönten Dorper Schafen. © PR

In einer Idylle am Rande von Mengeringhausen hat sich Frank Drössler mit seinen 30 Dorperschafen einen erfolgreichen Zuchtbetrieb aufgebaut.

Arolsen-Mengeringhausen – Erst kürzlich stellte er drei Tiere bei den NRW-Schaftagen in Haus Düsse (Bad Sassendorf) vor. Bei der Prämierung wurde ein hervorragender rassetypischer Dorperbock zum Siegerbock gekürt und auf der anschließenden Auktion für 1100 Euro versteigert.

Die zwei weiteren Böcke aus seiner Zucht wurden nach Bayern und nach Österreich verkauft.

Seit 2000 hält er Dorperschafe, die Herde des Frührentners umfasst derzeit rund 30 Mutterschafe sowie Lämmer. Die Böcke hält er separat, sie werden zur Zucht zu bestimmten Zeiten auf die Weide gelassen. So hat Drössler die Zeit des Ablammens im Griff.

Der ehemalige Milchviehbetrieb der Eltern wurde vor 25 Jahren aufgegeben. Drössler, bis 2016 bei der Bundeswehr Diensthundeführer, ist froh, dass er den Schwenk zur Schafzucht rechtzeitig vornehmen konnte. Auf dem ausgedehnten Hof Lohborn bieten die Gebäude ausreichend Platz für die Winterhaltung. Auf den Weiden ringsum, die er bereits wolfssicher eingezäunt und mithilfe von Stromdrähten gesichert hat, ist genügend Platz für den Auskauf.

Dabei sind die in den 30-er Jahren in Südafrika gezüchteten Fleischschafe sehr genügsam: Sie kommen mit Trockenheit gut zurecht, und ihr ohnehin nicht besonders dickes Haarkleid verlieren die Tiere zum Frühjahr hin. „Da freuen sich dann die Vögel und picken die Haare zum Nestbau auf“, berichtet Drössler.

Die anspruchslosen Tiere sind aus den Rassen Dorset Horn und Blackhead Persian gezüchtet worden. Aus den ersten Silben der Namen ergab sich der Kunstbegriff Doperschafe (oder Dorper Sheep).

Als Fleischschafe bringen sechs Monate junge Lämmer gut 50 Kilo auf die Waage, Altböcke kommen auf 120 Kilo. Drössler züchtet die Tiere, die im Herdbuch registriert sind und die er alle beim Namen rufen kann, als Fleischlieferanten und als Zuchttiere. Sie gehen bis nach Ungarn, Österreich, Tschechien und England. Auch in Russland gab es Käufer.

Neben zwei Züchtern aus Burgwald und Bad Wildungen gehört Drössler dem knapp 60 Mitglieder zählenden Verein Dorperschafe Deutschland an und ist er in dessen Vorstand aktiv. Unterstützung findet er von seiner Lebensgefährtin Silvia Rambow aus Düsseldorf. Für gelegentlichen Urlaub oder den Besuch von Zuchtschauen hilft ihm ein Freund. Die Tiere sind zwar icht anspruchsvoll, doch täglich sollte der Züchter schon nach ihnen schauen. In bestimmten Abständen muss Blut untersucht werden, müssen die Klauen ausgeschnitten und die Lämmer entwurmt werden. Zum Schutz vor dem Maedi-Virus, das Arthritis und Schäden am Nervensystem verursachen kann, werden die Tier nur bei Dorperschafen mit sogenannten maedi-unverdächtigen Tieren zusammen ausgestellt. Sein Bestand hat sogar den Status maedi-frei. Das ist auch der Grund, warum sie bei den heimischen Tierschauen nicht zu sehen sind.

Die Dorperschafe sind 1996 über Embryonen-Transfer nach Deutschland gekommen. Die ungeborenen Lämmer wurden in die Gebärmuttern anderer Schafe eingesetzt und von ihnen erfolgreich ausgetragen. Drössler hat nun seine eigenen Zuchttiere, die er an andere Züchter zum Ausbau von deren Beständen verkaufen kann. Was seine Schafe auszeichnet, das kann der Mengeringhausen bei überregionalen Schauen zeigen. Bei der Bundesschafschau mit über 700 Tieren am ersten Oktober-Wochenende in Alsfeld in Alsfeld ist Drössler mit vier Tieren vertreten. Ein weiteres züchterisches Großereignis für den Verein ist die Eurotier Mitte November in Hannover.

Drössler bedauert, dass die Wege für das Schlachten nach der Schließung der Schlachtstätte in Mengeringhausen generell immer länger werden. Derzeit kann er die Tiere zu einem Betrieb ins Sauerland bringen.

„Ich mache alles, was den Tieren gut tut“, sagt Drössler. Zum Thema Tierwohl nimmt er an einer zweijährigen Studie von Wissenschaftlern der Humboldt-Universität in Berlin teil. Dafür muss er diverse Proben liefern und alle relevanten Informationen mit den Forschern teilen.

Von Armin Haß

Frank Drössler am Hof Lohborn mit seinen Dorper Schafen.
Frank Drössler am Hof Lohborn mit seinen Dorper Schafen. © Armin Haß

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