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Gerd Fieseler ist neuer Wildschadenschätzer in Diemelsee

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Nach der Amtseinführung: die Verwaltungs-Auszubildende Sina Josefowitz, Bürgermeister Volker Becker, der neue Wildschadenschätzer Gerd Fieseler, sein Vorgänger Martin Vollbracht sowie Anke Linnekugel vom Bauamt.
Nach der Amtseinführung - von links: die Verwaltungs-Auszubildende Sina Josefowitz, Bürgermeister Volker Becker, der neue Wildschadenschätzer Gerd Fieseler, sein Vorgänger Martin Vollbracht sowie Anke Linnekugel vom Bauamt. © Karl Schilling

Gerd Fieseler aus Heringhausen ist neuer ehrenamtlicher Wildschadenschätzer der Gemeinde Diemelsee. Er löst Martin Vollbracht ab.

Diemelsee – Bürgermeister Volker Becker überreichte Gerd Fieseler am Montag die Bestellungsurkunde. „Ich wünsche dir viel Spaß und ein glückliches Händchen“, sagte er. Die Amtszeit beträgt vier Jahre.

Schaden schätzen

Neben Fieseler ist der Landwirt Kurt Biderbick aus Sudeck als Wildschadenschätzer tätig. Sie rücken aus, wenn Wildschweine Felder oder Wiesen verwüsten und sich Jagdpächter und Landwirte oder Jagdgenossen wegen der Schadenshöhe nicht einig werden. Bei größeren Streitfällen ist neben einem Schätzer auch Anke Linnekugel vom Bauamt der Gemeinde mit vor Ort.

Martin Vollbracht verabschiedet

Becker verabschiedete Fieselers Vorgänger Martin Vollbracht aus Giebringhausen, der das Ehrenamt zehn Jahre lang bekleidet hatte. Er schied aus, weil er Kreislandwirt geworden ist und viele weitere Ämter inne hat. Die Schätzungen mit ihm seien recht gut gewesen, sagte Becker, Vollbracht habe „immer Lösungen gefunden – sein fachlicher Rat war willkommen.“

Als Landwirte seien Volbracht und Biederbick im täglichen Geschäft. „Ihr kennt die Preise.“ Und sie hätten ihre Erfahrungen an Linnekugel weitergegeben.

Erfahrung und Fachkenntnis erforderlich

„Ich habe viel gelernt in der Zeit“, sagte Vollbracht. So habe er bei Seminaren noch etwas über rechtliche Fragen erfahren. Aber es brauche auch Erfahrung und Fachkenntnis. So müsse der Schätzer ermitteln, ob wirklich Wildschweine den Schaden verursacht haben – oder Waschbären oder Dachse: Nur bei den „Schwarzkitteln“ erhalten Landwirte eine Entschädigung. Da gelte es zum Beispiel, Spuren der Bisse an Maiskolben zu untersuchen.

Hilfreich seien die Schadenstabellen, die das Kasseler Regierungspräsidium herausgebe, erklärte Vollbracht. „Ich bin froh, dass die meisten mit den Schätzungen nicht unzufrieden waren.“

„Lass dich nicht vereinnahmen.“

Sein Vorgänger Kurt Wagener habe ihm geraten: „Lass dich nicht vereinnahmen.“ Das sei ein guter Hinweis gewesen, er habe immer „Distanz zu beiden Seiten“ bewahrt. Außerdem würden die Schätzer nicht im eigenen Dorf eingesetzt.

Die Zahl der Fälle schwanke, berichtete Vollbracht. 2021 habe er wenig zu tun gehabt, davor sei er fünf, sechs Mal im Jahr zu Schätzungen gefahren. Die Zahl sei deutlich zurückgegangen, seit 2013 Gebühren eingeführt worden seien, berichtet Anke Linnekugel. Seitdem versuchten beide Seiten zunächst, sich ohne Schätzer zu einigen. Vollbracht bot seinem Nachfolger seine Hilfe an.

Campingplatz-Betreiber und Landwirt

Auch Gerd Fieseler ist vom Fach: Er hat zwei Ausbildungen als Kfz-Mechaniker und Landwirt absolviert, er betreibt einen Campingplatz in Heringhausen, ist aber auch Landwirt und Lohnunternehmer für Landwirte. Die erste Schätzung hat er bereits als Beobachter verfolgt, demnächst besucht er mit Linnekugel ein Seminar in Alsfeld, um rechtlich auf den aktuellen Stand zu kommen.

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