Gespräche mit Grundstückseignern

Nationalpark-Erweiterung verschiebt sich - Land hat noch nicht alle Flächen erworben

Die Steilhänge entlang des Edersees gehören künftig zum Nationalpark Kellerwald-Edersee. Die gesamte Erweiterungsfläche umfasst rund 1950 Hektar.  
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Die Steilhänge entlang des Edersees gehören künftig zum Nationalpark Kellerwald-Edersee. Die gesamte Erweiterungsfläche umfasst rund 1950 Hektar. archiv

Die Erweiterung des Nationalparks Kellerwald-Edersee, die eigentlich jetzt im Sommer vollzogen werden sollte, wird nun im Herbst über die Bühne gehen. Das sieht der Zeitplan des Umweltministeriums vor. Allerdings sind noch nicht alle dafür nötigen Grundstücke angekauft oder getauscht worden.

Mit dem Entwurf der Nationalparkverordnung wird sich das Kabinett im Herbst beschäftigen. Anschließend werde die Verordnung in Kraft treten. Das sagt Ministeriumssprecherin Amrei Pfeiffer auf Anfrage. Unklar sei aufgrund von Corona aber noch, ob es dann einen Festakt oder andere Feierlichkeit geben kann.

Noch sind aber nicht alle Flächen angekauft oder eingetauscht, die für die 1950 Hektar große Erweiterung nötig sind. Mit „zahlreichen Eigentümern“ seien bereits „intensive Gespräche“ geführt worden, diese würden zum Großteil auch noch fortgeführt. „Es ist wichtig, gute und einvernehmliche Lösungen mit den betroffenen Eigentümern zu finden,“ so Pfeiffer. Daher seien diese „frühzeitig“ in den Prozess eingebunden worden. Bislang sind 1260 Hektar der geplanten Gebietskulisse im Eigentum des Landes.

Sollte es mal zu keiner Einigung mit Flächeneigentümern kommen, „werden vertragliche Vereinbarungen zur Pflege der Flächen bzw. zum weiteren Umgang mit diesen angestrebt.“ Entsprechend werde auch im derzeitigen Nationalparkgebiet seit Jahren verfahren, so die Sprecherin. Das bestätigt auch Manfred Bauer, Leiter des Nationalparkamts in Bad Wildungen. Wolle jemand eine Fläche nicht hergeben, sei das kein Problem für das Gesamtvorhaben, sagt er.

Unklar ist derweil aber noch, wie mit einer gut 200 Hektar großen Fläche bei Waldeck verfahren wird, die der Domanialverwaltung gehört. Ein Flächentausch ist hier vorgesehen. „Nach wie vor sind wir bereit, die benötigten Domanialflächen im Umfang von annähernd 200 Hektar einzubringen, allerdings hoffen wir auf einen fairen Tausch von Flächen“, sagt Dr. Günter Steiner, Direktor der Domanialverwaltung. Die Verhandlungen in dieser Sache übernimmt Hendrik Block, Forstbetriebsleiter beim Domanium. Man sei „in einem guten und konstruktiven Dialog mit dem Land“, sagt Block. Einen ersten Vorschlag habe es bereits gegeben, dieser habe als Arbeitsgrundlage gedient. „Konkretisierungen und Änderungen“ seien besprochen worden, nun würden diese „in der nächsten Runde ausgearbeitet“. Alle Beteiligten seien an einer „schnellen und vernünftigen Lösung interessiert und arbeiten vertrauensvoll zusammen“, so Block.

In den vergangenen Wochen wurden die Stellungnahmen zur Nationalparkverordnung, die im Beteiligungsverfahren abgegeben wurden, „intensiv geprüft“, so Amrei Pfeiffer. Der Entwurf der Verordnung sei daraufhin überarbeitet worden. „Hierbei wurden sowohl Anpassungen am Verordnungstext als auch kleinere Anpassungen an der Gebietskulisse vorgenommen.“ Größere Veränderungen habe es laut Manfred Bauer aber nicht gegeben.

Von Julia Janzen

Neues Gebiet bewerben

Sobald die Erweiterung vollzogen sei, werde man in das entsprechende Marketing einsteigen, sagt Nationalparkchef Manfred Bauer. Auch neue Schilder und Infotafeln würden dann angebracht.

„So schnell wie möglich“ sollten zudem Veranstaltungen wie Führungen in dem neuen Gebiet angeboten werden. Da die Fläche dann deutlich gewachsen sei, rechnet Bauer künftig auch mit einer größeren Mitarbeiterzahl. Weitere Stellen habe er bereits beantragt, unter anderem für Ranger. Aber auch ehrenamtliche Naturpark- und Nationalparkführer sollen dort im Einsatz sein.

Wie die personelle und die finanzielle Ausstattung des künftigen Nationalparks aussehen werden, sei „derzeit noch in der Abstimmung“, sagt Amrei Pfeiffer. jj

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