Projekt für Haus- und Zahnarzt, Apotheke und Physiotherapie

Gesundheitszentrum soll für 3,3 Millionen Euro in Battenberg entstehen

Da soll es hin: Das geplante Gesundheitszentrum zwischen der Senonchesstraße und der Straße Am Wingertsberg in Battenberg. Grafik: ARCHITEKTUrBÜRO HENDRIK PAPE
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Da soll es hin: Das geplante Gesundheitszentrum zwischen der Senonchesstraße und der Straße Am Wingertsberg in Battenberg.

Für rund 3,3 Millionen Euro soll an der Senonchesstraße in Battenberg – zwischen Schwimmbad und Gesamtschule – ein Gesundheitszentrum gebaut werden. Konkrete Pläne stellten Koordinatorin Katharina Wilke vom Fachdienst Gesundheit und der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese am Donnerstag vor.

Battenberg - „Das ist ein zähes Geschäft“, sagte Karl-Friedrich Frese im Rückblick auf die vergangenen Jahre. Ursprünglich sollte ein Ärztehaus in der Battenberger Oberstadt entstehen. Doch das, so Bürgermeister Christian Klein, habe sich wegen des dort starken Gefälles und der fehlenden Parkmöglichkeiten als nicht realisierbar erwiesen. So sei man alternativ auf eine städtische Fläche in der Senonchesstraße gekommen. Der Standort dort sei optimal mit Bus und Pkw erreichbar. Für das rund 1400 Quadratmeter große Grundstück gebe es auch noch Erweiterungsmöglichkeiten.

Nach vielen Gesprächen mit Ärzten, Apothekern, Physiotherapeuten und Architekten habe sich nun eine Gruppe von Interessenten gefunden; ein interdisziplinäres Team, sagte Katharina Wilke. Im Erdgeschoss des rund 1100 Quadratmeter großen Gebäudes sollen eine Hausarzt- und eine Zahnarztpraxis entstehen, im Oberschoss Räume für eine Physiotherapiepraxis und „Delegationsmodell“, das man mit den früheren Gemeindeschwestern vergleichen könne.

„Irgendwann ist der Deckel drauf“

Die Berechnung des Raumbedarfs sei abgeschlossen. „Jetzt geht es in das Vergabeverfahren für einen Architekten“, sagte Frese. Noch sei man flexibel, falls sich ein weiterer Facharzt ansiedeln möchte. „Aber irgendwann ist der Deckel drauf“, so der Erste Kreisbeigeordnete.

1,3 Millionen Euro an Zuschüssen zu den Baukosten werden laut Frese aus der Dorferneuerung erwartet. Die restlichen zwei Millionen sollten über die bereits vom Kreis gegründete Gesundheitszentrum Waldeck-Frankenberg GmbH finanziert werden. Diese Gesellschaft wird laut Frese ein ähnliches Projekt in Frankenau realisieren (HNA berichtete). Die Tilgung und Rückführung der Baukosten werde über die Mieten erfolgen. „Die beteiligten Ärzte und andere Teilnehmer wollen natürlich wissen, was am Ende an Miete dabei herauskommt“, so Frese. Das werde sich bei einem angekündigten Besuch von Minister Kai Klose Ende Februar in Frankenau oder Battenberg konkretisieren. Auch für die Praxis-Einrichtung wie Liegen oder Zahnarzt-Stühle geben es Fördermöglichkeiten von 60 bis 70 Prozent, allerdings dann aus dem Topf des Sozialministeriums, ergänzte der Erste Kreisbeigeordnete.

„Steht die Arztpraxis, die in Allendorf gebaut wird, in Konkurrenz zu unserem Projekt?“, fragte SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz-Günther Schneider. In Battenberg werde erzählt, „die Allendörfer hätten es uns mal wieder gezeigt, wie man so etwas macht“.

„Projekt für die ganze Region“

Dieser Vermutung widersprach Karl-Friedrich Frese: „Was in Allendorf passiert, ist ein privates Projekt von Arzt und Gemeinde, ohne öffentliche Förderung. Was wir hier wollen, ist ein Projekt für die ganze Region.“

„Es sind genügend Arztsitze für das obere Edertal frei“, sagte Koordinatorin Katharina Wilke auf Nachfrage. Aus ihrer Sicht entstehe „keine Konkurrenzsituation“. An der Senonchesstraße werde ein „multiprofessionelles Versorgungszentrum“ gebaut, das sich durch „höchste Attraktivität“ für junge Ärzte, Apotheker und Therapeuten auszeichne, die heute nicht mehr in Einzelpraxen arbeiten, sondern „sich als Team vernetzen“ wollten – auch mit Blick auf Wochenend- und Notfalldienste.

Als „sehr erfreulich“ bewertete Matthias Vetter (FDP) das vorgestellte Projekt. Noch besser wäre es, wenn sich ein HNO-Facharzt und/oder ein Gynäkologe mit ansiedeln würden, ergänzte sein Parteikollege, Stadtrat Siegfried Franke.

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