Prozess am Landgericht Kassel

Gefährliche Körperverletzung in Bad Wildungen: 25-Jähriger zu Freiheitsstrafe verurteilt

Eine goldene Justizia steht vor einem Aktenstapel
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Das Landgericht Kassel verurteilte einen 25-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe.

Wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung hat das Landgericht Kassel einen 25-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt.

Bad Wildungen – Das Landgericht Kassel verurteilte einen 25-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung zu einer Freiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren. Der Mann aus dem Schwalm-Eder-Kreis hatte in Bad Wildungen einen 44-Jährigen angegriffen. Der 25-Jährige war wegen einschlägiger Delikte erheblich vorbestraft. Er muss die Kosten des Verfahrens tragen. Die Straftaten hatte der aus dem Schwalm-Eder-Kreis stammende Mann im August in Bad Wildungen begangen.

Der Beschuldigte war bisher aufgrund einer Entscheidung des Amtsgerichts Fritzlar in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Dies komme für die zehnte Kammer nicht in Frage, sagte Richter Winter bei der Urteilsverkündung.

Vom Gerichtssaal direkt in Haft

Gegen den mehrfach vorbestraften Mann wurde Haftbefehl erlassen, weil er keinen festen Wohnsitz und keine geregelte Beschäftigung habe. Er kam vom Gerichtssaal direkt in Haft. Die Staatsanwältin hatte wegen „erheblicher Fluchtgefahr“ den Haftbefehl beantragt.

Der Angeklagte wuchs im Schwalm-Eder-Kreis auf. Seine Eltern ließen sich scheiden, eine Bäckerlehre brach er ab. Verurteilt wurde er jetzt für drei Straftaten. Ein weiteres Verfahren wegen Widerstands gegen Polizeibeamte stellte das Gericht ein, weil die Strafe im Hinblick auf die anderen Taten „nicht beträchtlich ins Gewicht gefallen wäre“.

Mit Küchenmesse bedroht: „Ich steche Dich ab“

Das Gericht folgte mit dem Urteil der Staatsanwaltschaft. Es sei erwiesen, sagte die Staatsanwältin, dass der Angeklagte im Juli in Bad Wildungen einen 44-Jährigen ohne Grund mit der Faust ins Gesicht und in den Nacken geschlagen und in den Rücken gestochen habe. Der Mann erlitt eine fünf Millimeter tiefe Stichwunde. Der Angeklagte sei wegen einschlägiger Delikte „erheblich vorbestraft“ und habe kriminelle Energie.

Drei Tage später habe er den Lebensgefährten seiner Mutter mit der Faust „wuchtig ins Gesicht geschlagen“. Am 8. August habe er denselben Mann mit einem Küchenmesser bedroht und gesagt, „ich steche Dich ab.“ Das sei die Eskalation bisheriger Vorfälle gewesen. „Es war eine Stress-Situation, es war krass“, hatte der Freund seiner Mutter als Zeuge ausgesagt. Es habe dreimal in ähnlichen Situationen Angst um sein Leben gehabt.

Verteidiger fordert Bewährungsstrafe

Der Beschuldigte leide unter einer dissozialen Persönlichkeitsstörung, sagte ein Gutachter. Der Arzt sprach von einer krankhaften seelischen Störung, fehlendem Schuldbewusstsein, erhöhter Aggressivität und geminderter Steuerungsfähigkeit. Er sei wegen Drogendelikten verschiedentlich in Haft gewesen, habe Mithäftlinge angegriffen und „schwer gewürgt“. Relativ früh habe er mit Rechtsbrüchen begonnen und Tätlichkeiten mit spitzen Gegenständen begangen, oft Attacken „aus völlig freiem Himmel“.

Weil sein Mandant vier Jahre vor den aktuellen Delikten keine Straftaten mehr begangen habe, forderte sein Verteidiger, eine Strafe unter zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Bei dem Vorfall mit der Stichverletzung hätten weder der Geschädigte noch ein Zeuge einen Gegenstand gesehen, mit dem gestochen worden sei. Der Angeklagte schloss sich den Ausführungen an und entschuldigte sich.

Die Frage einer Bewährung habe sich für die Kammer nicht gestellt, betonte der Richter. „Eine günstige Prognose ist weit, weit weg.“ Dem 25-Jährigen legte er dringend nahe, die in der Klinik begonnene psychiatrische Behandlung fortzusetzen. (Manfred Schaake)

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